Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verwaltung spart Kosten: Kreis verkauft sein Gebäude an Sparkasse

Die Kreisverwaltung am Luitpoldplatz. Der rechte Gebäudeteil, der sogenannte 50-er-Jahre-Trakt, soll verkauft werden.
Die Kreisverwaltung am Luitpoldplatz. Der rechte Gebäudeteil, der sogenannte 50-er-Jahre-Trakt, soll verkauft werden.

Der Kreis will verkaufen, die Sparkasse neu bauen. Nun war der Kreistag gefragt, auch der Verwaltungsrat muss noch entscheiden. Ein Mammutprojekt nimmt Fahrt auf.

Das ging flott: Erst knapp drei Monate ist es her, dass große Pläne für die Germersheimer Innenstadt verkündet wurden, die den Abriss eines betagten Gebäudes und einen Neubau an prominenter Stelle beinhalteten. Ausgetüftelt hatten diese Pläne vor allem Landrat Martin Brandl (CDU) und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südpfalz, Benjamin Hirsch, aber auch der Germersheimer Bürgermeister Marcus Schaile war im Boot – schließlich geht es ja um „seine“ Innenstadt.

Sanierungsbedürftige Gebäude in der Innenstadt

Dabei ging es vor allem um einen Bau, der als das sogenannte 50er-Jahre-Gebäude bezeichnet wird. Dieser Gebäudetrakt am Luitpoldplatz ist Teil der Kreisverwaltung und versorgt den deutlich ansehnlicheren, denkmalgeschützten Gebäudeteil mit, zum Beispiel wenn es um die Heizungsanlage geht. Beide Gebäude gelten als stark sanierungsbedürftig. Das gilt auch für die Filiale der Sparkasse Südpfalz am Tournuser Platz. Daher gab es seitens der Sparkasse Überlegungen, ob auch Alternativstandorte in Germersheim möglich wären.

Anfang Dezember 2025 wurde die Idee öffentlich, dass die Sparkasse ihren Standort am Tournuser Platz aufgibt, das 50er-Jahre-Gebäude am Luitpoldplatz kauft, abreißt und durch einen Neubau ersetzt. Dieser Neubau soll sich über das 50er-Jahre Gebäude, den daran anschließenden Parkplatz (ehemals Braunsches Haus) sowie dem angrenzenden Gebäude der Hauptstraße 6 bis zur Spielhalle hin entwickeln. Dies sei auch städtebaulich zu begrüßen, heißt es in Unterlagen zur Kreistagssitzung, schließlich würde der genannte Bereich der Stadtentwicklung von Germersheim mit dem neugestalteten Paradeplatz und Luitpoldplatz zur sogenannten „Neuen Mitte“ nicht gerecht werden. Für die Kreisverwaltung Germersheim sei diese Entwicklung ebenfalls positiv, da man anstelle einer Generalsanierung mit hohen Investitionsaufwendungen einen Verkauf des Geländes an die Sparkasse mit entsprechenden Einnahmen erwirken könne.

Sparkasse und Kreis beauftragen Gutachter

Hinter den Kulissen wurde schon mehrfach informiert, sodass es in der Kreistagssitzung am 9. März dann keiner langen Ausführungen oder Diskussionen mehr bedurfte: Man habe gemeinsam mit der Sparkasse einen Gutachter beauftragt, sagte Landrat Martin Brandl (CDU). Dieser habe einen Verkehrswert von 1,4 Millionen Euro ermittelt, was nun auch dem Gesamtkaufpreis entspreche. Die Sparkasse habe ihrerseits deutlich gemacht, dass sie die Absicht habe, den Gebäudetrakt zu erwerben. Eine entsprechende Entscheidung soll in der Sitzung des Sparkassen-Verwaltungsrats am 18. März fallen.

„Signal in die Verwaltung“

Die Fraktionen waren voll des Lobes für den Plan, „ein erster wichtiger Schritt“, betonte Tobias Baumgärtner für die CDU, „sehr durchdacht und gelungen“ lautete das Urteil von Steffen Weiß für die Freien Wähler. Schließlich stimmten die Mitglieder des Kreistags einstimmig zu – ohne Gegenstimmen, ohne Enthaltungen. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis und ein Signal in die Verwaltung“, zeigte sich Landrat Brandl über das Ergebnis erfreut.

Vor wenigen Tagen seien erst alle Mitarbeiter der Kreisverwaltung bei einer großen Dienstversammlung darüber informiert worden, wie das weitere Prozedere aussehe. Auch der Personalrat habe inzwischen den Plänen zugestimmt. Bis zum Sommer müsse man rund 250 Umzüge schultern, „das ist ein Mammutprojekt“, sagte Brandl. Gleichzeitig seien diese ein sichtbares Zeichen dafür, dass die große Veränderungsstrategie gestartet sei.

Der Betrag von 1,4 Millionen Euro fließt im Übrigen dem Kreishaushalt im entsprechenden Haushaltsjahr zu. Durch den Verkauf „entfallen künftig die laufenden Bewirtschaftungs-, Unterhaltungs- sowie etwaige Sanierungsaufwendungen für das Teilgebäude“, heißt es in den Unterlagen. Dies bedeute dauerhafte Einsparungen im Ergebnishaushalt.

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