Sembach RHEINPFALZ Plus Artikel Nach jahrelangem Stillstand: Die Vermarktung des Gewerbeparks Sembach geht weiter

Am Tower des ehemaligen US-Militärflughafens, dem heutigen Gewerbepark Sembach, werden von einer Spezialfirma weitere Grundwasse
Am Tower des ehemaligen US-Militärflughafens, dem heutigen Gewerbepark Sembach, werden von einer Spezialfirma weitere Grundwassermessstellen errichtet.

Guten Nachrichten für die Wirtschaft in Stadt und Kreis Kaiserslautern: Im Gewerbepark Sembach sollen jetzt bald wieder Flächen verkauft werden. Wie der Stand ist.

Das Areal gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BundesImmobilen, vormals BImA), die noch etwa 30 Hektar des ehemaligen US-Militärflughafens entwickeln will. Die Vermarktung der ersten Flächen wird nach Informationen der BundesImmobilien zurzeit vorbereitet. Diese sollen im ersten Halbjahr 2026 am Markt angeboten werden.

Diese Nachricht wird ansiedlungswillige Firmen und Kommunalpolitik aufatmen lassen. Denn diese stehen bereits seit langem in den Startlöchern. Die Nachfrage nach freien Gewerbeflächen im Kreis und in der Stadt Kaiserslautern ist hoch und der Gewerbepark Sembach ist zurzeit das einzige Industriegebiet im Landkreis Kaiserslautern, das noch über größere zusammenhängende Flächen verfügt. „Wir wären sehr froh, wenn es mit der Vermarktung weitergeht und das Sanierungskonzept steht, damit die potenziellen Käufer wissen, was auf sie zukommt“, so Silke Brunck, Bürgermeisterin der VG Enkenbach-Alsenborn (SPD).

„Gute Nachricht für die Wirtschaftsregion“

Das sei eine gute Nachricht für die Wirtschaftsregion Kaiserslautern, kommentiert auch Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kaiserslautern Stadt und Landkreis (WFK) die aktuelle Entwicklung. „Wir sind glücklich, wenn wir neue Flächen anbieten können.“ Die Nachfrage von Firmen sei nach wie vor groß. Die WFK arbeite schon seit vielen Jahren in enger Kooperation mit der BundesImmobilien zusammen. „Jetzt benötigen wir noch einige Details zu den Verkaufsregularien und zu den konkreten Flächen, um den Verkauf an die Firmen zu unterstützen“, so Pongratz.

Der ehemalige Flugplatz der US-Streitkräfte in Sembach – im Bild der Tower – gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bu
Der ehemalige Flugplatz der US-Streitkräfte in Sembach – im Bild der Tower – gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BundesImmobilien). Diese will noch rund 30 Hektar des Areals für Gewerbeflächen entwickeln.

PFAS-Belastung stoppt die Vermarktung

Die Vermarktung von Grundstücken liegt im Gewerbepark bereits seit 2019 auf Eis. Der Grund: Die Böden des Geländes sind mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastet. Diese befanden sich unter anderem in Löschschäumen, die die Amerikaner bei ihren Übungen eingesetzt hatten. Um einen Überblick über das Ausmaß der Verunreinigung und mögliche Hotspots zu bekommen, veranlasste BundesImmobilien seinerzeit ein umfangreiches Gutachten, das 2023 vorgestellt wurde. Danach verzögerten ungeklärte bodenrechtliche Fragen zwischen der Eigentümerin und der Genehmigungsbehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), den weiteren Verkauf von Grundstücken. Diese sind laut BundesImmobilien jetzt im Wesentlichen geklärt.

Nach Auskunft von Hannes Kopf, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), geht es vor allem darum, wie mit dem kontaminierten Material auf dem Gelände umgegangen werden soll. Nach Vorgaben des Bebauungsplans sollen 80 Prozent der Fläche durch Überbauung oder mit Verkehrsflächen versiegelt werden, um ein Auswaschen der PFAS in die Böden und somit ins Grundwasser zu verhindern. Die restlichen 20 Prozent, die nicht versiegelt werden können, werden mit Mutterboden abgedeckt, erläutert Kopf. Da die Fläche nicht plan sei, müsse dabei teilweise in den anstehenden Boden eingegriffen werden. Vorgesehen ist, mit PFAS belastete Erde unter Bauwerken einzubauen beziehungsweise auf dem Gelände auf Erdhaufen zu schichten und mit einer Abdeckung speziell zu sichern – so lange, bis die Erde wieder zum Einbau vor Ort benötigt wird.

Darf die VG jetzt Glasfaser verlegen?

Wichtig ist die Klärung der bodenrechtlichen Fragen auch noch in einem anderen Zusammenhang: Die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn möchte im Gewerbegebiet schon lange Glasfaser verlegen. Laut Bürgermeisterin Brunck war dies aber bisher nicht möglich, weil dort keine Erde bewegt werden durfte. Das Anliegen sei bekannt, informiert BundesImmobilen zu diesem Punkt. Man arbeite in Abstimmung mit der SGD Süd an einer für alle Beteiligten praktikablen Lösung. Eine Möglichkeit sei, das im Zuge der Erdarbeiten anfallende Bodenmaterial auf Grundlage des Sanierungsplans zu behandeln. Dies müsse aber noch von der SGD Süd genehmigt werden.

Derzeit ist BundesImmobilen dabei, weitere Messstellen auf dem Gelände bauen zu lassen. Die Daten, die bei den Messungen erhoben werden, sollen weiteren Aufschluss über die Grundwasserverhältnisse und die Belastung des Untergrunds geben. In einer ersten Bohrkampagne wurden acht Grundwassermessstellen errichtet. In einer Zweiten sollen weitere Sechs dazukommen. Der Abschluss der Arbeiten ist bis Mitte des Jahres geplant.

x