Grünstadt
Harte Corona-Jahre: Leininger-Gymnasium Grünstadt verabschiedet Abi-Jahrgang
In Gesichter voller Stolz und Erleichterung hat Oberstudiendirektorin Kerstin Hanisch geblickt, als sie am Donnerstag den Abiturjahrgang 2026 des Leininger-Gymnasiums (LG) Grünstadt verabschiedete. Je 33 junge Frauen und Männer erhielten in der Hettenleidelheimer Gut-Heil-Halle die Zeugnisse: 66 Gewinner eines 13-jährigen Spiels. So zumindest sehen sich die Absolventen selbst.
Grünstädter Direktorin: „Langes Freiparken gegönnt“
Sie stellten die Feier unter das Motto „Abinopoly“. Ein paar Mal seien die Schüler über Los gegangen, also in der Grundschule versetzt worden, blieb Hanisch im Bild. Dann hätten sie die Gemeinschaftskarte LG gezogen. Mit „harter Währung“ – Fleiß, Ausdauer und Intellekt – erwarben sie Häuser und Hotels. „Zeitweise verließ die Schüler das Glück, aber alle einte der feste Wille, am Ende als Sieger hervorzugehen“, sagte sie. Ein paar Ereigniskarten brachten vergnügliche Abwechslung in den Schulalltag, doch dann änderten sich abrupt die Spielregeln, schaute Hanisch auf die im März 2020 beginnende Pandemie. „Aber Sie haben alles gemeistert, ein langes Freiparken sei Ihnen jetzt gegönnt.“
Anschließend gelte es, sich in die Gesellschaft einzubringen. „Ich sorge mich um Demokratie, Frieden und Wohlstand. Ihr seid unsere Chance, Ihr könnt die Zukunft maßgeblich gestalten“, appellierte die Direktorin an die Abiturienten, achtsam, klug, nachhaltig und offen zu handeln sowie den Mut zu haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Partizipation und das Hinterfragen von Entwicklungen und Behauptungen seien (lebens-)wichtig – gerade auch in einer zunehmend digitalisierten Welt. „Lassen Sie sich nicht täuschen, machen Sie Ihr Urteil nicht von Klicks abhängig“, riet sie. Der Fuchs habe zum Kleinen Prinzen im Buch von Antoine de Saint-Exupéry gesagt, er sei für seine Rose verantwortlich. „Suchen Sie sich auch eine Rose, übernehmen Sie Verantwortung. Ich setze und vertraue auf Sie“, gab Hanisch den Jugendlichen auf den Weg. Der Erste Kreisbeigeordnete Timo Jordan (SPD) schlug in dieselbe Kerbe, mahnte die Absolventen, nicht wegzuschauen, sondern zu handeln.
MSS 12 war die „stressigste Phase“
Bei der mit musikalischen Beiträgen und Gedichten umrahmten Veranstaltung blickten die beiden ehemaligen Schülersprecher Andreas Atiq und Philip Herz in achteinhalb unterhaltsamen Minuten auf achteinhalb Jahre am LG. 2017 seien knapp 100 Schüler „halb so groß und halb so breit“ wie heute gestartet. Es hätten sich Freund- und Feindschaften gebildet. „Doch kaum hatten wir uns in der neuen Schule eingelebt, kam Corona.“ Die daraus folgende Isolation habe Spuren hinterlassen. In der zehnten Klasse seien von den anfänglich vier nur noch drei Klassen übrig geblieben und in der Oberstufe angekommen, habe man Abschied von dem plötzlich verstorbenen Vertrauenslehrer Stefan Schreiber nehmen müssen. Gerade in der MSS 12, der stressigsten Phase, „als Familie, Freunde und Hobbys zu kurz kamen“, fand Unterricht in einer Dauerbaustelle statt, weil das Schulhaus saniert wurde. Doch nun hätten sie ihr Ziel erreicht, Andreas und Philip bedankten sich bei allen, die sie und ihre Mitschüler dabei unterstützt hatten.
