Kandel
Veränderung in der Kreisverwaltung: Gesundheitsamt zieht nach Kandel um
Die Kreisverwaltung Germersheim plant schon geraume Zeit, einige ihrer Abteilungen und insgesamt mindestens 150 der etwa 600 Angestellten in das Sparkassengebäude nach Kandel zu verlegen. Dieses soll zu diesem Zweck erworben und entsprechend umgebaut werden. Nun hat sich der Zeitplan wieder etwas verzögert: Die Sparkasse baut selbst gerade noch einen Teil des Gebäudes für ihre Filiale um und zieht voraussichtlich zum 30. Juni 2026 aus. Damit kann der Umbau für die Zwecke des Landkreises erst ab 1. Juli 2026 beginnen, der Umzug selbst ist ab 2027 realistisch.
Allerdings kommt das Projekt an anderer Stelle voran: Für Montag vor Weihnachten ist ein Notartermin angesetzt, an dem der Landkreis Germersheim das Gebäude von der Sparkasse kaufen wird. Damit dies schon vor Beginn der Arbeiten möglich ist und nicht „förderschädlich“ ist, wie es im Amtsdeutsch heißt, musste der vorzeitige Maßnahmenbeginn vom Land noch gesondert genehmigt werden. Denn eigentlich dürfen Fördermittel nur genehmigt werden, wenn mit einer Maßnahme noch nicht begonnen wurde. Doch auch diese formale Hürde ist nun überwunden.
In den vergangenen Jahren wurde als Kaufpreis stets „ein einstelliger Millionenbetrag“ genannt. In den Unterlagen für den Haushalt 2026 wird es nun konkret: dort sind für „Ankauf und Sanierung Sparkassengebäude Kandel“ 8,6 Millionen Euro inklusive Nebenkosten vorgesehen. Bei der Förderung beantragt man 1,5 Millionen Euro, rechnet aber nicht damit, den vollen Betrag zu bekommen, sagte Landrat Martin Brandl (CDU) im Kreistag.
Dafür gibt es an anderer Stelle einen unverhofften Geldsegen: Derzeit ist das Gesundheitsamt noch in Germersheim in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht, das vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) zur Verfügung gestellt wird. Dieses Gebäude ist jedoch dringend sanierungsbedürftig. Deshalb ist nun vorgesehen, dass das Gesundheitsamt ebenfalls nach Kandel umzieht und dort zum Beispiel moderne Labore eingerichtet werden. Vor dem Hintergrund der Konnexität – stark verkürzt gesagt dem finanziellen Ausgleich von Seiten des Landes für die Übertragung von Aufgaben auf die Kommunen – bekommt der Kreis für diesen Umzug vom Land 750.000 Euro.
Damit verteilen sich die Mitarbeiter der Kreisverwaltung nach aktuellem Planungsstand wie folgt: Von den 600 Frauen und Männern sind zirka 100 zum Beispiel vor Ort in den Schulen, also nicht örtlich gebunden. Etwa 150 Angestellte werden von Germersheim nach Kandel umziehen. Dafür haben sich schon Freiwillige gemeldet, außerdem wird es für einzelne Abteilungen in Jugend- und Sozialamt ein Rotationssystem geben. Weitere 250 Kräfte sind unter anderem in der 17er-Straße und Bismarckstraße in Germersheim, sowie in Bellheim untergebracht. Ungefähr 100 Menschen arbeiten dann noch am Hauptsitz am Luitpoldplatz in Germersheim. Sie werden wegen des geplanten Verkaufs des Gebäudes wohl Ende 2026 umziehen, wohin steht noch nicht fest.