Südwestpfalz
Das Passbild auf Fotopapier hat (fast) ausgedient
Die Zeiten, in denen man mit Passbildern auf Fotopapier zur Verwaltung ging, um einen Personalausweis oder Reisepass zu beantragen, sind vorbei. Die klassischen Fotos haben ausgedient. Seit dem 1. August sind nur noch digitale Passbilder erlaubt. Die kann man sich nach wie vor beim Fotografen oder in Drogerieketten machen lassen, auch Optiker bieten diesen Service an.
Es gibt die digitalen Passfotos im Kreis Südwestpfalz aber auch direkt vor Ort in den Bürgerbüros der Verbandsgemeinden. Die meisten Verwaltungen haben das Aufnahmesystem Point-ID angeschafft, das von der Bundesdruckerei im Auftrag des Bundesinnenministeriums kostenlos angeboten wurde. Es fertigt nicht nur biometrische Fotos von Menschen an, es kann auch Fingerabdrücke und Unterschriften erfassen.
Die Einführung dieses Systems war im Dezember 2020 mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen beschlossen worden. Die neuen Vorgaben sollen die Gefahr von Fälschungen und Manipulationen verringern. Insbesondere das sogenannte Morphing, bei dem zwei Fotos überlagert werden und der Pass von zwei Menschen nutzbar wird, soll so unterbunden werden.
Liefer- und Softwareprobleme
Zum 1. Mai hätte das System bereits eingesetzt werden sollen, das klappte aber nicht. Zum einen gab es Lieferprobleme, zum anderen taten die Geräte nicht, was sie sollten. Klaus Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, berichtete im Frühsommer, als die Verbandsgemeinde ihr Gerät erhalten hatte: „Die Software funktioniert nicht. Es gibt noch Probleme mit der Datenkommunikation mit dem Anwenderprogramm.“
Das Problem hatten bundesweit viele Kommunen. Und auch die Fotografen, die sich haben zertifizieren lassen, hatten zu Beginn mit den Tücken der Technik zu kämpfen. Wenn ein Fotograf ein digitales Passfoto anfertigt, lädt er die Fotodatei in einen gesicherten, digitalen Cloudspeicher, der Kunde erhält lediglich einen Zettel mit einem QR-Code. Über diesen Code kann das Amt das Foto aus der Cloud abrufen. Das funktionierte zunächst nicht. Mittlerweile sind diese Probleme gelöst.
Leicht zu bedienendes Gerät
Die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland war ein Frühstarter. Schon seit dem 1. April werden dort digitale Passfotos vor Ort angeboten. „Wir haben unser Gerät nicht von der Bundesdruckerei“, sagt Sven Illig, der Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Verbandsgemeinde. „Wir haben uns ein Gerät von einer Firma hinstellen lassen. Das klappt alles reibungslos“, ergänzt er. Die Möglichkeit, Fotos in der Verwaltung machen zu lassen, werde gut angenommen. Der Service kostet in Dahn zehn Euro. „Am Anfang haben wir immer jemanden mitgeschickt, der behilflich ist. Aber in 90 Prozent der Fälle war das nicht erforderlich“, betont Illig. Das Gerät sei selbsterklärend, der Nutzer werden mittels eines einfachen Menüs bis zum Ziel geführt.
Dass Behörden das Fotografieren übernahmen, stieß auf Kritik von Fotografen und Dienstleistern, die die Erstellung von Passfotos anboten. „Wir können aber diesen Service unseren Bürgern nicht verwehren“, sagt etwa Felix Leidecker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Die Kosten für die Bürger sind an allen Point-ID-Automaten gleich: Je genutztem Lichtbild wird eine Gebühr von sechs Euro fällig.
Nicht für alle Ausweise einsetzbar
Die digitalen Fotos können derzeit für den Personalausweis und den Reisepass genutzt werden, außerdem im Bereich des Ausländerrechts für Aufenthaltstitel wie die Niederlassungserlaubnis, die Aufenthaltserlaubnis und das Visum sowie für Reiseausweise. Für andere Lichtbildausweise wie Führerscheine, Behindertenausweise oder den Jagdschein sind nach wie vor Passfotos auf Papier erforderlich.
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