Südwestpfalz
Online-Buchung: So werden Pfälzerwald-Gastgeber sichtbarer
„Das Buchungsverhalten der Gäste hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, sagt Michaela Herbort, Geschäftsführerin des Vereins Pfälzerwald Tourismus. Ging früher der Griff zum gedruckten Gastgeberverzeichnis, buchten die Menschen heute vorzugsweise digital. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Leistungsträger online gefunden werden“, betont Herbort.
Zu den Leistungsträgern gehören Gasthöfe, Pensionen und Hotels, der Schwerpunkt liegt in der Südwestpfalz jedoch auf den Ferienwohnungen. In der Region gibt es zwei Stützpunkte, die die Leistungsträger betreuen: der Verein Naturerlebnis-Urlaubsregion Hauenstein zeichnet für die Betriebe der Verbandsgemeinde Hauenstein verantwortlich, der Verein Pfälzerwald Tourismus für den restlichen Landkreis und die kreisfreien Städte Pirmasens und Zweibrücken.
Die Frage, wie die Informationen zum Gast kommen, beschäftigt nicht nur die Anbieter selbst, sondern auch die Stützpunkte. Mit dem zentralen Buchungssystem Deskline 3.0 stellen sie in Kooperation mit der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH eine Infrastruktur zur Verfügung, die den Gastgebern unkompliziert Online-Buchungsmöglichkeiten bieten will. Derzeit beteiligten sich daran rund 120 Gastgeber in der Südwestpfalz, erklärt Michaela Herbort.
Online-Buchungen nehmen zu
Letztlich gebe es verschiedene Wege, wie die Menschen ihre Aufenthalte buchten, der Anteil der Online-Buchungen steigt dabei kontinuierlich, stelle in der Südwestpfalz aber noch nicht den Hauptteil dar. Dennoch ist Herbort sicher: „Da geht die Reise hin.“ Vergleicht man die Jahre 2019 und 2025, habe sich die Online-Buchungszahl verdreifacht, Gleiches gelte für die Übernachtungen. Waren es zu Anfang zwei bis drei Buchungen in der Woche, sind es heute drei bis vier Buchungen pro Tag. Diese gingen vor allem abends ein, zu einer Zeit, in der ein Gastgeber vielleicht gar nicht mehr persönlich erreichbar sei.
Für die Gastgeber biete Deskline 3.0 viele Vorteile: So gebe es mit dem Stützpunkt einen zentralen Ansprechpartner, bei dem alle Daten einmal erfasst werden. Danach können sich die Leistungsträger auf Wunsch für die gängigen Buchungsplattformen freischalten lassen. Das sei viel einfacher, als mit jeder Buchungsplattform einen eigenen Vertrag abzuschließen und anschließend verschiedene Belegungskalender führen zu müssen, sagt Herbort.
Booking.com soll neu dazukommen
Beim Stützpunkt Pfälzerwald Tourismus steht dabei eine Neuerung an: Derzeit läuft die technische Umsetzung, damit künftig auch die größte Internetplattform, Booking.com, über Deskline 3.0 genutzt werden kann – ohne, dass die Leistungsträger dafür einen eigenen Vertrag mit Booking.com schließen müssen. Die Naturerlebnis-Urlaubsregion Hauenstein hat bereits umgestellt. „Das ist vor allem für diejenigen interessant, die noch keinen eigenen Vertrag mit der Plattform haben“, sagt Sonja Spieß, Leiterin der Tourist-Info der Verbandsgemeinde Hauenstein.
Für die Gastgeber ist die Aufnahme bei Deskline 3.0 gebührenfrei. Kosten in Form einer Provision fallen nur dann an, wenn tatsächlich eine Buchung stattgefunden hat. Die Provision liege je nach Buchung zwischen zehn und 15 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer. Die Abrechnung mit dem Leistungsträger erfolge nach Ablauf des Quartals über den jeweiligen Stützpunkt. Die Provision selbst wird gesplittet: Ein Teil geht an die Buchungsplattform, ein Teil bleibt beim jeweiligen Stützpunkt, ein Teil geht an den Verein Pfalz Touristik, der unter anderem die Technik mitfinanziert.
Das Buchungssystem Deskline 3.0 bietet Gastgebern zudem die Möglichkeit, eine Online-Buchung auf der eigenen Homepage sicherzustellen. Dazu erhalte der Gastgeber eine Anleitung, mit der er sich ein entsprechendes Tool kostenfrei für die eigene Homepage erstellen könne. Die Online-Buchungen werden automatisch in den Belegungskalender gepflegt. Die Buchungen, die über die Homepage des Gastgebers kommen, sind provisionsfrei, betont Spieß.
Bei der Buchung soll es meist schnell gehen
Geschätzt beteiligten sich 90 Prozent derer, die neu eine Ferienwohnung an den Markt bringen, am Deskline-Buchungssystem. Bei den langjährigen Anbietern von Ferienwohnungen sind es deutlich weniger. Doch auch bei denjenigen, die schon länger am Markt sind, sei mittlerweile eine Änderung zu beobachten. Früher sei es üblich gewesen, dass es zwischen Gast und Ferienwohnungsbesitzer einen direkten Kontakt gab, miteinander telefoniert wurde. Doch das nehme heutzutage immer mehr ab. Eine Rolle spielt auch der Faktor Zeit: Kunden wollten mittlerweile sofort wissen, ob eine Ferienwohnung verfügbar ist oder nicht, sagen Herbort und Spieß.
Seit einiger Zeit sorgt die Künstliche Intelligenz (KI) für ein verändertes Buchungsverhalten. Um weiterhin sichtbar zu bleiben, sei es wichtig, die Daten so anzubieten, dass sie von der KI gefunden und verarbeitet werden können, betonen die Touristikerinnen.



