Annweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Auf der Kippe: Schwanenweiher braucht dringend frische Luft

Carmen Winter (links) und Kerstin Reddig stehen in engem Austausch darüber, wie die Weiher vor dem Kippen bewahrt werden können.
Carmen Winter (links) und Kerstin Reddig stehen in engem Austausch darüber, wie die Weiher vor dem Kippen bewahrt werden können.

Die fortwährende Hitze droht den Schwanenweiher zu ersticken. Die Zirkulation des Gewässers ist nahezu zum Erliegen gekommen. Ein Arbeitskreis hat sich nun Maßnahmen ausgedacht, wie das Gewässer in der Markwardanlage zu retten ist.

Der Schwanenweiher in der Markwardanlage in Annweiler krankt und könnte kippen – ihm fehlen im wahrsten Sinne des Wortes die Luft und die Bewegung. Carmen Winter, Beigeordnete der Stadt Annweiler, ist besorgt um den Zustand des Weihers, denn die hohen Temperaturen fordern ihren Tribut. Da hilft auch die große Wasserfontäne inmitten des bei vielen Einheimischen und Touristen beliebten Teichs nicht. Auch die bisher eingesetzten Teichlüfter, deren Betriebsgeräusche teils auch die Anwohner stören, können nicht den gewünschten Erfolg bringen, da sie wegen der Beschwerden nicht rund um die Uhr laufen können, was dringend vonnöten wäre. „Es besteht dringender Handlungsbedarf und wir haben auch eine Idee“, betont Carmen Winter.

Kein Wasseraustausch mehr

Dass etwas nicht stimmt, sieht man dem Schwanenweiher schon mit bloßem Auge an. Denn besonders an heißen Tagen ist die Algenblüte auf dem etwa 1,20 Meter tiefen Gewässer weithin sichtbar. Der Grund dafür ist einfach: Dem künstlich angelegten Weiher fehlt schlicht und ergreifend eine natürliche Zirkulation. Der Abbau der Schlammschicht im unteren Teil des Weihers klemmt. „Aktuell haben wir 24 Grad Wassertemperatur“, sagt Kerstin Reddig vom Bauamt der Verbandsgemeinde Annweiler. „Es findet kein Wasseraustausch statt, es fehlt der Sauerstoff. Das ist ein Problem.“ 24 Grad Celsius betrage aktuell die Temperatur des Gewässers. Deutlich zu warm.

Der Schwanenweiher ist im Prinzip das letzte Glied der Kette, denn in der Markwardanlage gibt es noch zwei weitere Weiher. Einen am dortigen Restaurant und einen an der Minigolfanlage – und deren Zustand ist ebenfalls nicht prickelnd. Alle drei sind gepachtet vom Angelsportverein, der dort einen großen Fischbestand (Karpfen, Zander und auch Störe) hält. Der Zufluss aus der Bindersbacher Quelle ist sichtbar schwach und reicht bei weitem nicht aus, um in dem Weihern für Bewegung zu sorgen.

Der Zufluss aus dem Bindersbach wird immer weniger.
Der Zufluss aus dem Bindersbach wird immer weniger.

Um dem Problem Herr zu werden, wurden nun von einem Arbeitskreis Maßnahmen angestoßen, die dem Weiher neues Leben einhauchen sollen. Das Ausbaggern des Schwanenweihers würde nach Angaben von Kerstin Reddig rund 100.000 Euro verschlingen. Deshalb sei ein solarbetriebenes Zirkulationssystem die bessere Lösung. Über einen Saugschlauch werde eine natürliche Strömung erzeugt und so der Schlammabbau kontinuierlich vorangetrieben.

„Diese schwimmende Insel ließe sich beispielsweise mit Schilfpflanzen tarnen und ist auch von Geräuschkulisse leiser als die bisher eingesetzten Teichlüfter.“ Auf diese Weise käme wieder kälteres Tiefenwasser an die Wasseroberfläche und das Oberflächenwasser würde verdrängt werden. „Wir wollen versuchen, auch an Fördermittel zu kommen.“ In einem zweiten Schritt soll der in Beton eingefasste Schwanenweiher dann eine naturnah gestaltete Böschung erhalten. Auch die Sandfänge müssen regelmäßig gereinigt werden. Vorstellbar sei auf lange Sicht auch eine Renaturierung des Binderbachs würde die Fließgeschwindigkeit erhöhen. Hier wäre eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Annweiler und der Verbandsgemeinde nötig.

In der Markwardanlage gibt es insgesamt drei Weiher. Alle sind in schlechtem Zustand.
In der Markwardanlage gibt es insgesamt drei Weiher. Alle sind in schlechtem Zustand.

Was passiert eigentlich, wenn ein See kippt? Bei diesem Szenario kommt das Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Kippt der See, dann ist das Gewässer tot. Der fehlende Sauerstoff macht Leben in ihm unmöglich. Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann gelöst werden. Heizt die Sonne das Gewässer auf, so wie es derzeit der Fall ist, wird nicht nur weniger Sauerstoff gelöst, die darin lebenden Fische veratmen gleichzeitig auch mehr.

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