Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Gasthaus zum Adler zu neuem Leben erweckt

Ein kulinarisches Gastspiel hatten Christine (links) und Franziska Baumann bereits im Sommer 2021 im Weingut Porzelt. Nun begrüß
Ein kulinarisches Gastspiel hatten Christine (links) und Franziska Baumann bereits im Sommer 2021 im Weingut Porzelt. Nun begrüßen sie Gäste in ihrem eigenen Lokal an der Weinstraße.

Vier Jahre lang war das Lokal geschlossen. Nun ist das Gasthaus Zum Adler wieder eine Adresse für Menschen, die in der Weinstraße in Klingenmünster einkehren möchten. Dafür haben sich zwei Schwestern ins Zeug gelegt.

Geschafft, aber glücklich – das ist Christine und Franziska Baumann deutlich anzumerken. Für die beiden Schwestern wurde es zu einem Kraftakt, das Gasthaus zum Adler in Klingenmünster wieder zum Leben zu erwecken. Länger als gedacht haben sie sich dafür im Innen- und Außenbereich des Lokals ins Zeug gelegt. Und dabei mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen gehabt, die den Neustart verzögerten.

Neben den coronabedingten Lieferengpässen in der Baubranche hatten sie es schwer, qualifizierte Handwerker zu finden. Die Baumanns berichten, dass einer bei den Arbeiten sogar gepfuscht habe. Sie konnten sich zwar außergerichtlich einigen, die Fehler aber zu beseitigen und das Versäumte nachzuholen, habe zusätzlich Zeit gekostet. Wie so oft bei Projekten in Altbauten machten ihnen auch unvorhergesehene Dinge zu schaffen. So mussten sie beispielsweise einen Wasserschaden beheben, bevor sie die Pflasterarbeiten im Innenhof angehen konnten. Zudem sei es aufwendiger, im Innenbereich eine Sandsteinmauer oder die Holzbalken an einer Decke offenzulegen, als sie zuzmachen. Wobei sich die Mühe gelohnt hat. Auch weil dadurch sichtbar wird, welch Historie sich hinter dem Lokal im Landeckdorf verbirgt.

Von der Baustelle in den Gaststättenbetrieb

1748 erstmals urkundlich erwähnt, befand es sich seit 1869 in Familienhand. Zuletzt hatte die Tante der beiden Hainfelderinnen Gäste versorgt, und zwar ganze 40 Jahre lang. Im Frühjahr 2019 setzte sie sich zur Ruhe, die nächste Generation steht nun in Küche und im Service. Seit einem Monat haben die Schwestern geöffnet. Allerdings müssen sie sich beide noch etwas an ihren neuen Alltag gewöhnen, wie Christine und Franziska Baumann berichten. Zwar sind sie schon seit mehr als einem Jahr an Ort und Stelle tätig. Nur war es eine lange Zeit eine Baustelle. Und kaum war diese beendet, haben sie schon den Betrieb hochgefahren.

Gefreut haben sie sich über die Glückwünsche zu ihrem Start. Viele Menschen hätten auch auf ihrem Auftritt in den sozialen Netzwerken, konkret Instagram, mitverfolgt, wie die Arbeiten vorangehen und der Eröffnung entgegenfiebert. Den Instagram-Kanal nutzen sie nach wie vor, um Interessierte auf den Geschmack ihrer Küche zu bringen, für die Christine Baumann zuständig ist. Sie hat unter anderem im Sternerestaurant Erfahrung gesammelt und durch den Sieg bei einem renommierten Wettbewerb für Nachwuchsköche auf sich aufmerksam gemacht.

Saisonale Küche mit lateinamerikanischer Note

Sie verspricht eine monatlich wechselnde Speise- und Menükarte, mit Zutaten, die hauptsächlich aus der Region stammen und verfeinert werden mit einer exotischen Note, etwa mit Macadamia oder Koriander. Mit einem gewissen Etwas also, das auf Lateinamerika anspielt. Das kommt nicht von ungefähr: Franziska Baumann lebte zwölf Jahre in Guatemala, in der Heimat ihres Mannes, bevor sie mit ihm in die Südpfalz zurückkehrte, um mit ihrer jüngeren Schwester den Familienbetrieb in die nächste Generation zu überführen. Dies war ein Herzenswunsch von Christine Baumann, die als Köchin als einzige von fünf Geschwistern im Gastgewerbe Fuß fasste. Franziska Baumann studierte Betriebswirtschaftslehre und war unter anderem für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit im Ausland tätig.

Plus/minus 25 Gäste begrüßen die Chefinnen mittwoch- bis samstagabends in ihrem Restaurant. Um zu vermeiden, dass Gäste mangels Sitzplätzen enttäuscht davonziehen, empfehlen sie ihnen eine Reservierung, idealerweise online, wo sie ohnehin am besten erreichbar sind. Schließlich haben sie neben dem Gaststättenbetrieb viel zu tun. Länger beschäftigt sein werden die Baumanns etwa damit, im Obergeschoss ihre künftigen Wohnungen herzurichten und damit im hinteren Bereich des Anwesens Platz für eine Ferienwohnung zu gewinnen. Die Scheune muss aufgeräumt und aufgehübscht werden, um sie ab Sommer für besondere Anlässe zu bespielen.

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