Kreis Bad Dürkheim
Schulentwicklung: Weiter in die Zukunft investieren
Der Amtsinhaber verweist auf den seit Langem bestehenden Schulentwicklungsplan des Kreises. „Wir streben eine Vielfalt an weiterführenden Schulen an.“ Es soll also flächendeckend Gymnasien, IGS und Realschulen plus geben. Geht es nach Ihlenfeld, soll an den Standorten in Bad Dürkheim, Grünstadt, Haßloch, Deidesheim/Wachenheim, Lambrecht und Weisenheim am Berg nicht gerüttelt werden.
„Wir müssen in den kommenden Jahren sehen, wohin die Reise bei den Realschulen plus geht“, weiß Ihlenfeld aber auch von sinkenden Schülerzahlen, weil sehr viele Eltern ihre Kinder des Abiturs wegen auf Gymnasium oder IGS schicken wollen. „Meines Erachtens werden die Realschulen plus zu Unrecht an den Rand gedrängt, sie haben gute Profile, bringen gute Leistungen, machen guten Unterricht“, lobt der 57-Jährige. „Das ist vor allem in Lambrecht wichtig, im Tal muss es eine weiterführende Schule geben. Und auch Weisenheim am Berg ist unverzichtbar“, betont der CDU-Politiker. Die Realschulen plus sei schon deshalb nötig, weil es an IGS und Gymnasien nicht genug Plätze gebe.
Größte Baustelle: IGS Deidesheim/Wachenheim
Der Kreis wolle dort, wo es die Schulgemeinschaft will und die Nachfrage da ist, Ganztagsschule samt Mittagessen anbieten. Kleine Schritte seien hier am Leininger Gymnasium in Grünstadt und am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Bad Dürkheim gemacht worden.
Die inhaltlichen Themen der Schulen müssten von den Investitionen begleitet werden. „Der Landkreis braucht sich nicht zu verstecken“, ist Ihlenfeld überzeugt. „Wir haben im letzten Jahrzehnt 30 Millionen Euro investiert, bis 2024 sind weitere 50 Millionen Euro vorgesehen.“ Entsprechende Beschlüsse würden im Kreistag zumeist einhellig gefasst. „Wir wollen alles tun, um gut ausgestattete Schulen zu haben“, so Ihlenfeld. Baulich gebe es drei große Investitionsbereiche: Brandschutz, energetische Sanierung und Amokprävention. Die im Wortsinne größte Baustelle des Kreises in dem Bereich ist die IGS Deidesheim/Wachenheim am Standort Deidesheim, an dem bis 2023 insgesamt 17 Millionen Euro verbaut werden.
Der Digitalpakt bringt dem Landkreis laut Ihlenfeld bis zum Jahr 2024 rund sechs Millionen Euro ein, „die wir auch in Anspruch nehmen wollen“. Es sei gut, dass das kreisweite Breitbandausbau-Projekt die Schulen einschließe.
Gut ausgestattete Schulen seien ein wesentlicher Standortfaktor, um junge Familien anzuziehen. Nicht vergessen werden dürfe dabei die Inklusion: Möglichst viele Kinder mit Beeinträchtigungen sollen in Regelschulen gehen können.
Über Kreisgrenzen denken
Der Meinung ist auch Timo Jordan, dem auch die Unterstützung der Schulen von Verwaltungsseite in einem anderen Bereich wichtig ist: Bei seinem früheren Arbeitgeber, der Stadt Worms, hat Jordan den Arbeitsförderungsbetrieb geleitet. Ansprechpartner bieten, die Schulen unterstützen, ob das Schulsozialarbeit, das Projekt „Jobfuchs“ oder sonstige Förderungen seien. Das hält Jordan für wichtig. Gerade durch Corona sei viel verändert worden: „Es musste über Nacht auf Homeschooling umgestellt werden.“ Aber es fehlte noch an Ausstattung und die Breitbandanbindung der Schulen sei noch zu erledigen.
„Wir brauchen im Landkreis ein gutes Angebot an weiterführenden Schulen“. Dabei gehe es nicht nur um die schulischen Inhalte und die Tatsache, dass alle Standorte erhalten bleiben sollen, sondern auch um die Versorgung der Schulen mit modernen Lehr- und Lernmitteln, sagt Jordan. Es sei gut, dass der Kreis Fördermittel für Kinder freigegeben habe, deren Eltern sich kein Tablet leisten können, „Das war eine Investition in die Zukunft unserer Kinder“, so Jordan. Am Beispiel des Millionenprojekts IGS Deidesheim/Wachenheim betont er: „Die hohen Investitionen in die Schulen müssen weitergeführt werden.“ Er hält es für wichtig, Schulentwicklung in enger Abstimmung mit Neustadt und den Nachbarkreisen zu machen. „Schulentwicklung hört für mich nicht an Kreisgrenzen auf“, betont Jordan.
Es sei wünschenswert, dass an der Berufsbildenden Schule in Bad Dürkheim (BBS) das Angebot erweitert werde, beispielsweise im Bereich Pflege und Gesundheit, betonten sowohl Ihlenfeld als auch Jordan. In zwei unabhängigen Gesprächen sagen die Kandidaten das Identische: „Das würde doch auch gut zur Kurstadt passen.“
Die Kandidaten im Porträt:
Bereits erschienen im Kandidatenvergleich:
Ehrgeizige Ziele beim Breitbandausbau
Infrastruktur: Pro & Contra B 271
Landratswahl: Noch mehr tun fürs Klima