Annweiler Neue Frischluftspender für Schwanenweiher

Beigeordnete Carmen Winter (links) und Kerstin Reddig von der Verbandsgemeinde planen das neue Belüftungsprogramm für den Schwan
Beigeordnete Carmen Winter (links) und Kerstin Reddig von der Verbandsgemeinde planen das neue Belüftungsprogramm für den Schwanenweiher.

Dem Schwanenweiher im Annweilerer Kurpark fehlt die Luft zum Atmen. Schon seit Jahren droht er, im Sommer umzukippen. Die bisherige Lösung konnte nicht überzeugen. Nun will die Stadt etwas Neues versuchen. Das verspricht, effektiv und trotzdem kostengünstig zu sein.

In den warmen Monaten heißt es für den großen Weiher und die zwei kleinen Nebenteiche in der Markwardanlage: Alarmstufe Rot. Die Zirkulation des Gewässers kommt dann nahezu zum Erliegen. Dem Nass fehlt es dadurch an Sauerstoff, die Wassertemperatur steigt bedrohlich, die Algenblüte schießt in die Höhe. Um ein Umkippen zu verhindern, drehten seit ein paar Jahren zwei kleine Belüftungsroboter ihre Runden. Diese retten die Gewässer zwar vorm Erstickungstod, aber verbrauchen massig Strom und sind wegen ihrer Lautstärke ein Ärgernis für die Anwohner des Parks.

Deswegen hatte sich ein städtischer Arbeitskreis unter Federführung der Beigeordneten Carmen Winter schon eine Weile Gedanken gemacht, welche Alternative man nutzen könnte. Nach unserer Berichterstattung im vergangenen Sommer über das Problem hatte sich ein Gewässerexperte bei der Stadt gemeldet und vorgeschlagen, den Wasserstrahl der Fontäne nicht mehr nach oben auszurichten, sondern stattdessen nach unten in den Weiher hinein, um damit für Bewegung im Wasser zu sorgen. Doch diese Lösung habe nicht geklappt, berichtet Winter. Aufgrund des Betonkranzes der Fontäne wäre eine Umleitung zu kompliziert gewesen, außerdem wolle man auch nicht auf die Optik des in die Luft springenden Wassers verzichten.

Umwälzpumpen zu teuer für Stadt

Als Ersatz für die mobilen Teichlüfter waren zuletzt zwei solarbetriebene Umwälzpumpen von Aquamotec angedacht. Doch diese hätten mit zusammen 25.000 Euro einen stolzen Preis, den sich die finanzschwache Stadt wohl nur hätte leisten können, wenn sie an eine Förderung herangekommen wäre. Doch durch den Tipp eines RHEINPFALZ-Lesers ist die Stadt nun noch auf eine andere Möglichkeit aufmerksam geworden, die auch schon beim Landesfischereiverband in Baden-Württemberg erfolgreich angewandt worden sei. „Die haben ähnlich große Fischteiche und benutzen Teichpumpen von Oase, die 11.000 Liter Wasser pro Stunden umwälzen können“, berichtet Winter.

Zwei Exemplare davon will die Stadt jetzt anschaffen: eines für den großen und eines für den kleinen Weiher. Und das Beste: Diese kosten nur rund 700 bis 800 Euro pro Stück. Das freut die Verwalter des löchrigen Stadtsäckels. Die Verbandsgemeinde-Verwaltung mache aktuell die Ausschreibung. Aber bis zum Sommer sollten die neuen Teichpumpen im Einsatz sein und damit die Zeit der Belüftungsroboter beendet. Geprüft werde gerade auch, ob die Sauerstoffspender mit einem Solarbetrieb ausgestattet werden können. „Das wäre natürlich optimal“, so Winter.

Weiteres Hilfspaket

Kurzfristig hat die Stadt noch ein weiteres Hilfspaket geschnürt: So bekomme der Bindersbach im Frühjahr beim Restaurant Umoya einen Bypass, um die Fließgeschwindigkeit des Zulaufs für den Weiher zu erhöhen. Und am Uferrand der Teiche würden Schilf und andere Pflanzen in die Erde gesetzt, die zur Gewässerreinigung beitragen, sagt Winter. Dafür ist ebenfalls im Frühjahr eine Pflanzaktion geplant.

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