Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Kritik am veralteten Parkleitsystem

Nicht mehr zeitgemäß: das Parkleitsystem. Es ist über 25 Jahre alt und weist nur auf Parkzonen hin.
Nicht mehr zeitgemäß: das Parkleitsystem. Es ist über 25 Jahre alt und weist nur auf Parkzonen hin.

Vor allem auswärtige Autofahrer finden sich in der Innenstadt schwer zurecht. Die Stadt Kaiserslautern hat Änderungen angekündigt. Auch die Mall-Chefin hat sich geäußert.

Wer in Kaiserslautern einen Parkplatz sucht, soll durch das Parkleitsystem schnell ans Ziel kommen. Es informiert Autofahrer über die Auslastung von Parkhäusern und -plätzen, soll helfen, Staus zu vermeiden und den Verkehr zu lenken. Doch das läuft nicht optimal, wie der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Südwest, Thomas Scherer, moniert. Weil auf die einzelnen Parkhäuser und ihre Auslastung gar nicht hingewiesen wird.

Hat einen neuen Betreiber: das Parkhaus im »K in Lautern«.
Hat einen neuen Betreiber: das Parkhaus im „K in Lautern“.
Anzeigetafeln vorm Pfalztheater.
Anzeigetafeln vorm Pfalztheater.
In der Stadtmitte gibt es beispielsweise keinen Hinweis auf das Parkhaus im »K in Lautern«
In der Stadtmitte gibt es beispielsweise keinen Hinweis auf das Parkhaus im „K in Lautern“
Zugewachsen: der Schilderbaum in der Ludwigstraße.
Zugewachsen: der Schilderbaum in der Ludwigstraße.

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Kritisiert wird vor allem, dass das System veraltet ist. Das findet auch Nicole Giese, die neue Centermanagerin des Einkaufszentrums „K in Lautern“. Sie meint: „Generell ist es ein Kundenservice, vor der Einfahrt beziehungsweise schon einige Meter vorher zu wissen, ob ein Platz frei ist im Parkhaus.“ So läuft es in Kaiserslautern aber nicht, weil nur Parkzonen angezeigt werden. „Gerade Leute von außerhalb können mit den Bezeichnungen Centrum West, Centrum Ost oder Centrum Nord nichts anfangen“, argumentiert Giese. Sie würde sich wünschen, dass das Parkhaus im „K in Lautern“ als auch andere Parkhäuser namentlich viel früher genannt werden. Giese hat indes noch ein anderes Problem. Das der Mall angeschlossene Parkhaus ist nach einem Betreiberwechsel mit dem Parkleitsystem nicht kompatibel. Die Stadtverwaltung sucht nach einer Lösung.

Was die Centermanagerin zum Parken sagt

Interessanterweise hat Giese nicht das Gefühl, dass Parkraum fehlt. Sie berichtet, dass „ihr“ Parkhaus gut ausgelastet ist, „natürlich am Wochenende und zur Herbst- und Winterzeit mehr als im Sommer. Aber das ist ganz normal“. Durch den Betreiberwechsel von Q-Park zu Apcoa Anfang April haben sich laut Giese Verbesserungen ergeben. Das Parken im größten Parkhaus der Innenstadt sei moderner und einfacher geworden, berichtet sie. „Es gibt keine Ein- und Ausfahrtschranken mehr. Die Parktechnik läuft über Kennzeichenerfassung. An den Kassenautomaten gibt man sein Kennzeichen ein und bezahlt, danach kann man einfacher und schneller ausfahren.“ Zudem gebe es bei Zeitdruck die Möglichkeit, mobil und noch nach der Ausfahrt sein Ticket zu bezahlen, „sollte es mal Staus an den Automaten geben“. Es sei auch eine Erleichterung, nicht nach dem Ticket suchen zu müssen, so Giese. Sie kündigt an, dass der Aufbau von Ladesäulen geprüft wird. Und erklärt auf Nachfrage: „Der Vertrag mit Q-Park ist normal ausgelaufen und Apcoa hat sich auf den Standort beworben. Nach Verhandlungen kam man dann zu einer Einigung, ein ganz normaler Vermietungsprozess.“

