Hauenstein / Wilgartswiesen RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzerwald: Warum der Wald-Marathon in Hauenstein stattfinden soll

Der Waldmarathon lockt Jahr für Jahr mehr als 500 Wanderer und Läufer in die Verbandsgemeinde Hauenstein.
Der Waldmarathon lockt Jahr für Jahr mehr als 500 Wanderer und Läufer in die Verbandsgemeinde Hauenstein.

Der Wald-Marathon in Hauenstein bringt jedes Jahr 555 Teilnehmer in die Südwestpfalz. Doch die Veranstaltung steht vor einem Problem: der Verkehrssicherung.

„Der Wald-Marathon ist das Aushängeschild unserer Urlaubsregion“, betont Patrick Weißler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hauenstein. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 3. Oktober statt. Es ist das neunte Mal, dass Teilnehmer aus dem In- und Ausland die 45 Kilometer lange Strecke, die über sieben Berge führt, in Angriff nehmen.

Die Wanderer reisten aus ganz Deutschland an, auch aus dem benachbarten Ausland gebe es Gäste, die es für die besondere Tour nach Hauenstein ziehe, erklärt Sonja Spieß, Leiterin des Tourist-Info-Zentrums Pfälzerwald. Die Teilnehmerzahl sei auf 555 Personen begrenzt, eine Anmeldung notwendig. Der Wald-Marathon sei in der Regel schnell ausgebucht.

Parkplätze begrenzen Teilnehmerzahl

Die Teilnehmerzahl zu erhöhen, sei wegen der Gegebenheiten vor Ort nicht möglich. Nur drei Prozent aller Wanderer nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel, sagt Spieß. Die meisten reisten mit dem Auto an. Damit die Parksituation vor Ort für die Anwohner erträglich bleibe, müsse die Teilnahme reglementiert werden. Das Interesse an der Veranstaltung sei deutlich größer, die Touristikerin schätzt, dass sie 800 Plätze vergeben könnte.

Rund 80 Prozent aller Teilnehmer kämen zum wiederholten Male. Viele übernachteten vor Ort, auch mit dem Wohnmobil werde angereist. Angeboten wird immer die gleiche Strecke, wer will, kann die 45 Kilometer durch einen Ausflug auf den Röddenberg erweitern. Start- und Endpunkt ist an der Falkenburghalle in Wilgartswiesen. Für Wanderer sei es möglich, auch vorher von der Strecke auszusteigen und sich per Shuttle an den Endpunkt bringen zu lassen, schildert Spieß.

Die Atmosphäre beim Wander-Marathon sei eine ganz besondere, es gehe sehr familiär zu. Das Event, das die Verbandsgemeinde Hauenstein gemeinsam mit dem Sportverein TSG Wilgartswiesen veranstaltet, werde stark vom Ehrenamt getragen, erzählt Spieß. Wanderer werden im Ziel mit Handschlag begrüßt, auch ein Präsent gibt es für die Teilnehmenden. Eine Fotobox für die Erinnerungen stehe bereit, es gebe eine Urkunde und zusätzlich werden Preise unter den Startern verlost.

Transponder gibt Auskunft

Die Organisation des Wander-Marathon läuft professionell ab: Jede Startnummer werde mit einem Transponder versehen, so dass sich nachvollziehen lasse, wo sich die Personen befinden. In der Regel funktioniere das gut, immer wieder gebe es jedoch Teilnehmende, die die Strecke verlassen und nach Hause gehen, ohne sich abzumelden, erzählt Spieß mit einem Lachen. Diesen werde dann hinterhertelefoniert, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung sei.

Finanziell werde die Veranstaltung über die Teilnahmegebühr gestemmt, pro Person sind das 39 Euro. Das gehe in der Regel mit einer schwarzen Null auf. Wie das in diesem Jahr aussieht, können Weißler und Spieß jedoch noch nicht sagen. Hintergrund ist die Diskussion um die Verkehrssicherungspflicht im Wald, die bei Veranstaltungen ausgeweitet wird.

Bei geplanten Veranstaltungen bezieht sie sich nicht nur auf Orte wie Bänke und Hinweisschilder, sondern gilt für die gesamte Strecke. Das stellt Veranstalter vor enorme Probleme und Kosten. Aus diesem Grund wurden bereits mehrere Events in diesem Jahr abgesagt, so auch der Wandermarathon am Donnersberg. Das will Weißler nicht tun. Er trägt für die Veranstaltung das persönliche Risiko.

Baumgutachter rückt vorher an

Mit Blick auf den Wander-Marathon werde ein Baumgutachten erstellt. Das werde zwischen 5000 und 6000 Euro kosten, überschlägt der Bürgermeister. Ob daraus Folgekosten entstehen, kann er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen. Denn sollten Bäume wegen der Verkehrssicherung gefällt werden müssen, fielen dadurch zusätzliche Kosten an.

Weißler und Spieß sind überzeugt: Es bräuchte dringend eine gesetzliche Regelung, die die Veranstalter entlastet. Wer den Wald besuchen wolle, tue das auf eigene Gefahr. Denn bei allen ergriffenen Maßnahmen – absolute Sicherheit gebe es nie. Das Bundeswaldgesetz sei mittlerweile über 50 Jahre alt und sollte an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, sagt Spieß.

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