Ein Schüler schreibt 1.0er Abi
Vor zweieinhalb Jahren seien 77 Jugendliche in die Oberstufe gestartet, blickte MSS-Leiter Florian Bachmann auf einen für das LG ungewohnt kleinen Jahrgang. 68 von ihnen haben sich dann für die Abi-Prüfungen angemeldet, zwei junge Männer blieben auf der Strecke. Die Traumnote 1,0 mit 823 Punkten erreichte Jannes Glogger, der Durchschnitt lag bei 2,33 mit 580 Punkten. Neun Abiturienten wurden für besondere Leistungen und herausragendes Engagement geehrt. Bachmann gab den Absolventen mit auf den Weg: „Lebt eure Träume und fürchtet euch nicht vor Misserfolgen, sondern wachst an ihnen.“
Preisträger
Jana Boll: Physik und MINT-Zertifikat; Mara Erlacher: Mathematik, Physik und MINT; Jannes Glogger: Jahrgangsbester und Deutsch; Philip Herz: Preis des Bildungsministers für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule; My Kim Ngo: Preis der Kreisstiftung für Mitmenschlichkeit, Integration und Toleranz und Preis Bildende Kunst; Lara-Sophie Noll: SEB-Preis und Preis politische Bildung; Jaqueline Paus: SEB-Preis, Preis Bildende Kunst und MINT; Emmi Steinmetz: Preis der Kreisstiftung.
Abiturienten
Tom Adolf (Grünstadt); Emilio Aprile (Grünstadt); Andreas Atiq (Grünstadt); Talha Ayvaz (Carlsberg); Simon Baqué (Grünstadt); Leonie Becker (Grünstadt); Dennis Belau (Grünstadt); Leon Bender (Grünstadt); Jana Boll (Kirchheim); Paul Bordasch (Carlsberg); Jette Breuer (Dackenheim); Sophie Czechak (Dirmstein); Emil Martin Dewitz (Altleiningen); Sunny Dörr (Wattenheim); Anna Eckel (Grünstadt); Felix Eichler (Carlsberg); Mara Erlacher (Mertesheim); Carlotta Fasol (Grünstadt); Moritz Fest (Grünstadt); Sarah Fröhlich (Grünstadt); Finn Gerstner (Grünstadt); Selina Glöckner (Grünstadt); Jannes Glogger (Dackenheim); Madeleine Golfier (Kirchheim); Anouk Happersberger (Grünstadt); Philip Herz (Obersülzen); Marlene Heuser (Grünstadt); Silvia Hildebrandt (Grünstadt); Leticia Hilkert (Carlsberg); Janna Hock (Grünstadt); Luise Jonas (Bockenheim); Marlene Kaffenberger (Kirchheim); Alexander Kastner (Bobenheim am Berg); Noah Keim (Wattenheim); Stella Knobel (Grünstadt); Angelique Körner (Grünstadt); Florian Krause (Grünstadt); Jonas Kuhmann (Weisenheim am Berg); Jakob Kuhn (Grünstadt); Merle Lilli Lang (Grünstadt); Kai Ludewig (Grünstadt); Leonard Meffert (Bobenheim am Berg); Leo Meng (Grünstadt); Dominik Misling (Carlsberg); Merle Müller (Grünstadt); Anton Neiß (Kindenheim); My Kim Ngo (Ludwigshafen); Nhu Tam Nguyen (Grünstadt); Lara-Sophie Noll (Carlsberg); Tim Odenbach (Grünstadt); Jan Philip Pätschke (Grünstadt); Jaqueline Paus (Kleinkarlbach); Jan-Joris Rohr (Bockenheim); Paul Rompf (Grünstadt); Janne Martin Ruf (Tiefenthal); Viktoria Sauer (Kleinkarlbach); Jan Schäfer (Grünstadt); Helena Scharffenberger (Bockenheim); Rebecca Schirp (Neuleiningen); Arne Schlepütz (Bockenheim); Bennet Leon Senergil (Obersülzen); Gina Luisa Sinambari (Kirchheim); Luis Stahlheber (Kindenheim); Emmi Steinmetz (Grünstadt); Noemi Verheyen (Neuleiningen) und Annabell Wild (Grünstadt).



