Sembach
Gewerbepark Sembach: Flächenverkauf ist angekündigt – doch wann geht’s los?
Was tut sich im Gewerbepark Sembach? Sind inzwischen schon wieder Grundstücke verkauft? Nach jahrelangem Stillstand gab es im Januar 2026 die gute Nachricht für die Wirtschaft in Stadt und Kreis Kaiserslautern: Die Vermarktung von Grundstücken auf dem ehemaligen US-Militärflugplatz geht weiter. Die Grundstücke sollten noch im ersten Halbjahr 2026 angeboten werden. Dies hatte BundesImmobilen (BImA), die Eigentümerin des Areals, seinerzeit mitgeteilt. Etwa 30 Hektar sollen noch entwickelt werden.
Doch verkauft ist bisher noch nichts – das lässt sich jedenfalls aus der Antwort der BImA auf eine entsprechende RHEINPFALZ-Anfrage schließen. Nach wie vor sei man dabei, den „Verkauf der ersten Flächen noch vorzubereiten“, heißt es zu dem aktuellen Stand. Diese sollen aber „voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2026“ am Markt angeboten werden. Zum Start der Vermarktung will die Behörde entsprechende Angebote in den lokalen Medien und auf ihrer Homepage inserieren.
Vorgaben, weil Böden mit Chemikalien belastet sind
Weil die Böden des Geländes mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastet sind, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD Süd) bestimmte Vorgaben – ein Bodenmanagement und einen Sanierungsbescheid – erlassen, die bei der Vermarktung zu beachten sind. Dabei geht es vor allem darum, wie mit dem kontaminierten Material auf dem Gelände umgegangen werden soll. Laut des Bebauungsplans sollen 80 Prozent der Fläche durch Überbauung oder mit Verkehrsflächen versiegelt werden, um ein Auswaschen der PFAS in die Böden und somit ins Grundwasser zu verhindern. Die restlichen 20 Prozent, die nicht versiegelt werden können, sollen mit Mutterboden abgedeckt werden, hatte SGD-Präsident Hannes Kopf Ende 2025 erläutert. Vorgesehen ist, mit PFAS belastete Erde unter Bauwerken einzubauen beziehungsweise auf dem Gelände auf Erdhaufen zu schichten und mit einer Abdeckung speziell zu sichern – so lange, bis die Erde wieder zum Einbau vor Ort benötigt wird. Weitere Flächen will die BImA dann nach Baufortschritt der Bodenumlagerungen anbieten, informiert sie.
Arbeiten an Grundwassermessstellen fast abgeschlossen
Die Arbeiten an den weiteren Grundwassermessstellen, die die BImA zurzeit auf dem Gelände bauen lässt, sind fast abgeschlossen. Die Daten, die dabei erhoben werden, sollen weiteren Aufschluss über die Grundwasserverhältnisse und die Belastung des Untergrunds mit PFAS geben.
Der Gewerbepark Sembach hat eine große Bedeutung für den Landkreis und die Stadt Kaiserslautern: Er ist zurzeit das einzige Industriegebiet, das noch größere zusammenhängende Flächen bietet. Das Gelände wurde bis 1995 von den US-Amerikanern als Militärflugplatz genutzt. Diese setzten Löschschäume bei ihren Übungen ein, die per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) enthalten. Das sind industriell hergestellte Stoffe, die wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften sowie ihrer Stabilität und Langlebigkeit eingesetzt werden. Laut Bundesumweltministerium können die „Ewigkeitschemikalien“ die Gesundheit beeinträchtigen.
Lesen Sie auch: Gewerbepark Sembach: Klärung der Haftungsfrage bei Grundwasser verleiht Schub
Gewerbepark Sembach: Mit der Vermarktung lassen sich gleich zwei Probleme lösen