Winnweiler
VG Winnweiler hat 2022 viel vor – aber alles unaufgeregt
Als interessantestes Projekt führt Bürgermeister Rudolf Jacob für dieses Jahr den Bau der drei neuen Feuerwehrhäuser in Börrstadt, Breunigweiler und Steinbach an. Das Besondere daran ist, dass die Gebäude aus Holz gebaut werden, das jetzt über Winter im Sippersfelder, Münchweilerer und Breunigweilerer Wald geschlagen wird. Das Holz wird anschließend in einem Sägewerk vor Ort getrocknet und gesägt, berichtet Jacob, dann die Bauleistung ausgeschrieben. „Ich gehe davon aus, dass wir voraussichtlich im dritten Quartal mit dem Baubeginn rechnen können“, sagt Jacob.
An den Schulen und Kitas sind auch einige Neuerungen geplant. Alle Einrichtungen, die noch keine Lüftungsanlagen haben, sollen damit nachgerüstet werden. Auch beim Digitalpakt Schulen geht es voran, die ersten Umsetzungen, wie digitale Tafeln, sind erfolgt. Größte Maßnahme wird die Erweiterung und Grundsanierung der Grundschule Sippersfeld für über drei Millionen Euro. Wegen der langen Material-Lieferzeiten geht Jacob davon aus, dass die Hauptarbeiten in den Sommer- und Herbstferien stattfinden. Außerdem soll an der Schule auch eine neue Kita gebaut werden.
Flächendeckendes Internet bis 2024
Das Schwimmbad soll, wenn möglich, in der zweiten Aprilhälfte öffnen. „Ich hoffe, dass wir eine Schwimmbadsaison ohne Corona-Einschränkungen bekommen“, sagt Jacob. Das im vergangenen Jahr neu eröffnete Freibad bekommt gerade noch neue Attraktionen im Außenbereich: einen Beachvolleyball-/Beachsoccerplatz, eine Tischtennisplatte und eine Kletter-Rutsch-Kombination für Kleinkinder.
Beim DSL-Ausbau profitiert die VG Winnweiler vom Weißen und Grauen Fleckenprogramm des Kreises. Das sei der letzte Schritt für den Glasfaserausbau in alle Orte. Die VG will auch noch weitere eigenwirtschaftliche Verträge mit der Deutschen Glasfaser unterschreiben. „Es ist absehbar, dass wir bis Ende 2023, Anfang 2024 die VG in der Fläche versorgt haben“, sagt Jacob zuversichtlich.
Ärztehaus für die Zukunft
Weiterhin hoch im Kurs sind Bauplätze. Deswegen geht die Erschließung und Ausweisung von Bauplätzen in den Ortsgemeinden weiter. „Man hat den Eindruck, dass Corona einen Schub gebracht hat, dass noch mehr Familien mit Kindern ins infrastrukturelle gut aufgestellte Ländliche ziehen“, berichtet Jacob. In diesem Bereich sieht der Bürgermeister seine VG gut aufgestellt, mit den Kitas und Schulen, Möglichkeiten zum Einkaufen, dem Autobahnanschluss, der Zugverbindung nach Kaiserslautern und Mainz und mit der absehbaren Reaktivierung der Zellertalbahn auch Richtung Worms.
Hinzu kommt der Neubau des Ärztehauses in Winnweiler, bei dem die VG den Parkplatz baut und für die Erschließung sorgt. Die Ortsgemeinde Winnweiler stellt das Grundstück zu Verfügung. Bauherren sind die drei Gesellschafter des Ärztehauses. Darin soll unter anderem eine große allgemeinmedizinische Praxis mit vier oder fünf jungen Ärzten einziehen. Eine Perspektive für die Zukunft.
Hochwasservorsorge weiter im Blick
Wieder angegangen wird der Straßenausbau, etwa der Ausbau der Straße zwischen Bahnhofsbrücke und Schulstraße in Winnweiler mit Kreisel, genauso wie die Raiffeisenstraße in Alsenbrück-Langmeil zum ehemaligen Bahnhof. „Außerdem wollen wir dieses Jahr im Bereich Radwege ein Stück vorwärts kommen“, sagt Jacob weiter. Förderzusagen für Radwege zwischen Schweißweiler und der Gruppenkläranlage, zwischen der Winnweilerer Mühle und dem Wäschbacherhof und von Alsenbrück-Langmeil aus, einmal zwischen Raiffeisenstraße und Münchweiler sowie zwischen Grünmülldeponie und Börrstadt, sind schon vorhanden.
Was Unwettervorsorge und kritische Infrastruktur angeht, plant die VG, mit der flächendeckenden Einrichtung von Notunterkünften voranzukommen. Zum Beispiel im Falle eines längerfristigen Stromausfalls, sollen die Menschen die Chance haben, in geeigneten Räumlichkeiten versorgt zu werden. Auch bei der Hochwasservorsorge soll weiter nachgerüstet werden, unter anderem mit einem System von elektronischen Pegelstands- und Niederschlagsmessgeräten in der gesamten VG, die auch nachts umgehend Alarm auslösen.
„Wir haben viel vor, gehen aber alle Projekte unaufgeregt an“, fasst Rudolf Jacob zusammen. Die große Unbekannte sei nach wie vor Corona.