Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Leininger-Gymnasium wird Erasmus-plus-Schule

Beim zweiten Anlauf hat es geklappt: Kerstin Hanisch (links) und Luisa Larsen vom Erasmus-plus-Team am Leininger-Gymnasium freue
Beim zweiten Anlauf hat es geklappt: Kerstin Hanisch (links) und Luisa Larsen vom Erasmus-plus-Team am Leininger-Gymnasium freuen sich über die Aufnahme in das EU-Förderprogramm.

Austauschprogramme haben am Leininger-Gymnasium in Grünstadt Tradition – nun ist die Schule Teil des EU-Programms Erasmus plus. Warum es erst beim zweiten Anlauf geklappt hat.

Beim zweiten Mal hat’s geklappt: Das Leininger-Gymnasium (LG) darf sich ab sofort eine Erasmus-plus-Schule nennen. Seit 2014 können auch Schulen, Vorschulen und Kitas an dem EU-Förderprogramm teilnehmen, das Kinder und Jugendlichen Begegnungen mit jungen Menschen im Ausland ermöglicht. „Es ist nicht zu vergleichen mit normalen Austauschfahrten“, sagt Schulleiterin Kerstin Hanisch.

Vielmehr gehe es darum, mit Schülern an Partnerschulen gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und Dinge zu lernen, die nicht zum normalen Unterrichtsstoff gehören – zum Beispiel die Arbeit im Schulwald des LGs. Eine weitere neue Möglichkeit seien Betriebspraktika für Schüler im Ausland, ergänzt Hanisch: „Wir würden erst einmal mit einem zweiwöchigen Praktikum starten, möglich ist aber auch ein Aufenthalt im Ausland von bis zu einem Jahr.“

Spanien und Italien als Reiseziele

Für die Umsetzung der Projekte befinde sich das Gymnasium noch auf der Suche nach einer Partnerschule, sagt die Schulleiterin. Zwar hat das LG derzeit sechs Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, zum Beispiel in Wales, Barcelona und Ruanda, doch eine Erasmus-plus-Schule befindet sich nicht auf der Liste. „Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir noch eine geeignete Schule finden“, sagt Luisa Larsen vom Erasmus-plus-Team am LG. Angestrebt werde eine Kooperation in Spanien und Italien.

Bewirbt sich ein Schüler für das Programm, entscheidet das Erasmus-plus-Team in Absprache mit den anderen Lehrkräften, welche Mädchen und Jungen zugelassen werden. „Wir haben uns dazu entschieden, dass wir vor allem Schüler fördern möchten, die finanziell benachteiligt sind oder ein Handicap haben“, betont Larsen. Für Jugendliche mit Behinderungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien etwa zusätzliche Fördermittel verfügbar, zum Beispiel für Begleitpersonen im Ausland. „Wir wollen auch bewusst Schüler ansprechen und zur Teilnahme animieren, die sich eher zurückhalten oder psychisch nicht stabil genug fühlen“, so Hanisch.

Schule musste zweiten Anlauf starten

Um an den Fördertopf des EU-Austauschprogramms zu gelangen, müssen Schulen sich erst über eine Online-Plattform der EU akkreditieren lassen. Der Antrag wird dann bewertet – erreicht die Einrichtung mindestens 75 von 100 Punkten, wird sie aufgenommen. Beim LG hatte es zwei Anläufe gebraucht, nachdem der erste Versuch auf Akkreditierung 2023 gescheitert war. In erster Linie gehe es darum, die Schule zu präsentieren und aufzuzeigen, welche Projekte man umsetzen möchte, sagt Hanisch und ergänzt: „Man muss auch gut begründen, dass man als Schule die Projekte organisatorisch bewerkstelligen kann.“ Genau bei diesem Punkt habe das LG noch einmal nachgebessert, sodass der zweite Antrag mit 97 von 100 Punkten bewilligt wurde.

Förderung für drei Jahre gesichert

Die aktuelle Förderperiode des Erasmus plus-Programms gilt von 2021 bis 2027. Sprich: Mit der aktuellen Akkreditierung hat das LG nur noch für drei Jahre die Möglichkeit, EU-Fördermittel zu bekommen und Projekte umzusetzen. Wann die Schüler sich für Erasmus plus am LG bewerben können, stehe allerdings noch nicht fest, so Harnisch. Klar ist aber, dass der Schule erst ab Juni 2025 die Fördergelder zur Verfügung stehen. Die Schulleiterin rechnet daher damit, dass die ersten Bewerbungen voraussichtlich erst im Schuljahr 2025/2026 möglich sein werden.

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