Sembach
Gewerbepark: Weitere Grundwasser-Messstellen kommen
Die Untersuchungen im Gewerbepark Sembach, der mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastet ist, werden jetzt fortgesetzt. Was geplant ist.
Das Industriegebiet liegt auf dem Areal des ehemaligen US-Militärflughafens und gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese will noch rund 30 Hektar des Areals für Gewerbeflächen entwickeln. Im Februar sollen dort weitere Grundwasser-Messstellen gebaut werden. Der Auftrag dafür wurde inzwischen an ein Bohrunternehmen vergeben. Das bestätigte die BImA auf Anfrage der RHEINPFALZ.
Bei den Chemikalien handelt es sich um industriell hergestellte Stoffe, die sich unter anderem in Löschschäumen befinden. Diese hatten die Amerikaner, die das Gelände zwischen 1953 und 1995 nutzten, bei ihren Übungen eingesetzt. Die Daten, die bei den Messungen erhoben werden, sollen weiteren Aufschluss über die Grundwasserverhältnisse und die Belastung des Untergrunds geben.
Vermarktung stockt seit 2019
Dass weitere Messstellen eingerichtet werden sollen, war bereits bei einer Infoveranstaltung zur PFAS-Belastung in dem Gewerbepark im September 2023 angekündigt worden. BImA und die zuständige Genehmigungsbehörde SGD Süd hatten damals die Ergebnisse einer großen Untersuchung vorgestellt, die in 2021 dort durchgeführt wurde. Bei der Erkundung hatte es sich erstmals um eine umfassende, systematische Analyse des Geländes gehandelt. Doch was den Bau der weiteren Messstellen angeht, kam es zu Verzögerungen, weil die Bohrunternehmen, die diese spezifischen Arbeiten ausführen können, ausgelastet gewesen seien, so die BImA.
Seit dem Jahr 2019 stockt die weitere Vermarktung des Geländes, obwohl die Nachfrage von Firmen nach Flächen dort hoch ist. Grund dafür ist auch, dass bisher noch nicht alle bodenrechtlichen Fragen geklärt sind. Dies hatte die zuständige Genehmigungsbehörde SGD Süd im Oktober auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt. Diese beziehen sich vor allem auf die Bewegung der möglicherweise mit PFAS belasteten Böden bei Bauarbeiten.
Am Rahmensanierungsplan wird gearbeitet
Doch auch was das angeht, scheint jetzt Bewegung in die Sache zu kommen: Ihren Angaben zufolge ist die BImA gerade dabei, einen Rahmensanierungsplan für das Areal erstellen zu lassen. Dieser soll als Grundlage für die weiteren Abstimmungen mit der SGD Süd dienen. „Wir haben im Dezember weitere Untersuchungsergebnisse aus Bodenuntersuchungen an die SGD Süd übermittelt, die auch Grundlage für den Rahmensanierungsplan sind. Die Bearbeitung des Rahmensanierungsplans durch den beauftragten Gutachter nimmt jedoch noch etwas Zeit in Anspruch“, schreibt die Behörde zum aktuellen Stand. Der Entwurf solle der BImA bis Februar vorgelegt werden. Nach der Prüfung lege die BImA den Rahmensanierungsplan dann der SGD Süd vor. „Wir hoffen, dass im Anschluss mit der SGD Süd zügig eine Einigung darüber erzielt werden kann“, heißt es von der BImA. Die Vermarktung der Grundstücke werde wieder aufgenommen, sobald die Abstimmungen mit der SGD Süd zum Rahmensanierungsplan erfolgt seien.