Rieschweiler-Mühlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Große Laster im Dorf: Peifer versteht die Höhmühlbacher, hat aber auch keine Lösung

Wenn sich Laster in der Kurve am Dorfgemeinschaftshaus entgegenkommen, wird es eng – zu eng.
Wenn sich Laster in der Kurve am Dorfgemeinschaftshaus entgegenkommen, wird es eng – zu eng.

Für die Höhmühlbacher ist es ein leidiges Thema: Große Lastwagen, die durch die kurvige Ortsdurchfahrt Richtung Autobahn fahren. Ihnen wäre es am liebsten, die Strecke würde für Schwerlastverkehr gesperrt. Verbandsbürgermeister Thomas Peifer hat dafür Verständnis. Aber keine Lösung, wie er auch offen zugibt. Allerdings hat er einen Vorschlag für ein anderes Problem.

„Gefährlich“ und „Unzumutbar“. Das waren die Betreffzeilen der beiden E-Mails, die Gemeinderatsmitglied Martin Stuppy vor einigen Tagen verschickte. An die RHEINPFALZ, aber auch an die Gemeindespitze, Bürgermeister Peter Roschy und dessen Stellvertreter Daniela Stauch und Hans-Dieter Bißbort. Er hatte Bilder beigefügt, die zeigen, worüber er – und andere Höhmühlbacher – sich so ärgern: ein Lastwagen, der in der vereisten Stichstraße feststeckte, und zwei Laster, die in der Kurve beim Dorfgemeinschaftshaus auf die Gehwege ausweichen müssen, um aneinander vorbeizukommen.

„Wie würden Sie reagieren, wenn Sie als Fußgänger diesen Weg gehen würden? Wie sieht es aber aus, wenn hier ein Kind sein Fahrrad schiebt, beziehungsweise wenn eine ältere Person zu Fuß hier unterwegs ist?“, fragt Stuppy verärgert. Ein paar Tage später schickte der Höhmühlbacher Bernd Scherer ein Video, das zeigt, wie zwei lange Laster an der gleichen Stelle etwas mühsam aneinander vorbeimanövrieren, anhalten, kurz zurückrollen, auf den Bürgersteig ausweichen.

Peifer: „Was will man da machen? Die Häuser weg?“

Der Ärger der Höhmühlbacher ist nicht neu.Die RHEINPFALZ hat schon mehrfach darüber berichtet. Verbandsbürgermeister Thomas Peifer kennt das Problem. Er sagt: „Ich versteh’ alle, aber ich seh’ die Lösung einfach nicht.“ Baulich ist das Problem kaum zu lösen: „Was will man da machen? Die Häuser weg?“ Der frühere Reifenberger Markus Lelle, der 2014 Verbandsbürgermeister werden wollte, brachte damals eine Umgehungsstraße durch den Wald ins Gespräch. Die Idee verschwand schnell wieder.

Die Forderung, die Straße für den Schwerlastverkehr zu sperren, unterstützt Peifer nicht: „Ich tu’ mir immer schwer, wenn ich eine öffentliche Straße hab’ und sperr’ die“, sagt er. Bei Gemeindestraßen sei das etwas anderes, die seien oft gar nicht für Schwerlastverkehr gebaut. Aber die Straße hoch nach Höheischweiler ist eine Kreisstraße. Auch wenn die Sorgen der Höhmühlbacher berechtigt seien: „Ich kann nicht einfach eine Kreisstraße für Laster sperren.“ Die Stichstraße mit der Brücke über die Bahnlinie ist eine Gemeindestraße. Aber die zu sperren, dürfte auch keine Lösung sein. Im schlimmsten Fall fahren die Laster dann erst durch Rieschweiler, durchs Hechtloch und dann noch länger durch Höhmühlbach.

