Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Lobende Erwähnung: Gasthaus zum Adler im Guide Michelin

Franziska (links) und Christine Baumann in der Küche. Auf dem Teller: Teres Major Steak mit roter Paprika, Chimichurri, Brombeer
Franziska (links) und Christine Baumann in der Küche. Auf dem Teller: Teres Major Steak mit roter Paprika, Chimichurri, Brombeere und Sellerie.

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung wird das Gasthaus zum Adler in Klingenmünster im prominenten Gastronomieführer erwähnt. Die Chefinnen erfuhren per Zufall davon.

Gerade einmal ein halbes Jahr liegt zwischen der Eröffnung des Gasthauses zum Adler und der lobenden Erwähnung im Guide Michelin. Die beiden Chefinnen, Christine und Franziska Baumann, freuen sich darüber und denken schmunzelnd daran zurück, wie sie überhaupt davon erfahren haben.

„Ein Ehepaar stand vor unserem Tor und hat sich die Speisekarte angeschaut. Sie hätten von uns im Michelin gelesen, war ihre Antwort, als ich sie fragte, wie sie auf uns gekommen sind“, erzählt Franziska Baumann. Da habe sie zum ersten Mal davon gehört, da Michelin selbst sich erst später bei ihnen meldete, um nach Fotos und Infos für den entsprechenden Eintrag zu fragen.

In weiteren Gastronomieführern erwähnt

Die Erwähnung im Michelin, der damit auf Neuentdeckungen in der Gastronomieszene aufmerksam macht, heißt nicht, dass sie nun einen Stern bekommen haben, möchten die Schwestern klarstellen. Das sei auch gar nicht ihr Ansinnen. Aber alleine schon die Erwähnung sei eine schöne Anerkennung für ihre Arbeit und eine gute Werbung für ihr Lokal. Außer dem Gasthaus zum Adler ist auch das „Tischlein Deck Dich by Lilly“ in Siebeldingen im Guide Michelin lobend erwähnt.

„Kurz danach sind wir auch in anderen Gastronomieführern wie dem Großem Guide und dem Schlemmeratlas aufgetaucht“, sagt Christine Baumann, die für die Küche verantwortlich ist. Jeden Monat gestaltet sie eine neue Speise- und Menükarte. Aktuell finden sich dort unter anderem Maishähnchen mit Salsa Verde, Stangenbohnen und Polenta und Ricottagnocchi mit Salsa Criolla, Pak Choi und Erdnuss. Die Zutaten für die Gerichte stammen überwiegend aus der Region, inspiriert sind sie von der lateinamerikanischen Küche. Franziska Baumann hatte mehrere Jahre in Guatemala gelebt, bevor sie mit der Familie zurück in die Südpfalz zog, um das Familienunternehmen im Landeckdorf zusammen mit ihrer Schwester fortzuführen.

„Neuer Schwung“ im Traditionshaus

Die Michelin-Tester, die bekannterweise inkognito unterwegs sind, waren überzeugt – von dem Menü und von dem atmosphärischen Gastraum, den die beiden Schwestern nach der langen Renovierungszeit geschaffen haben. Wer der heimliche Besucher war, wissen Christine und Franziska Baumann nicht. „Wir haben im Nachhinein schon überlegt, wer es gewesen sein könnte, wissen ja aber nicht einmal, wann der oder die Personen da waren“, sagt Franziska Baumann.

Die lobende Erwähnung im Michelin attestiert den Betreiberinnen einen „neuen Schwung“ im traditionsreichen Gasthaus. „Während Christine Baumann am Herd die Pfälzer Heimat hier und da mit lateinamerikanischen Akzenten spickt, kümmert sich Franziska Baumann freundlich um die Gäste. Zur saisonal geprägten Küche serviert man regionale Weine. Ansprechend auch das modern-reduzierte Design, das gelungen freigelegten alten Sandstein und Holzbalken an der Decke einbindet“, heißt es.

Ob der Michelintester nochmal kommt?

Christine und Franziska Baumann sind generell zufrieden mit dem ersten Jahr im Adler. Sie bekämen viel Zuspruch und positive Rückmeldungen. An ihrem Gastronomiekonzept wollen sie festhalten, ebenso an dem traditionsreichen Namen ihres Restaurants. „Manchmal kommen Leute, die denken, in einem südpfälzischen Gasthaus zum Adler gibt es ja wohl Schorle, Bratwurst und Saumagen.“ Wenn sie dann auf die Speisekarte schauten und feststellten, dass dem nicht so ist, gingen sie wieder. „Das ist vollkommen in Ordnung. Sie werden ja woanders im Ort fündig“, erzählt Christine Baumann. Wie es in Sachen Michelin-Stern nun weiter geht, ob und wann der Testesser nochmal vorbei schaut, wissen die Schwestern nicht – und lassen es einfach mal auf sich zukommen.

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