Wald-Marathon RHEINPFALZ Plus Artikel Hauenstein zieht Großveranstaltung durch

Äste können brechen, Bäume umstürzen, aber nicht nur im Wald drohen ortsübliche Gefahren.
Äste können brechen, Bäume umstürzen, aber nicht nur im Wald drohen ortsübliche Gefahren.

Der Wald-Marathon in der Südwestpfalz soll stattfinden, obwohl die Verkehrssicherungspflicht im Wald teuer, aber kaum zu gewährleisten ist.

Am 3. Oktober soll in Hauenstein (Kreis Südwestpfalz) der 9. Wald-Marathon stattfinden. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn auch die Verbandsgemeinde Hauenstein sieht sich mit einem Problem konfrontiert, das in diesem Jahr bereits mehrere Veranstalter zwang, geplante Events abzusagen: die Verkehrssicherungspflicht im Wald. Weil die Kosten zu hoch waren, um die Auflagen zu erfüllen, wurde unter anderem der Wandermarathon am Donnersberg abgesagt.

Diesen Weg will Patrick Weißler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hauenstein, nicht gehen. „Der Wald-Marathon ist eine sehr etablierte Veranstaltung und das Aushängeschild der Urlaubsregion Hauenstein“, sagt Weißler. Vielmehr fordert der Kommunalpolitiker von der Landesregierung eine Lösung für das Problem, das derzeit die Touristiker und die Gemeinden umtreibt.

Mehr gesunder Menschenverstand nötig

Im Pfälzerwald eine Verkehrssicherung zu leisten, sei schlicht nicht möglich, sagt Weißler mit Blick vor seine Haustür. So führe die 45 Kilometer lange Strecke des Wald-Marathons durch Staats-, Gemeinde- und Privatwald. Die Privatwaldbesitzer wüssten das häufig gar nicht, erklärt Weißler. „Das ist alles kompliziert“, bringt es der Bürgermeister auf den Punkt.

Es müsse eine Regelung gefunden werden, die dem gesunden Menschenverstand entspreche – wer in den Wald gehe, tue das auf eigene Gefahr. „Wir müssen uns von der Vollkasko-Mentalität verabschieden, das können wir gar nicht leisten“, sagt Weißler. Vielmehr sei Eigenverantwortung notwendig. Bei der Bürgermeisterrunde in der Südwestpfalz sei dieser Wunsch an die neue Landesregierung formuliert worden. „Es muss Klarheit geschaffen werden“, sagt Weißler. In Baden-Württemberg sei bereits eine Regelung gefunden worden, die es auch in Rheinland-Pfalz brauche.

Bürgermeister trägt das Risiko

Der Wald-Marathon wird von der Verbandsgemeinde Hauenstein gemeinsam mit dem Sportverein TSG Wilgartswiesen veranstaltet. Das persönliche Risiko der Veranstaltung trägt Patrick Weißler. Das zu übernehmen könne von Ehrenamtlichen nicht erwartet werden, sagt der Bürgermeister.

Mit Blick auf die Verkehrssicherungspflicht werde einige Wochen vor der Veranstaltung ein Baumgutachten erstellt. Dafür werden Kosten in Höhe von 5000 bis 6000 Euro anfallen, schätzt Weißler. Allerdings könne er noch nicht sagen, welche Folgekosten daraus entstehen. Sollten Bäume beanstandet werden, müssten sie auf Kosten der Verbandsgemeinde gefällt werden. Doch selbst das werde keine 100-prozentige Sicherheit bringen. „Was, wenn einige Tage vor dem Marathon ein Sturm kommt?“, fragt Weißler.

Ziel ist eine schwarze Null

Die Organisation der Veranstaltung werde durch eine Teilnahmegebühr in Höhe von 39 Euro pro Person gedeckt. 555 Plätze bietet Hauenstein an, die Veranstaltung ist jedes Jahr ausgebucht. Geld verdiene die Gemeinde damit nicht, das Ziel sei immer die schwarze Null, so Weißler. Ob die Verkehrssicherungspflicht dieses Ziel in Gefahr bringt, ist derzeit noch nicht klar – das hängt vom Ergebnis des Baumgutachtens ab.

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