Donnersbergkreis
Sippersfeld: Kita-Neubau neben Grundschule?
Die viel zitierten zwei Fliegen mit einer Klappe könnten möglicherweise in Sippersfeld geschlagen werden: Aus Platzgründen muss die örtliche Kita vergrößert werden, was im jetzigen Gebäude kaum möglich ist. Einzig sinnvolle Lösung ist daher ein kompletter Neubau – während an der Grundschule ebenfalls Handlungsbedarf besteht: Hier werden zusätzliche Nebenräume benötigt. Die Idee ist nun, beide Maßnahmen an einem Standort – dem schulischen – zusammenzuführen. Noch stehen die Pläne ganz am Anfang. Nun waren sie Thema im Gemeinderat.
„Es ist nicht gänzlich neu, dass bei der Kindertagesstätte zwingender Handlungsbedarf besteht“, sagte Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob in der Ratssitzung. Das gelte aber auch für das Gebäude der Grundschule. Die VG Winnweiler ist Träger beider Einrichtungen.
Kita-Erweiterung nicht möglich
Jacob erläuterte zunächst die Situation der Kita. Diese erfülle nicht mehr die Anforderungen an eine moderne Einrichtung; vor allem aber seien – mit bedingt durch die zunehmende Aufnahme von U3-Kindern – alle Plätze belegt. Das Problem: Die Kapazität kann an diesem Standort nicht erhöht werden, das Grundstück lasse eine sinnvolle Erweiterung nicht zu. „Somit geht kein Weg an einem Neubau vorbei“, so der Bürgermeister.
Weiterhin betonte er, das Gebäude der Grundschule sei „ebenfalls in die Jahre gekommen“. Zwar gebe es genügend Lehrsäle, es fehlten aber dringend benötigte Nebenräume: beispielsweise Umkleidemöglichkeiten bei der Gymnastikhalle sowie Funktionsräume für den Unterricht und die pädagogische Betreuung. Die Schülerzahlen seien seit Jahren stabil und werden es laut Statistik auch bleiben, weshalb auch hier gehandelt werden müsse.
Es brächte viele Vorteile mit sich, wenn der Kita-Neubau und die Erweiterung der Grundschule am gleichen Standort erfolgen könnten, so der VG-Chef. Eine gemeinsame Heizungsanlage für beide Gebäude sei da nur ein Argument. Auch bei der Hausmeistertätigkeit, den Reinigungskräften und der Essensversorgung seien Synergieeffekte offensichtlich. Sollten die Pläne realisiert und der Kita-Neubau bei der Grundschule erfolgen, müsste allerdings auch die Verkehrsanbindung geändert werden. Denkbar sei, den in Arbeit befindlichen Bebauungsplan „Auf der Bühne“ entsprechend anzupassen, ein Planungsbüro aus Rockenhausen habe dazu bereits ein Konzept erarbeitet. Demnach könnte eine Stichstraße durch das Neubaugebiet führen und im Bereich der Grundschule ein großer Wendehammer für Busse entstehen.
Jacob hob hervor, dass die VG die Pläne nur dann forcieren werde, wenn man Gewissheit habe, dass die Ortsgemeinde die entsprechenden Voraussetzungen über den Bebauungsplan schaffen wird. Dabei sollen die beiden Baumaßnahmen ohne Zwischenlösung – das heißt ohne Container für die Kita – umgesetzt werden. Dazu könnten die Schulkinder vorübergehend das neue Kita-Gebäude nutzen, erst nach Abschluss der Erweiterungsarbeiten an der Schule würde dann die Kita an den neuen Standort umziehen.
„Stärkung des Standortes“
FWG-Fraktionsvorsitzender Ralf Theobald sah die Pläne als Stärkung des Bildungsstandortes Sippersfeld. Vom Verbandsbürgermeister wollte er wissen, was anschließend mit dem jetzigen Kita-Gebäude geschehen soll. Jacob erwiderte, er gehe davon aus, dass VG und Ortsgemeinde diesbezüglich an einem Strang ziehen werde. Die Verbandsgemeinde habe nach dem Umzug des Kindergartens keine Verwendung mehr für das Haus – es stehe der Ortsgemeinde dann frei, dieses zu übernehmen. Denkbar wäre eine Nutzung in eigener Regie, aber auch eine Neugestaltung zusammen mit einem Investor wäre eine Option.
Noch nicht beantworten konnte Jacob die Frage nach einer Zeitschiene für die Pläne. Das hänge in erster Linie von der Dauer der planerischen und genehmigungsrechtlichen Verfahren ab. Sobald alle Unterlagen vorliegen, rechnet der Bürgermeister mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren. Derzeit besuchten 55 Kinder die Kita. „Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer dreigruppigen Einrichtung“, betonte Jacob. Die Kosten schätzt er – ohne dass bislang eine Detailplanung existiert – auf etwa fünf bis sechs Millionen Euro.
Keine Aussagen gibt es bislang über mögliche Zuwendungen. Bei der Kindertagesstätte sei mit Festbeträgen je Gruppe zu rechnen, die verbleibenden Beträge seien von der VG zu stemmen. Schwieriger sei die Situation bei der Grundschule: Grundsätzlich werde nur eine Erweiterung um Klassenräume finanziell unterstützt. Diese seien aber in Sippersfeld ausreichend vorhanden. „Da hier nur Funktionsräume geschaffen werden, wird es schwer sein, für diese an Geld zu kommen.“