Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Rat macht den Weg frei für Ärztehaus

Hinter dem ehemaligen Katasteramt wird das Winnweilerer Ärztehaus entstehen. Dieses soll neben allgemeinärztlichen auch geriatri
Hinter dem ehemaligen Katasteramt wird das Winnweilerer Ärztehaus entstehen. Dieses soll neben allgemeinärztlichen auch geriatrische Schwerpunkte haben und bei günstigem Verlauf schon 2023 öffnen.

Der Bebauungsplan Jakobstraße-Lohnsbachpark wird auf Wunsch des Gemeinderats in zwei Teile gesplittet. Denn die geplante Wohnbebauung bei der Sparkasse ist umstritten. Mit der Aufteilung soll verhindert werden, das sich ein anderes Projekt verzögert: der Bau eines Ärztehauses.

Der vordere Teil des Areals im Bereich der Sparkasse als wird künftig als „Bebauungsplan Jacobstraße-Sparkasse“ firmieren. Hier ist der Bau von zwei mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern geplant. Allerdings gibt es seitens der Anlieger Bedenken, was die Höhe der Gebäude und die Anzahl der vorgesehenen Wohnungen anbelangt. Auch in der SPD-Fraktion und bei den Grünen gibt es Widerstand gegen die Größe des Projekts – unter anderem aus Gründen des Hochwasserschutzes, weil zumindest ein Teil der dafür vorgesehenen Flächen momentan als Stauraum für Wasser bei Starkregenereignissen dient.

Teil zwei des Bebauungsplans heißt künftig „Schleifbach-Ärztehaus“. Hinter dem ehemaligen Katasteramt, in Nachbarschaft der VG-Verwaltung, ist ein medizinisches Versorgungszentrum, im Plan als Ärztehaus bezeichnet, vorgesehen. Zwei Mediziner aus Winnweiler und ein Betreiber ähnlicher medizinischer Zentren haben sich zusammengetan, um das Gebäude zu errichten. Dieses soll ab 2023 nicht nur einen allgemeinärztlichen, sondern auch einen geriatrischen Schwerpunkt haben.

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„Das Interesse an dem Projekt ist enorm“, sagt Ortschef Jacob

„Das Interesse an diesem Projekt ist enorm. Durch die erste Präsentation in der Öffentlichkeit haben jetzt jede Menge Dienstleister aus dem medizinischen Bereich Interesse angemeldet, sich dort einzumieten“, berichtete Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) im Gemeinderat von seinen Gesprächen mit den Investoren. Auch eine logopädische Praxis und eine Physiotherapie-Praxis kämen als mögliche Mieter in Frage, so Jacob. Es sei zu erwarten, dass die komplette Nutzfläche schnell für Praxen vergeben werden könne. Wichtig sei aber zunächst das Gebäude selbst, da aus seiner Sicht der Bau eines Ärztehauses für Winnweiler alternativlos sei.

Bei der Diskussion im Rat kam Kritik von Christa Mayer (SPD), die sich wie schon bei der ersten Präsentation im Mai gegen die ins Auge gefasste Einrichtung einer Caféteria oder einer Bäckerei-Filiale im Erdgeschoss des Ärztehauses aussprach. Sie befürchtet, dass dadurch Betrieben im Ort das Wasser abgegraben werden könnte. „Es wäre mir lieber, wenn die Menschen dafür in den Ort gingen“, so die SPD-Vertreterin.

Lebhafte Diskussion um Pro und Contra einer Caféteria

Bedenken äußerten auch die Grünen, die sich allerdings mehr um die Verkehrssituation sorgen und verhindern wollen, dass die knappen Parkplätze dann von Kunden dieser Einrichtungen besetzt würden, sodass für die Patienten der medizinischen Einrichtungen kein Platz mehr wäre.

Christoph Ströhla (CDU) hingegen unterstrich die Bedeutung eines Cafés, das eher als eine Art Kantine und Aufenthaltsbereich gesehen werden solle, wie sie auch in Krankenhäusern eingerichtet sind. „Das ist wichtig als Warte- und Rückzugsbereich für die Patienten und ihre Angehörigen sowie die Mitarbeiter des Ärztehauses“, sagte Ströhla. Es sei auch nicht zu erwarten, dass Konkurrenz oder eine Gastronomie, die externe Gäste anlocke, in einem Ärztehaus entstehen werde.

Nach einer längeren Debatte waren die Bedenken weitgehend ausgeräumt, sodass der Beschluss am Ende einstimmig gefasst wurde. Dank der Trennung der Bebauungspläne konnte auch SPD-Ratsmitglied Oskar Knobloch ein positives Votum für das Ärztehaus abgeben. An der Abstimmung in Sachen Wohnbebauung hatte er – erklärter Gegner der Pläne – als Anlieger nicht teilnehmen dürfen.

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