Bad Bergzabern / Annweiler
So funktioniert die Beatmungshilfe für die Schwanenweiher der Kurparks
Den Schwanenweihern in Bad Bergzabern und Annweiler geht es wie dem in Landau: Hitze sorgt für Atemnot. Belüftungsgeräte schaffen Abhilfe. Die Trifelsstadt geht nun neue Wege.
Wenn die Quecksilbersäule des Thermometers in die Höhe schnellt, läuten alljährlich in Bad Bergzabern und Annweiler die Alarmglocken. Denn die Schwanenweiher in den Kurparks der beiden Städte haben in den Sommermonaten ein Frischluftproblem. In den heißen Monaten kommt die Zirkulation der Gewässer nahezu zum Erliegen. Dem Nass fehlt es dadurch an Sauerstoff, die Wassertemperatur steigt bedrohlich, die Algenblüte schießt in die Höhe. Die Gewässer drohen umzukippen. Damit es nicht so weit kommt, setzen die beiden Kommunen seit einigen Jahren auf Belüftungshilfen. Anfangs wurde noch die Feuerwehr zur Unterstützung gerufen. Mit ihren Geräten ließ sie einen Wasserstrahl über den Teich regnen, der wie ein Springbrunnen wirkte. Durch das Aufplätschern des Wassers auf die Oberfläche gelangte Luft ins Wasser. Mittlerweile setzen beide Städte auf Belüftungsanlagen.
Seit 2022 sprudelt im Schwanenweiher der Kurstadt eine kleine Fontäne. Erzeugt wird sie von einem Gerät, das praktischerweise schon auf Lager war. Einige Zeit zuvor wurde es nämlich aus einem Teich am Haus des Gastes herausgeholt, weil dieser zugeschüttet wurde. Anschaffungskosten hatte die Stadt also keine. In diesem Jahr ist sie seit Mai in Betrieb, wie Stadtbürgermeister Hermann Augspurger berichtet. Wobei aktuell die Gefahr, dass der Schwanenweiher umkippt, gering ist. Der relativ nasse Winter hat geholfen. „Der Erlenbach als Zu- und Ablauf hat von Oktober bis Juni genügend Wasser geführt“, sagt Augspurger. „Wir gehen nicht davon aus, dass dieses Jahr etwas passiert.“
Seit zwei Wochen neue Pumpen im Einsatz
In Annweiler hat man schon länger Erfahrung mit den „Beatmungsgeräten“. Ab 2017 drehten zwei kleine Belüftungsroboter ihre Runden über den kleinen und den großen Weiher in der Markwardanlage. Diese retteten die Gewässer zwar vor dem Erstickungstod, doch sie hatten zwei große Nachteile: Erstens verbrauchten sie massig Strom, und zweitens waren sie wegen ihrer Lautstärke ein Ärgernis für die Anwohner des Parks. Deswegen hatte sich die Stadt seit einigen Jahren Gedanken über Alternativen gemacht. Vieles wurde durchgespielt, einiges wie das Ausbaggern des Weihers aus Kostengründen wieder verworfen. Dann stieß die Stadt durch die RHEINPFALZ-Berichterstattung über das Thema und Leser, die sich daraufhin in Annweiler meldeten, auf neue Lösungsansätze, die das Stadtsäckel der finanziell gebeutelte Kommune schonen.
Nun sind seit zwei Wochen ein Tiefenlüfter und zwei Teichpumpen der Firma Oase installiert, die 22.000 Liter Wasser pro Stunde umwälzen können. Eine für den großen und eine für den kleinen Teich. Mit Kosten von knapp 3000 Euro pro Stück sind diese erheblich günstiger als die alten Belüftungsroboter oder die zunächst als Alternative angedachten solarbetriebenen Umwälzpumpen, die mit 25.000 Euro zu Buche geschlagen hätten. Und Stadtbürgermeisterin Carmen Winter, die das Projekt schon in der vorherigen Legislaturperiode in ihrer Funktion als Beigeordnete für öffentliches Grün betreut hatte, ist bislang vollends zufrieden mit den neuen Helfern. „Sie funktionieren, und man sieht deutlich, dass sich etwas tut.“ Ein Umkippen der Gewässer drohe aktuell nicht. Die am Donnerstag gemessene Wasserqualität sei gut gewesen.
Pflanzaktion zur Gewässerreinigung
Eigentlich hätten die Pumpen schon im Juni ihren Dienst antreten sollen. „Aber wir mussten dafür noch neue Stromkabel im Park verlegen“, erklärt die Stadtchefin die Verzögerung. Die alten Kabel hätten aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden können. Die elektrische Generalüberholung hat aber noch einen Pluspunkt: „So haben wir eine zuverlässige Stromversorgung, die wir auch für Events im Park nutzen können.“
Zudem hatte der Angelsportverein Schweigen-Rechtenbach der Stadt kostenfrei Pflanzen angeboten, die zur Gewässerreinigung beitragen. Zum Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar am 26. September sei dann eine Pflanzaktion gemeinsam mit den Angelsportverein geplant, kündigt Winter an. Kurzfristig hatte die Stadt noch ein weiteres Hilfspaket geschnürt: So bekam der Bindersbach, der die Weiher mit Wasser speist, im Frühjahr beim Restaurant Umoya einen Bypass, um die Fließgeschwindigkeit des Zulaufs zu erhöhen.