Wattenheim
Nach Sieg bei Landtagswahl: CDU schaut hoffnungsvoll nach Mainz
70 Jahre Parteizugehörigkeit – das ist ein seltenes Jubiläum. Wilhelm Hemmer wurde für diese langjährige Treue zu den Christdemokraten bei der Generalversammlung des CDU-Ortsverbandes Wattenheim gewürdigt. „Als er bei uns eintrat, war Bundeskanzler Friedrich Merz noch nicht einmal geboren“, machte der OV-Vorsitzende Frank Häckel die Zeitspanne deutlich. Sein Stellvertreter Bernhard Korz sagte: „Wilhelm Hemmer ist für mich ein Vorbild.“ Er habe Wattenheim geprägt. Da der 93-Jährige, der von 1979 bis 1999 die Geschicke des Dorfes gelenkt hat und 2013 zum Ehrenbürger ernannt wurde, krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, nahm sein Sohn Mathias Hemmer die von Merz unterzeichnete Dankes-Urkunde, eine Medaille und eine Anstecknadel mit Brillant entgegen.
Der Ortsverband existiert gerade einmal zehn Jahre länger als Hemmer Mitglied ist. Zum 80. Jubiläum im Frühling möchte Häckel keine Geringere als Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel einladen. „Ich habe über ihr Büro angefragt und wurde von ihr persönlich zurückgerufen“, berichtete er. Eine Zusage mit einem konkreten Termin habe er allerdings noch nicht.
Chaotische Förderkulisse beklagt
Nachdem die CDU kürzlich bei der Landtagswahl die seit 35 Jahren regierende SPD in Mainz ablösen konnte, macht man sich an der kommunalpolitischen Basis große Hoffnungen auf positive Entwicklungen – vor allem auf eine bessere Finanzausstattung der Ortsgemeinden. Wattenheims Bürgermeister Carsten Brauer berichtete von großem Verdruss, weil die Kommunen oft „nicht mal ein paar Hundert Euro übrig“ hätten für die örtlichen Vereine und die Stärkung der Dorfgemeinschaft. Er äußerte in diesem Zusammenhang auch den Wunsch, dass die aktuell „chaotische Förderkulisse, durch die niemand durchsteigt“, bereinigt wird.
„Wir müssen mehr in Eigenverantwortung unternehmen dürfen anstatt immer nur projektbezogen Zuschüsse beantragen zu können“, sagte der Fraktionsvorsitzende im Ortsgemeinderat, Bernhard Korz. Beim Blick auf das Kita-Zukunftsgesetz setzt er nun auf mehr Unterstützung für die Erweiterung oder den Neubau von Kindertagesstätten, getreu dem Motto: „Wer bestellt, muss auch zahlen“. Auch müsse sich bei der Entwicklung von Baugebieten etwas ändern. „Es kann nicht sein, dass das Recht eines Einzelnen über dem der Allgemeinheit steht und Vorhaben jahrelang ausgebremst werden“, schaute er auf den Rechtsstreit um das Neubaugebiet „Am Bild“. Das Gleiche gelte bei Gewerbeflächen. „Es dauert alles zu lange, bauwillige Firmen warten nicht ewig, wie wir an Mawa gesehen haben“, so Korz. Auch sei Rheinland-Pfalz das einzige Bundesland, in dem die Kommunen verpflichtet seien, Straßenausbaubeiträge zu erheben. Und nicht zuletzt erwartet er, dass Wattenheim – wie lange gefordert – eventuell doch noch Windkraftanlagen entlang der Autobahn aufstellen kann.
Geehrte
Wilhelm Hemmer (70 Jahre), Marianne Reinhardt (40) und Bernhard Korz (25).
Vorstand
Vorsitzender: Frank Häckel; Stellvertreter: Bernhard Korz und Richard Layes; Schriftführer: Simon Hofmann; Kassenwart: Jan Möbius; Beisitzer: Carsten Brauer, Dirk Brauer, Andreas Eitzenberger, Bernd Kaiser, Daniela Layes, Martin Schierstein und Werner Wichter.