Rieschweiler-Mühlbach
Kampf gegen Raser und LKWs
Harald Lehnert hat eine Unterschriftenaktion bei den Anwohnern gestartet und legte den Gemeinderatsmitgliedern am Mittwoch Fotos vor, auf denen ein LKW quer zur Fahrbahn mit dem Hänger die gesamte Breite des Gehweges nutzen muss, um das Fahrzeug um die Kurve zu lenken. „Da laufen Kinder über den Gehweg, es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein schwerer Unfall passiert“, befürchtet er.
Ein weiterer Anlieger erklärt, dass er sogar überlegt, sein Haus zu verkaufen. Er sei nicht mehr gewillt, sich den Vogel zeigen zu lassen, wenn er eine Getränkekiste auslädt und ein LKW mit Tempo 70 an seinem Auto vorbeidonnert und abbremsen muss. „Ich traue mich nicht mehr den Gehweg und die Straßenrinne zu kehren“, gibt der Mann zu. Wenn gleichzeitig von der anderen Seite ein Fahrzeug käme, müsse es auf den Bürgersteig ausweichen.
„Die Breite der Pirmasenser Straße ist überhaupt nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt“, schimpfen die Bürger in der Ratssitzung. Die Anlieger fordern ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde, die mit einem Blitzer überwacht werden soll. „Wenn die Autos dann 50 fahren, sind wir schon froh.“ Da die Speditionen auch nachts die Pirmasenser Straße häufig frequentieren und über den Gehweg fahren, sei der Lärmpegel auch zur Schlafenszeit sehr hoch.
„Da wackeln nachts um drei bei mir die Tassen im Schrank“, macht sich Lehnert seinem Ärger Luft. Dazu käme noch die Feinstaubbelastung, wettern die Anwohner: „Wenn wir 30 Minuten lüften, ist alles voller schwarzem Staub“, beschreibt der Initiator der Unterschriftenaktion die Lage. Die Messgeräte der Verbandsgemeinde, bei denen die gefahrene Geschwindigkeit angezeigt werde, nutze wenig, sind sich alle einig. „Da drücken manche extra aufs Gas und gucken, wie schnell sie sind.“
Die Probleme ziehen sich von der Pirmasenser Straße weiter in die Stichstraße. Dort sei es morgens für die Schulkinder fast unmöglich, über die Straße zur Bushaltestelle zu kommen. Beschwerden gibt es auch von den Anliegern der Hauptstraße in Richtung Thaleischweiler. „Bei der Tempomessung vor kurzem war ein Fahrer mit Tempo 105 Spitzenreiter“, weiß Ortschef Peter Roschy (SPD) um die Situation. Da die Straße dort in einem sehr schlechten Zustand ist, der Schwerlastverkehr auch dort Tag und Nacht vorbeirolle, sei für die Anlieger die Lärmbelästigung ebenfalls nicht mehr hinnehmbar, gibt Roschy an die Ratsmitglieder weiter. Der frühere Ortsbürgermeister Heino Schuck (SPD) berichtet, dass während seiner Amtszeit bereits eine Beschränkung über 7,5 Tonnen beim Landesbetrieb für Mobilität beantragt wurde. „Leider haben wir nie wieder etwas davon gehört.“
Ortsbürgermeister Peter Roschy will nun einen Brief an die Landrätin Susanne Ganster schreiben und auf die Gefahrensituation hinweisen. Ebenfalls soll der Landesbetrieb für Mobilität über die Situation schriftlich in Kenntnis gesetzt werden. „Für Kreis- und Landesstraßen ist die Ortsgemeinde nicht zuständig“, informierte Roschy Ratsbesucher. „Allerdings stellen wir uns ganz hinter unsere Bürger.“ Vorab will Roschy über die Verbandsgemeindeverwaltung klären lassen, ob im Kurvenbereich der Pirmasenser Straße auf dem Gehweg Poller durch die Ortsgemeinde aufgestellt werden dürfen, damit die Fußgänger dort sicher laufen können.