Über Höhmühlbach ist man schneller auf der Autobahn

Die Laster in Höhmühlbach kommen beispielsweise von der Spedition Weidler. Die hat ihren Sitz zwischen Höhmühlbach und Thaleischweiler. Der Weg nach Pirmasens und zur Autobahn ist über Höhmühlbach aber zwei Kilometer kürzer, und man muss nicht durch das langgezogene Thaleischweiler-Fröschen und durch Höhfröschen. Regelmäßig von Lastern angefahren wird auch die Firma Uniplast in Maßweiler. Von dort aus ist es gleich weit zur Autobahn, aber die Straße nach Thaleischweiler wird gerade ausgebaut und ist gesperrt.

Die Spedition Weidler hat zugesagt, im Laufe der Woche auf Fragen der RHEINPFALZ zu antworten. Dass Weidler eine Thaleischweilerer Firma ist und deshalb die Leute dort absichtlich verschone, weist Thomas Peifer, der auch Ortsbürgermeister von Thaleischweiler-Fröschen ist, zurück. Er sagt: „Die fahren ja hier auch durch.“

In Thaleischweiler kommt alle zehn Sekunden ein Auto

Thaleischweiler bleibe vom Schwerlastverkehr auch sonst nicht verschont: „Es gibt auch hier Beschwerden über Laster.“ Am Kreisel Richtung Biebermühle habe es mal eine Verkehrszählung gegeben: 6000 Autos – nicht nur Laster – seien am Tag gezählt worden. Das sind 250 Autos in der Stunde, vier pro Minute. Rechnet man acht Nachtstunden raus, werden es noch mehr: 375 in der Stunde, sechs pro Minute. Im Durchschnitt alle zehn Sekunden ein Auto. Eine Verkehrszählung könnte in Höhmühlbach genauer zeigen, wie stark die Straße genutzt wird, findet Peifer. Er glaubt: „Wir reden sicher nicht von 50 Lastern am Tag.“

Der Verbandsbürgermeister gibt noch etwas zu bedenken: „Wir müssen auch was in Kauf nehmen. wir wollen frische Orangen morgens um acht.“ Die Waren, die wir täglich konsumieren, kämen nun mal mit LKW.

Und dann ist da noch die Ampel an der Brücke

Als der Laster Mitte Januar in der Stichstraße feststeckte, sah Gemeinderatsmitglied Martin Stuppy die Befürchtungen bestätigt, dass auch die neue Ampel an der Brücke über die Bahnlinie zum Problem werden könnte: Wartende Autos könnten nicht ausweichen, wenn auf glatter Straße von hinten ein Laster auf sie zurollt. Zudem stauen sich die Autos manchmal zurück, und die Kurve ist von oben nicht einsehbar. Die Ampel wurde übrigens aufgestellt, damit nicht zwei schwere Laster gleichzeitig die sanierungsbedürftige Brücke benutzen.

Hier schlägt Verbandsbürgermeister Peifer eine Lösung vor: Man könnte die Ampel so schalten, dass aus Richtung Ortsmitte immer grün ist. Vom Golfplatz her wäre immer rot, aber die Ampel könnte erkennen, wenn dort ein Auto herannaht, und nur dann auf grün schalten.

Die Brücke könnte weg, aber das will die Bahn nicht

Das Problem: Mit der Ampel, die seit September dort steht, lässt sich das nicht machen. Eine neue Ampel müsste her. Das kostet Geld. Noch teurer und laut Peifer von der Bahn nicht gewollt ist eine andere Möglichkeit: Auf die Brücke zu verzichten. „Für den Schwarzbach bräuchte ich eine so hohe Brücke nicht“, sagt Peifer. Tatsächlich führt über den Bach sogar eine eigene, ebenerdige Brücke. Die Brücke mit der Ampel überspannt nur die Bahnschienen und ist deshalb so hoch, damit die Züge darunter durchkommen. Die Alternative wäre ein Bahnübergang – wie in allen Nachbardörfern. Aber das wolle die Bahn vermeiden, sagt Peifer.

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