Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisverwaltung ordnet sich neu: Alle Mitarbeiter müssen demnächst umziehen

Dieses Gebäude in Rülzheim wird zwischenzeitlich Sitz des Landrats.
Dieses Gebäude in Rülzheim wird zwischenzeitlich Sitz des Landrats.

Eine weitere Entscheidung für die Zukunft der Kreisverwaltung stand jüngst im Kreistag an: Wohin werden die Mitarbeiter umziehen, zumindest übergangsweise?

Der Hauptsitz der Kreisverwaltung befindet sich zwar – noch – am Luitpoldplatz in Germersheim. Doch mit zunehmenden Aufgaben wuchs über die Jahre auch die Anzahl an Mitarbeitern, so dass die Verwaltung inzwischen acht Außenstellen im Stadtgebiet von Germersheim zählt. Dazu kommen noch die Zulassungsstelle in Kandel sowie die Außenstelle in Bellheim mit Katastrophenschutz und Schulabteilung. Zwar war zwischenzeitlich ein Neubau eben am Luitpoldplatz geplant, um möglichst viele Mitarbeiter wieder unter ein Dach zu bekommen. Doch dies erwies sich schließlich als zu teuer, die Pläne wurden 2023 vom Kreistag gestoppt.

Wer muss wann umziehen?

Angesichts der Finanzlage des Landkreises und der Sanierungsbedürftigkeit der Gebäude hat sich Landrat Martin Brandl (CDU) für einen anderen Weg entschieden: Es gibt weiter Außenstellen, wenn auch an anderen Orten und in moderneren Gebäuden. Da die Sparkasse Südpfalz den sogenannten 50er-Jahre-Bau kaufen will – der Kreistag hat dem Verkauf schon zugestimmt, eine Entscheidung des Verwaltungsrats der Sparkasse über den Ankauf soll am 18. März fallen – müssen zum Beispiel alle 120 Verwaltungsmitarbeiter der beiden Gebäude am Luitpoldplatz umziehen. Und das schon bald: Schon im dritten Quartal 2026, das ja am 1. Juli beginnt, soll das Gebäude abgerissen werden.

Auch das Verwaltungsgebäude von Nolte Möbel wird von der Kreisverwaltung angemietet.
Auch das Verwaltungsgebäude von Nolte Möbel wird von der Kreisverwaltung angemietet.

Langfristig soll auch das Gebäude in der 17er Straße in Germersheim aufgegeben werden, dort arbeiten derzeit 155 Frauen und Männer. Das ehemalige Altenheim stammt aus dem Jahr 1973. Die energetische Situation im Gebäude sei im Vergleich zu den Alternativstandorten schlechter, heißt es in den Unterlagen. Der Kreis zahle nahezu 200.000 Euro an Nebenkosten pro Jahr. Weitere Minuspunkte gibt es dafür, dass das Gebäude auch von der Caritas und einem Arzt genutzt werde und die „Situation vor den Aufzugsvorräumen sehr unbefriedigend“ sei.

Hier ist ein Überblick über die Umzugspläne:

Sparkasse wird zur Kreisverwaltung

Nach der Fusion der Sparkassen im Bereich Südpfalz wurde das Sparkassenhauptgebäude in Kandel der Kreisverwaltung Germersheim zum Kauf angeboten. Ein Kaufvertrag wurde im Dezember 2025 unterzeichnet. Unter anderem wird das Gesundheitsamt nach Kandel umziehen.

Da die Sparkasse Kandel das Gebäude teilweise selbst noch bis 30. Juni nutzt, können die größeren Umbauarbeiten der Kreisverwaltung erst ab dem dritten Quartal beginnen, heißt es in den Unterlagen des Kreistags. „Mit einem Umzug und Einzug der zirka 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im ersten Halbjahr 2027 zu rechnen.“

Ein Gebäude in Rülzheim

Das Gebäude in Rülzheim, vermietet von der Englert-Holding und zeitweise von ITK genutzt, verfügt über vier Geschosse plus Keller, wobei das dritte Geschoss nicht angemietet werden kann. Derzeit ist das Erdgeschoss von der Firma Kardex belegt, die jedoch noch im Laufe des Jahres ausziehen will. Wie im Sparkassengebäude Kandel soll auch hier ein sogenanntes Drei-Zonen-Modell umgesetzt werden, mit dem unter anderem die Kundenfreundlichkeit der Kreisverwaltung erhöht werden soll.

In einem ersten Schritt wurden der Kreisverwaltung die Etagen eins und zwei zur Miete angeboten. Für die Kreisverwaltung bedeute dies eine Nutzfläche von zirka 1657 Quadratmetern, heißt es in den Unterlagen. Die Kreisverwaltung kann in diesen beiden Etagen zirka 140 Mitarbeitende unterbringen. „Geplant ist der Umzug aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standortes Luitpoldplatzes nach Rülzheim.“

Wenn der repräsentative, denkmalgeschützte Teil der Verwaltung saniert ist, zieht der Landrat wieder an den Luitpoldplatz.
Wenn der repräsentative, denkmalgeschützte Teil der Verwaltung saniert ist, zieht der Landrat wieder an den Luitpoldplatz.

Das Nolte Gebäude in Germersheim

Die Firma Nolte Möbel hatte Insolvenz angemeldet und im Juli 2025 geschlossen. Dadurch ergab sich für die Kreisverwaltung die Chance, das große Verwaltungsgebäude anzumieten. Dieses verfügt über vier Vollgeschosse, wobei auch hier das dritte Geschoss aktuell nicht zur Vermietung steht. Neben dem Verwaltungsgebäude gibt es ein großes separates Ausstellungsgebäude. Für die Kreisverwaltung bedeute dies mittelfristig eine Nutzfläche von zirka 1961 Quadratmetern zuzüglich Lagerflächen, heißt es in den Unterlagen. Dort können zirka 120 Personen untergebracht werden. Auch hier soll das Drei-Zonen-Modell umgesetzt werden.

Geplant ist, sowohl im Nolte Gebäude in Germersheim als auch im ITK Gebäude in Rülzheim jeweils drei Etagen plus Lagerflächen anzumieten. Gleichzeitig sollen der bis Dezember 2027 laufende Mietvertrag in der 17er Straße gekündigt werden, außerdem die Räumlichkeiten in der Waldstraße und am Standort Sparkasse Germersheim. Für die Anmietung der Gebäude (ITK und Nolte) wird mit jährlichen Gesamt-Mietkosten, inklusive Nebenkosten, von zirka 1,15 Mio Euro gerechnet. Dafür entfallen die Mieten für die Gebäude in der 17er Straße, Waldstraße und Sparkasse Germersheim, die sich insgesamt pro Jahr auf zirka 670.000 Euro belaufen. Durch die neuen Objekte fallen also zusätzliche Mietkosten von zirka 400.000 Euro pro Jahr an.

Der Kreistag stimmte in seiner Sitzung am 9. März nach dem Verkauf des Gebäudes am Luitpoldplatz auch diesem neuen Konzept zu. Wie genau die einzelnen Abteilungen künftig auf die Standorte verteilt werden, steht noch nicht fest.

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