Der Parktarif sei gleich geblieben. „Klar wünschen sich Kunden kostenloses Parken“, weiß Giese. „Würde dies vom Betreiber jedoch angeboten, wären unsere 490 Parkplätze wohl eher durch das Personal der Shops im Center sowie Mitarbeiter von umliegenden Banken und Versicherungen fast ganztägig belegt und die Kunden und Besucher würden keinen Platz finden.“

Drei moderne Anzeigetafeln sollen kommen

Und was sagt die Stadtverwaltung zu der Kritik am Parkleitsystem? Sprecher Matthias Thomas kündigt auf Anfrage an, dass drei Schilderstandorte des Parkleitsystems bis zum Jahresende durch moderne LED-Matrixanzeigen ersetzt werden sollen. „Diese ermöglichen zukünftig nicht nur die Anzeige des Parkleitsystems, sondern auch weiterer Verkehrsinformationen wie Warnungen, Routen- und Umleitungsempfehlungen.“

Topaktuell ist dieses Ansinnen nicht. Schon im Jahr 2022 hatte die Stadtverwaltung gegenüber der RHEINPFALZ erklärt, dass das Parkleitsystem erneuert werden soll. Denn bereits seit dem Jahr 2000 weisen die 34 Anzeigetafeln Autofahrern den Weg, die Technik stammt noch aus den 1990er Jahren. Vor vier Jahren hieß es aus dem Rathaus fast wortgleich, dass sich bis zum Jahresende etwas tun soll, dass das System digitaler und flexibler werden soll. Passiert ist seitdem aber nichts.

Versteckte Infos über Echtzeitbelegung

Was es gibt, was aber viele Stadtbesucher nicht wissen und was auch nicht besonders nutzerfreundlich ist: Unter www.kaiserslautern.de findet sich unter „Parkleitsystem“ ein Überblick über die aktuelle Parkplatzbelegung in Kaiserslautern. Da sind acht Parkhäuser in der Innenstadt aufgeführt – das Parkhaus auf dem Pfaff-Gelände fehlt –, inklusive der Anlage am Hauptbahnhof. Auch wie viele Stellplätze in der Meuthstraße frei sind, wird in Echtzeit aufgelistet.

Zumindest am Montag um die Mittagszeit ließ sich ablesen, dass von Parkplatznotstand keine Rede sein kann. Insgesamt 836 Parkplätze waren frei, unter anderem 45 in der Tiefgarage der Sparkasse am Altenhof, 116 im City-Parkhaus in der Löwenstraße, 76 bei Q-Park unter dem Pfalztheater. In ihrer Übersicht hat die Stadtverwaltung die Parkhäuser und die Stellflächen in der Meuthstraße in Zonen aufgeteilt. Danach gibt es die Parkbereiche Centrum Nord mit 990, Centrum West mit 1020, Centrum Ost mit 530 und Hauptbahnhof mit 360 Parkplätzen. Auf die Frage der RHEINPFALZ, ob diese Übersicht nicht leichter auffindbar sein müsste, reagierte die Stadtverwaltung so: „Die Homepage befindet sich aktuell in Überarbeitung durch das Referat Digitalisierung und Innovation. Den Hinweis auf eine bessere Sichtbarkeit nehmen wir gerne auf.“

Gespräche mit Google geführt

Warum Echtzeit-Parkdaten in Kaiserslautern nicht über Google Maps wie anderswo abrufbar sind, erklärt der Sprecher der Stadtverwaltung so: „Die Anzeige von Echtzeit-Parkdaten erfolgt in vielen Städten nicht über die Kommune, sondern die Betreibergesellschaften, welche den Navigationsdiensten die Daten für ihre angeschlossenen Parkhäuser bereitstellen. Dahinter liegt dann natürlich das Interesse, gegenüber dem Wettbewerber sich einen Vorteil zu verschaffen.“ Es seien aber über die Weitergabe von Verkehrs- und Parkdaten bereits Gespräche mit Google geführt worden. „Hierzu sind weitere Abstimmungen notwendig, um die technischen Anforderungen im Detail festzulegen und die Anpassungen der städtischen Infrastruktur vorzubereiten“, erläutert Thomas.

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