Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde klotzt: Millionen für Neubau-Offensive

Links neben der Queichtalhalle entsteht eine neue Turnhalle, gegenüber, wo noch zwei Bauten stehen, wird die neue Festhalle erri
Links neben der Queichtalhalle entsteht eine neue Turnhalle, gegenüber, wo noch zwei Bauten stehen, wird die neue Festhalle errichtet.

Offenbach investiert im großen Stil. Fast 20 Millionen Euro werden die beiden Neubauten kosten, die insbesondere das Vereinsleben fördern sollen. Nun gibt es Überraschungen.

Die Bundesregierung möchte mit einem gigantischen Schulden-Projekt die Infrastruktur wieder auf Vordermann bringen. In Offenbach ist man da schon längst weiter. Nicht einmal zehn Jahre wird die Gemeinde am Ende benötigen, um das, was das Dorfleben ausmacht, neu zu bauen. Bis dahin wird sich das Umfeld des Rathauses noch stark verändern.

So wird in absehbarer Zeit das alte Rathaus abgerissen, das 2022 durch einen Neubau ersetzt wurde. Dieser ist gleich nebenan. Was aus den Flecken wird, wo der Altbau noch steht, ist noch nicht entschieden. Zuletzt war die Idee eines Bürgergartens aufgekommen.

Das neue Rathaus (im Bild oben) und das benachbarte alte Rathaus aus der Vogelperspektive.
Das neue Rathaus (im Bild oben) und das benachbarte alte Rathaus aus der Vogelperspektive.

Im Frühjahr dieses Jahres begann dann der Bau der neuen Turnhalle, sie entsteht in direkter Nachbarschaft zur Queichtalhalle. Die Pfeiler stehen bereits. Bis zum Spätjahr 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein. Gedacht ist es vor allem für die Vereine, damit sie sich bei ihren Trainingszeiten am Nachmittag nicht gegenseitig in die Quere kommen. Vor einem Jahr schon hat man dem örtlichen Fußballverein einen neuen Platz übergeben, ein Kunstrasen-Kleinspielfeld, um für bessere Bedingungen zu sorgen. Kostenpunkt: rund 750.000 Euro.

So sieht der Entwurf der neuen Festhalle aus.
So sieht der Entwurf der neuen Festhalle aus.

2026 soll Bau der Festhalle beginnen

Nun rückt der Bau der neuen Festhalle näher. Sie soll gegenüber der Queichtalhalle, am Rande des Stadions entstehen. Sie soll nicht nur den Altbau in der Hauptstraße ersetzen, dessen Sanierung so teuer gewesen wäre, dass diese nicht als wirtschaftlich angesehen wurde. Durch die neue Festhalle bekommt man alle Vereine unter einem Dach. Viele von ihnen sind bislang im Ort verteilt, nutzen dabei Räume, die inzwischen sanierungsbedürftig oder bald nicht mehr nutzbar sind.

Nun gab es für die Gemeinde die lang ersehnte Landesförderung für den Bau der neuen Festhalle. Fast drei Millionen Euro werden aus Mainz zum Projekt beigesteuert. Bei geschätzten Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro ist jede Unterstützung wertvoll, teilt Ortschef Simon Wingerter (FWG) mit.

Die Zeit der Turn- und Festhalle in Offenbach ist abgelaufen.
Die Zeit der Turn- und Festhalle in Offenbach ist abgelaufen.

Geduldsspiel bei den Förderanträgen

So sehr man sich über die Zuwendung freut: Zur Wahrheit gehört auch, dass es am Land und seinen Behörden lag, dass man länger an der neuen Festhalle planen und damit auch typische Preissteigerungen im Bausektor hinnehmen musste. Bei der Übergabe des Förderbescheids durch Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) wurde betont, wie schwierig es war, die Genehmigung zu bekommen. Es seien jede Menge Gutachten angefordert worden. „Da mussten wir um jeden Quadratmeter kämpfen, um überhaupt in die Förderung zu kommen“, hieß es.

Und als man nach sechs Jahren Planung so weit war, um beim Land den Förderantrag zu stellen, ging die Gemeinde leer aus. Es waren mehr Anfragen aus den Kommunen gestellt worden, als das Land Geld im Fördertopf hatte. Nun aber hat es im zweiten Anlauf geklappt mit dem Zuschuss aus Mainz. Somit kann man dem Baustart im Januar 2026 gelassener entgegensehen. 2028 soll Einweihung sein. Bis dahin will man auch an anderer Stelle eine Baustelle weniger haben. Gemeint ist das Queichtalbad, wo die Umkleiden und der Sanitärtrakt erneuert werden sollen.

Auch bei Energiewende erfolgreich

Mit dem Bau der Festhalle geht auch der besagte Standortwechsel an den Konrad-Lerch-Ring einher. Die Lösung hat auch deshalb Charme, weil das Objekt ebenso wie die anderen umliegenden öffentlichen Gebäude an das Kalte Nahwärmenetz angeschlossen wird. Noch so ein Projekt, das zeigt, wie weit man in Offenbach ist, in diesem Fall bei der lokalen Energiewende.

Mit dem Kalten Nahwärmenetz macht sich die Gemeinde unabhängig von fossilen Brennstoffen. Gegenüber konventionellen Wärmenetzen hat es den Vorteil, dass es mit geringerer Betriebstemperatur auskommt. Bedient wird sich der Wärme des Erdreichs, die ganzjährig bei 10 bis 12 Grad liege. Als Wärmequellen dienen unter anderem Grundwasserbrunnen. Mittels Wärmepumpe wird dann die Erdwärme an den Immobilien auf Heiztemperatur gebracht.

Parkplatz-Frage wurde diskutiert

Immerhin muss die Gemeinde beziehungsweise die Verbandsgemeinde trotz der beiden Neubauten keine neuen Parkplätze schaffen. Üblicherweise müssen das Bauherren zwar tun. In Offenbach war man aber der Ansicht, dass man mit den knapp 1000 Stellplätzen, die sich am Queichtalbad beziehungsweise an der Feuerwehr befinden, genug Parkmöglichkeiten habe. Da nicht alle Gebäude zur gleichen Zeit besucht werden, das Freibad ohnehin nur im Sommer besucht wird. Es gab zwar eine Debatte mit der Kreisverwaltung, die die Sache anfangs anders bewertete und rund 100 neue Parkplätze forderte, sich aber später mit der Kommune darauf verständigte, es so zu belassen.

Glück könnte die Gemeinde auch bei den Baukosten haben. Wie Wingerter berichtet, hat man beim Bau der neuen Sporthalle bislang die Hälfte der Bauaufträge verteilt. Mit dem Ergebnis, dass die Kosten etwa 20 Prozent geringer ausfallen als angenommen. Das lässt hoffen, dass die Gemeindekasse etwas geschont wird.

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