Rieschweiler-Mühlbach
Höhmühlbacher wollen nachts wieder schlafen können und fordern Tempo 30 und LKW-Verbot
„Unser Ziel ist eine Beruhigung des Verkehrs im Ortsteil“, sagt Harald Lehnert, einer der Unterzeichner der beiden Schreiben. Lehnert wohnt in der Pirmasenser Straße nahe der Einmündung zur Gartenstraße. Tempo 30 in der Hauptachse von Höhmühlbach fände er nicht schlecht, und auch die Anzahl der durchfahrenden LKW müsste aus seiner Sicht gesenkt werden. „Damit haben eigentlich alle ein Problem“, hat er beobachtet und spricht in diesem Zusammenhang von Tassen, die in den Schränken tanzen, und von gestörter Nachtruhe durch den vorbeifahrenden Schwerlastverkehr.
Straße über Bahnlinie sperren für den Schwerlastverkehr
In den beiden Schreiben, die der RHEINPFALZ vorliegen, geht es aber nicht nur um den Verkehr in der Pirmasenser Straße. Ebenfalls am Herzen liegt den Verfassern die Stichstraße. Diese soll – so sähen es die Anwohner gern – für den Schwerlastverkehr gesperrt werden. Die Brücke in der Stichstraße, die über die Bahntrasse führt, ist seit gut einem Jahr einseitig gesperrt, eine Ampel regelt den Verkehr.
Wie berichtet, waren die Themen Rasen und Schwerlastverkehr im Ortsteil Höhmühlbach bereits Gegenstand in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates Rieschweiler-Mühlbach Anfang Oktober. Die Anwohner im Ortsteil hatten in den Wochen vorher Unterschriften gesammelt, Fotos gemacht, Autos gezählt und dann die Ortsspitze kontaktiert. Ebenfalls mit vielen vorbeifahrenden Lastwagen und zu schnell fahrenden Autos haben Anwohner der Hauptstraße im Ortsteil Rieschweiler zu kämpfen.
Großes Problem: Lastwagen, die die Kurve schneiden
Die Ortsspitze nehme das Thema ernst, sagt Bürgermeister Peter Roschy im Gespräch mit der RHEINPFALZ und verweist auf die Tagesordnung der Sitzung von Anfang Oktober. „Grundsätzlich stehen wir auf der Seite der Bürger“, sagt Roschy und spricht dabei für die Fraktionen im Rat sowie für seine beiden Beigeordneten.
Am 20. Oktober habe es eine Ortsbegehung in Höhmühlbach gegeben, so Roschy weiter, unter anderem seien Vertreter der Polizei und auch des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben mit dabei gewesen. Ein großes Problem aus Sicht Roschys sind die LKW, die in der Pirmasenser Straße nahe dem Dorfgemeinschaftshaus die dortige Kurve schneiden über den Gehweg fahren. Abhilfe könnten hier Poller schaffen, das müsse man aber mit der Straßenbehörde diskutieren.
Pirmasenser Straße für die Polizei keine Raser-Strecke
Und in einer zweiten Sache will Roschy Kontakt mit der in Kaiserslautern ansässigen Behörde aufnehmen: Die Ortsgemeinde feile an einem Antrag, die Straßendecke in der Pirmasenser Straße erneuern zu lassen. Von einem neuen Belag versprechen sich die Verantwortlichen weniger Lärm. Ferner kann sich Roschy auch eine Testphase mit Tempo 30 an der Stelle vorstellen. „Das sollten wir ausprobieren.“ Ob dauerhaft eine Geschwindigkeitsreduzierung einzurichten ist, müsse geprüft werden. Laut Bürgermeister Roschy ist die Pirmasenser Straße für die Polizei keine notorische Raser-Strecke.
„Ich kann nicht versprechen, dass es in kurzer Zeit eine Verbesserung geben wird“, sagt Roschy, der weiß, dass die von der Ortsspitze angeschobenen Ideen – Straßenbau, Poller, probeweise Tempo 30 – ihre Zeit brauchen. Das weißt auch Harald Lehnert. „Die Mühlen mahlen langsam“, sagt er. Ihm und seinen Mitstreitern bleibe vorerst nichts weiter übrig, als auf Reaktionen auf ihre Schreiben zu warten.
Die Kreisverwaltung Südwestpfalz bestätigte gegenüber der RHEINPFALZ den Eingang der Schreiben, verwies aber darauf, dass sie für mögliche Tempolimits innerhalb von Ortschaften nicht zuständig ist. „Das ist Sache der Verbandsgemeinde“, hieß es aus dem Kreishaus. Von dort steht die Antwort auf die Anfrage der RHEINPFALZ noch aus.