Der „Divino“ glänzt durch Abwesenheit. Michelangelo-Originale gehen selten auf Reisen. Dennoch ist die Ausstellung „Der Göttliche. Hommage an Michelangelo“ in der Bundeskunsthalle Bonn schon wegen Caravaggios „Johannes der Täufer“ und Rubens’ „Ganymed“ ein absolutes Muss. Denn Thema ist der Einfluss, den Michelangelo als Bildhauer, Maler und Architekt seit der Renaissance auf Künstler, Bewunderer und Literaten ausgeübt hat. Skulpturen, Bilder, Kupferstiche, Dokumente, Interpretationen, Kopien und Fotos erzählen 500 Jahre Mediengeschichte im Zeitraffer. Ein Ereignis, das allerdings ohne Kataloglektüre nicht leicht zu haben ist.