Donnersberger Echo
Ein zaghafter einsetzender Wahlkampf und eine nicht aufgebende Innenstadt
Beginne nie einen Zeitungsbericht mit der Feststellung, dass alles so gekommen ist, wie es zu erwarten war. Oder dass nichts Überraschendes passiert ist. Oder mit einer Entschuldigung dafür, dass der folgende Text nichts sonderlich Spannendes liefert. Das ist eine goldene Regel für Journalisten – zumindest wenn sie vermeiden wollen, dass kein Mensch weiterliest. Denn klar, dann stellt sich der Leser die Frage: „Warum #$%! berichtet ihr es überhaupt, wenn es nicht interessant ist?“
Nach dieser informativen kleinen Einleitung können wir nun guten Gewissens zum Thema Wahlen kommen. Wahlen wird generell nicht nachgesagt, sonderlich sexy zu sein. Dennoch bewegen sie uns, denn ihre Ergebnisse betreffen nun mal eine ganze Menge Aspekte unseres Lebens. Das gilt natürlich besonders für die Wahlen zum Deutschen Bundestag, die wegweisend für die große Politik der folgenden Jahre sind. Die Spitzenkandidaten der Parteien bringen sich als potenzieller Bundeskanzler oder als mögliche Kanzlerin in Position – das wird medial ausgeschlachtet, es ist glamourös, da geht es um die großen Geschichten abseits des politischen Geschehens.
VG-Bürgermeisterwahlen sind selten glamourös
Das gilt aber auch für alle Kommunalwahlen: zumindest der erste Aspekt, dass sie wichtig sind. Beim Glamour-Faktor sieht’s da oft etwas anders aus. Der spielt bei manch Oberbürgermeisterwahl in großen Städten gerne eine Rolle. Bei der Wahl eines Verbandsbürgermeisters oder einer Bürgermeisterin kommt es schon seltener zu aufsehenerregenden Szenen.
Und jetzt kommen wir an den Punkt, an dem ich es doch schreiben muss: Die Wahl in der Verbandsgemeinde Göllheim im März verspricht nun nicht unbedingt Unmengen an Glamour, an Schlammschlachten, an Aufsehenerregendem. Es gibt nur zwei Kandidaten, Amtsinhaber Steffen Antweiler sowie Simone Rühl-Pfeiffer. Immerhin haben die Wähler eine echte Wahl, denn bis wenige Tage vor Ende der Frist lag der Verwaltung gar nur eine einzige Bewerbung vor.
Keine Marktschreier
Beide Kandidaten sind als Ortsbürgermeister in Amt und Würden – der eine in Rüssingen, die andere in Einselthum. Beide arbeiten bei der Verwaltung, der eine als Bürgermeister in Göllheim, die andere bei der Kreisverwaltung als Stabsstellenleiterin Organisationsentwicklung und IT. Beide sind nicht unbedingt als Marktschreier bekannt. Nein, der Hochglanz-Faktor wird überschaubar bleiben.
Das Gute daran? Es wird auf Inhalte ankommen. Auf die werden sich die beiden Kontrahenten fokussieren – das war zweifelsohne ohnehin ihr Plan. Dass die Inhalte bei einer Bürgermeisterwahl nun auch nicht von sich aus als Quotenbringer daherkommen, macht es für das Kandidaten-Duo zu einer echten Herausforderung. Der Wahlkampf hat zaghaft begonnen, wird jetzt an Fahrt aufnehmen. In welche Richtung er sich entwickelt? Da darf man gespannt sein. Wichtig ist, dass am Ende möglichst viele Bürger mobilisiert werden, ihr Kreuzchen zu setzen. Denn: Wahlen sind wichtig – ob mit oder ohne Glamour.
Kibo: Warten auf weitere Erfolgsmeldungen
Nachdem wir über einige geplante Neueröffnungen berichtet hatten, hat Kollegin Lea Ochßner im Donnersberger Echo der Vorwoche unterstrichen, dass die Kirchheimbolander Innenstadt ja doch gar nicht so tot zu sein scheint, wie sie schon mehrfach gesagt wurde. Und nur wenige Tage darauf durften wir in der abgelaufenen Woche vermelden, dass ein weiterer Leerstand demnächst Vergangenheit sein wird, dass die Gaststätte „Zur Mälzerei“ ihre Tore wieder öffnet.
Na, wenn das so ist, dann legen wir doch einfach an dieser Stelle nach und betonen es erneut: Die Innenstadt in Kibo ist nicht tot! Vielleicht hilft’s ja wieder, vielleicht können wir weitere Eröffnungspläne von Gastronomen oder Einzelhändlern vermelden. Einige Leerstände gibt es ja doch noch. Sollten wir in der kommenden Woche tatsächlich wieder von einer Neueröffnung in Kibo berichten können, schreiben wir es im nächsten Donnersberger Echo wieder: Die Innenstadt in Kibo ist nicht tot. Und das tun wir so lange, wie es etwas nützt. Versprochen.