Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Der Hornbach-Effekt: Der Offenbacher Bauboom hat viele Gründe

2022 konnte die Offenbacher Verwaltung ihren Neubau beziehen.
2022 konnte die Offenbacher Verwaltung ihren Neubau beziehen.

Offenbach baut und baut. Das ist allerdings nicht das Verdienst der Politik, sondern vor allem der Unternehmen im Ort.

Wenn man sieht, wie sich Offenbach baulich entwickelt, kann man schon neidisch werden. Während Orte wie Bad Bergzabern darauf achten, die Schwimmbecken wegen des Spardrucks nicht zu stark zu beheizen, Annweiler gar auf Weihnachtsdeko jahrelang verzichtet hat, weil kein Geld da war, wird in Offenbach wie verrückt in Neubauten investiert.

Es ist nicht lange her, dass die Verwaltung ein neues Rathaus beziehen konnte. Einen Neubau, den man sich satte sechseinhalb Millionen Euro kosten ließ. Nun entstehen gegenüber zwei Gebäude, mit denen man das Vereinsleben fördern möchte. Die Kosten für den Bau der neuen Festhalle und der benachbarten Sporthalle: geschätzt etwa 18 Millionen Euro. Wenn man die Millionen abzieht, die die Verbands- beziehungsweise die Ortsgemeinde vom Land für die Bauprojekte bekommt, bleibt immer noch ein Sümmchen übrig, das erst mal finanziert werden muss.

Dass Offenbach derart klotzen kann, ist nicht der lokalen Politik zu verdanken, sondern den Steuerzahlern, vor allem den starken Unternehmen im Ort. Zwar müssen die politischen Gremien den Mut haben, die Projekte in Angriff zu nehmen. Die Entscheidungen fallen aber deutlich einfacher, wenn genug Geld in der Kasse ist, man Riesen wie Hornbach oder den weltweit führenden Wellpapphersteller Progroup als Gewerbesteuerzahler hat.

Dass Offenbach ein beliebter Wirtschaftsstandort ist, hat viele Gründe. Die Gemeinde liegt strategisch günstig. Die Nähe zu Landau, insbesondere zur A65, hilft sehr, Firmen anzulocken. Diese kommen zudem aus unterschiedlichen Branchen, sei es aus dem Bereich Automobil, Kunststoffproduktion oder Mess- und Regeltechnik. Wenn ein Unternehmen schwächelt, gleicht das ein anderes aus.

Offenbach ist – wirtschaftlich betrachtet – derzeit das Glückskind unter den SÜW-Gemeinden. Hoffentlich investiert die Kommune auch weiterhin klug in den Ort. Denn Geld ist kein Zustand, es muss immer wieder neu erwirtschaftet werden. Leider haben das Politiker nicht immer im Hinterkopf.

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