Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Gewerbepark Sembach: Mit der Vermarktung lassen sich gleich zwei Probleme lösen

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Der Gewerbepark Sembach soll trotz der Belastung mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) weiter entwickelt und vermarktet werden. Das war eine gute Nachricht, die die Verantwortlichen am Donnerstagabend auf der Infoveranstaltung zum Gewerbepark verkünden konnten. Damit könnte man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dabei würde sowohl die Umwelt als auch die Wirtschaft profitieren: Denn Fachleute gehen davon aus, dass es besser ist, den belasteten Boden an Ort und Stelle zu lassen, anstatt ihn herauszuholen und abzufahren. Daher ist es sinnvoll, die Fläche abzudichten, zu bebauen und sie damit zu versiegeln. Daneben stünde dann wieder dringend benötigte Gewerbefläche in der Region zur Verfügung. Zumal es aus Umweltgründen auch nicht in Frage kommt, für Gewerbeflächen gutes Ackerland zu nehmen. Sorge, die Grundstücke dort nicht loszubekommen, besteht nicht, denn die Nachfrage nach dem Sembacher Gewerbepark ist laut der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kaiserslautern trotz des vorübergehenden Baustopps groß. Was bei vielen Firmen noch den letzten Ausschlag zur Ansiedlung geben dürfte, ist allerdings die Nachricht, dass sie, was belastetes Grundwasser angeht, aus der Haftungsfrage ’raus sind: Die Bima hat eine Vereinbarung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd getroffen, dass sie sich für die Grundwassersanierung verantwortlich zeigt. Ein entsprechender Vertrag ist auch mit der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn auf den Weg gebracht. Das gibt den Unternehmen mehr Planungssicherheit, falls die Chemikalien im Wasser nachgewiesen werden. Dass es im Gewerbepark Sembach nach Jahren des Stillstands endlich weiter geht, freut nicht zuletzt auch die Gemeinden Sembach und Mehlingen, die das Mehr an Gewerbesteuereinnahmen gut gebrauchen können.

Unbefriedigend ist allerdings, dass die Forschung bisher so wenig über die Wirkungsweise der PFAS weiß und es noch keine verbindlichen Bewertungskriterien gibt, ab welcher Konzentration die Chemikalien gesundheitsschädlich sind. Gerade was die Grundwasserversorgung angeht, macht das große Sorgen, wurde bei der Infoveranstaltung deutlich. Da müssen alle Verantwortlichen jetzt weiter dranbleiben!

Kindern die Chance zum Selbstständig werden geben

Und alle Jahre wieder nach den Ferien: Morgens spielen sich an vielen Schulen teilweise chaotische Szenen ab. Stoßstange an Stoßstange drängeln sich die Elterntaxis. Nicht alle, aber viele sind dabei ziemlich rücksichtlos. Das Paradoxe: Viele Eltern haben Angst, dass ihren Kindern auf ihrem Schulweg etwas passieren könnte. Durch das Verkehrschaos, zu dem sie beitragen, werden die Schüler aber erst recht gefährdet. Abgesehen vom Umweltgedanken. Denn tatsächlich könnten viele Kinder mit dem Bus und Zug fahren. Sich an einem heißen Sommertag mit anderen in den stickigen Bus quetschen? Bei Nieselregen bepackt mit Ranzen, Sporttasche und womöglich noch dem großen Zeichenblock unter dem Arm geklemmt, loslaufen? Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, fand ich das auch nicht immer spaßig. Was ich aber schön fand: Nach dem Unterricht auf dem gemeinsamen Schulweg noch Zeit mit meinen Freunden zu haben – und eigenständig zu sein. Den Schulweg selbst zu meistern, stärkt die Selbstständigkeit der Kinder. Diese Chance dazu sollte man ihnen lassen!

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