Kreis Südwestpfalz
Rieschweiler-Mühlbach: Ampel soll beschädigte Bahnbrücke vor schweren Lastern schützen
Der Verkehr über die Brücke über die Bahnlinie in Höhmühlbach wird seit Mitte September mit zwei Ampeln geregelt. So soll verhindert werden, dass zwei schwere Lastwagen gleichzeitig die Brücke passieren. Denn das Bauwerk ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung steht ins Haus. Richard Lutz, der Chef des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern rechnet damit, dass die Brücke in den kommenden fünf Jahren repariert wird.
Wer Höhmühlbach von Thaleischweiler-Fröschen kommend erreichen will, steht in Höhe der Fabrikstraße vor einer Ampel. Genauso geht es Autofahrern, die im Ortskern Höhmühlbachs in die Stichstraße einbiegen, sich der Brücke vom Ort her nähern. Sie stehen in Höhe der Flurstraße vor einer Ampel. Zwischen den beiden Ampeln verläuft eine Brücke, die die Bahnlinie überspannt. Auf der Brücke ist die Fahrbahn verschmälert worden, nur eine Spur steht bereit. Wie der LBM mitteilt, ist die Brücke in die Jahre gekommen, eine Sanierung unumgänglich. „In Abstimmung mit dem Landkreis, der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde Rieschweiler-Mühlbach“ sei nach „verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gesucht“ worden: „zur Entlastung des Streckenabschnitts vom Schwerlastverkehr sowie zum Schutz des Bauwerks vor weiterer Beschädigung“. Die beiden Ampeln nun machten „den kritischen Begegnungsfall LKW/LKW auf der Brücke unmöglich“.
Laut LBM ist die Brücke „noch nicht lastbeschränkt“, dürfte also theoretisch uneingeschränkt genutzt werden. „Sie weist aber im Bereich der Brückenränder, am Geländer und anderen Bereichen erkennbare Schäden auf und ist dringend sanierungsbedürftig.“ Die Beschränkung mit Ampel und Einengung der Fahrbahn verhindere nun, „dass der Verkehr zu nah am Brückenrand fährt und diesen stark belastet“. Außerdem entstehe so ein Seitenstreifen für Fußgänger.
Über die Brücke führt auch die Radstrecke durchs Schwarzbachtal. Durch die Ampeln werde die „die Sicherheit der Radfahrer und auch der Fußgänger verbessert“: Auf der Brücke, die eine steile Kuppe darstellt, sei es „oft zu kritischen Begegnungssituationen“ gekommen, teilt der LBM mit. Ein Unfallschwerpunkt ist die Brücke, auf der die Verkehrssituation in der Tat etwas schwierig einzusehen ist, allerdings nicht. Andreas Kohler, Leiter der Polizeiinspektion in Waldfischbach-Burgalben, kann sich an keinen Unfall dort erinnern.
Wie Ortsbürgermeister Peter Roschy (SPD) auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilt, ist der Standort der beiden Ampeln nach den ersten Tagen noch einmal korrigiert worden. Die Haltelinie für den Verkehr, der ortseinwärts unterwegs war, war zu nah an der Ampel. Mittlerweile funktioniere die Regelung.
Der LBM unterstreicht, dass es sich bei der Ampelregelung um eine Testphase handelt. Im Vorfeld seien Alternativen diskutiert worden, etwa eine Einbahnregelung für Lastwagen oder eine Sperrung des Abschnitts für Schwerlastverkehr. „Beide Alternativlösungen würden aber wiederum andere Nachteile mit sich bringen“, heißt es aus Kaiserslautern. Laut Roschy gab es „Gedankenspiele zu Einbahnstraßenregelungen“, diese seien aber verworfen worden. „Einige hätte dann auf jeden Fall viel weiter fahren müssen“, sagt der Ortsbürgermeister auch mit Blick auf Anlieger in Flur- und Fabrikstraße.
Nach „einer gewissen Erprobungsphase“ will der LBM zusammen mit den Verkehrsbehörden, der Polizei und der Gemeinde die Ampellösung „besprechen und bewerten“. Dauerhaft bleiben die Ampeln auch nicht stehen. „Die Brücke ist marode und müsste generalsaniert werden“, sagt Roschy. Richard Lutz, der Leiter des LBM in Kaiserslautern, will den Test mit der derzeitigen Verkehrsführung abwarten und auswerten. „Danach wird über das Sanierungskonzept der Brücke entschieden“, sagt Lutz. Wann dann genau eine Sanierung kommt, stehe noch nicht fest. „Die Sanierung sollte aber in den nächsten fünf Jahren angegangen werden“, teilt Lutz abschließend mit.