Kommentar
Werden Firmen noch lange warten?
Nachdem vor Jahren PFAS in einem Brunnen in Mehlingen nachgewiesen wurden, wurde die Vermarktung des Gewerbeparks in Sembach vorerst auf Eis gelegt. In Abstimmung mit der SGD Süd ließ die BImA, der das Gelände gehört, den ehemaligen US-Militärflughafen umfassend untersuchen. Das Ergebnis des Gutachtens, das der Öffentlichkeit vor einem Jahr vorgestellt wurde, war: Ein Großteil der Fläche wird durch Bebauung versiegelt, die Vermarktung geht weiter. Dazu kam der ganz entscheidende Punkt, dass die Käufer von Grundstücken von der Haftung für das Grundwasser freigestellt werden. Gut für die Firmen, die im Gewerbepark bauen wollen, gut für die Region wegen der Arbeitsplätze und gut für die Umwelt. „Win-win!“, sollte man meinen. Doch so einfach ist es nicht. Eine große Rolle spielt auch der belastete Boden, der bei einer Bebauung bewegt wird. Daher ist es absolut richtig, dass zum Schutz von Mensch und Umwelt bodenschutzrechtliche Fragen geklärt werden. Auch für die künftigen Eigentümer ist es wichtig, im Voraus zu wissen, was alles auf sie zukommen kann. Möglicherweise ist ausgerechnet das Grundstück, das sie sich ausgesucht haben, stark mit den Chemikalien belastet?
Jedoch wäre es gut, wenn diese bodenschutzrechtlichen Fragen zügig geklärt werden könnten. Wie lange werden große, überregional tätige Immobilienentwickler noch warten, bevor sie sich möglicherweise einen anderen Standort suchen? Und auch für die Firmen, die bereits im Gewerbepark angesiedelt sind und die eine Betriebserweiterung anstreben, wäre das wichtig.
