Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Gastronomie öffnet wieder: So lief der Neustart in der Pfalz

Markus Schäffner empfängt die Gäste im Kaiserslauterer Lokal „St. Martin“ mit einem Gesichtsvisier.
Markus Schäffner empfängt die Gäste im Kaiserslauterer Lokal »St. Martin« mit einem Gesichtsvisier.

Mit der Wiedereröffnung am Mittwoch ist der große Ansturm auf Gaststätten und Kneipen in Rheinland-Pfalz zunächst ausgeblieben. In Mainz zeigt sich Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) verärgert über das Verhalten mancher Gastronomen.

Die meisten der Freisitze auf dem zentralen St. Martinsplatz in der Kaiserslauterer Innenstadt bleiben am Mittwoch leer. Beim In-Lokal „St. Martin“ empfängt Markus Schäffner seine Gäste mit einem Gesichtsvisier. Weder hier noch beim Biergartenlokal „Alter Hammer“ am Speyerer Rheinufer müssen Gäste wegen Platzmangels abgewiesen werden. Ähnlich sieht es im Ristorante Da Pino in Kusel aus.

„Das haben wir auch nicht anders erwartet“, sagt der Präsident des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Gereon Haumann. Es sei dennoch ein guter Tag, da zumindest ein Teil der Betriebe wieder habe öffnen können. Mut mache auch das von der Landesregierung vorgestellte Phasen-Modell für weitere Lockerungen.

Maske für Personal obligatorisch

Gastronomiebetriebe im Land dürfen seit Mittwoch unter strengen Vorgaben wieder öffnen. Genehmigt ist nur die Bedienung am Tisch, außer am Tisch müssen die Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der ist auch für das Personal obligatorisch. Zulässig ist der Gastrobetrieb zwischen 6 und 22 Uhr, zudem müssen sich Gäste anmelden und persönliche Daten hinterlassen.

Wirtschaftsminister Volker Wissing kritisiert am Mittag bei einer Pressekonferenz in Mainz das Verhalten mancher Gastronomen. Er sei erstaunt über Medienberichte gewesen, wonach Gastronomen die „Kreativität“ besessen hätten, mit Ordnungsbehörden vor Ort einen Kompromiss zwischen der Corona-Bekämpfungsverordnung und ihrem Geschäftsmodell auszuhandeln, sagt der FDP-Politiker. Das gehe selbstverständlich nicht. Nicht erlaubt sei beispielsweise der Verkauf an der Theke.

Minister: Keine Selbstbedienung erlaubt

„Es muss am Tisch bedient werden, das kann auch nicht mit den Ordnungsbehörden vor Ort anders besprochen werden“, so der FDP-Politiker weiter. Die Corona-Bekämpfungsverordnung der Landesregierung sei bindend für Gastronomen und kommunale Ordnungsbehörden. Nichts wäre fataler, als wenn Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssten, „weil über die Stränge geschlagen wird“.

Am Dienstag hatte Susanne Ganster (CDU), Landrätin des Landkreises Südwestpfalz, erklärt, sie habe sich gegenüber der Landesregierung dafür eingesetzt, den Betrieb von Hütten und Biergärten zu ermöglichen, indem beispielsweise Selbstbedienung erlaubt werde. Zusammen mit ihrem Landauer Kollegen Dietmar Seefeldt (CDU) habe sie an die Mainzer Adresse appelliert, auf Vorschläge von Gastronomen einzugehen, wie die Abstandsregeln trotz Selbstbedienung eingehalten werden können. Wie berichtet, hatte auch das Naturfreundehaus Rahnenhof bei Carlsberg (Kreis Bad Dürkheim) dafür ein ausgeklügeltes Konzept entwickelt.

Aktuelle Hüttenöffnungszeiten im Internet

Der Pfälzerwald-Verein hat auf seiner Internetseite www.pwv.de eine Rubrik „Aktuelle Corona-Hüttenöffnungszeiten“ eingerichtet, die laufend aktualisiert wird. Dort gibt es eine Übersicht, welche Hütten derzeit geschlossen sind, welche wann öffnen und welche sich auf einen Außerhausverkauf beschränken.

Nach jedem Gast wird der Tisch desinfiziert: Restaurant „Alter Hammer“ am Speyerer Rheinufer.
Nach jedem Gast wird der Tisch desinfiziert: Restaurant »Alter Hammer« am Speyerer Rheinufer.
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