Landau
Zwischen Pasta und Bratwurst: Albanisches Paar eröffnet Restaurant in Innenstadt
Am einen Tisch italienische Pasta, am anderen Saumagen und Bratwurst. Was erstmal wie ein ungewöhnliches Konzept wirkt, hat einen Hintergrund. „Eigentlich sollten nur italienische Gerichte auf der Speisekarte stehen, wir haben uns das Gebäude dann aber genauer angesehen und gedacht, hier müssen wir auch deutsche Küche anbieten“, sagt Xhulia Metolli, die mit ihrem Mann Xhoi Selamaj Anfang April das Restaurant Apolonia in der Marktstraße in Landau eröffnet hat. Das Fachwerkhaus am Rande der Innenstadt mit der Aufschrift „Pfälzerstube“ schreie förmlich nach deutscher Küche.
Selbstständig eine eigene Gastronomie zu leiten, war die Idee ihres Mannes. Metolli ist eigentlich Krankenschwester. Für den Traum des Gatten lässt sie ihren eigentlichen Beruf aber für eine Weile ruhen. „Ich will irgendwann wieder als Krankenschwester arbeiten“, sagt sie.
Paar wollte eigentlich in Heilbronn eröffnen
Das Paar kam 2018 nach Deutschland. Selamaj arbeitete seitdem in der Gastronomie in Heilbronn. Ursprünglich war es auch die Idee, dort das eigene Restaurant zu eröffnen. „Wir haben gesucht, aber nichts gefunden. Mein Onkel hat mir dann erzählt, dass hier in Landau etwas frei ist“, berichtet der 30-Jährige. Die beiden wussten vorher nicht viel über Landau, fühlen sich aber wohl. „Landau ist eine kleine Stadt, die authentisch geblieben ist“, sagt Metolli.
Nachdem die Idee der Selbstständigkeit da und ein Ort dafür gefunden war, brauchte es noch einen Koch. Nach einer Ausschreibung und mehreren Vorstellungsgesprächen fiel die Wahl auf einen albanischen Landsmann des Paares. „Wir mussten uns dann auch erstmal mit ihm absprechen, ob er auch deutsche Küche kann und Lust darauf hatte, aber er hat sofort zugestimmt“, sagt Metolli.
Ein Stück albanische Heimat nach Landau bringen
Sie und ihr Mann wollen aber nicht nur die Geschichte des Gebäudes wahren, sondern auch etwas von ihrer eigenen Herkunft mitbringen. Der Name des Restaurants Apolonia stammt von einem Tempel in Fier, der Heimatstadt von Selamaj. Der Tempel wurde bereits in der Römerzeit gebaut, erklärt das Paar. „Außerdem haben wir uns dazu entschieden, in unserem Logo eine Sonne einzubauen, da wir aus einem sehr sonnigen Land kommen“, sagt Metolli, die aus der albanischen Hauptstadt Tirana stammt.
In den knapp zwei Monaten, die es das Restaurant nun in Landau gibt, sei noch nicht viel los gewesen. Dennoch sind Selamaj und Metolli zuversichtlich. „Die Gäste, die da waren, waren alle zufrieden und sind auch wieder gekommen. Auch wenn wir noch nicht so lange hier sind, haben wir schon so etwas wie Stammkunden“, berichtet Metolli. Hin und wieder merken die beiden auch, dass der Frühling die ein oder andere Touristengruppe nach Landau zieht. Das Paar hofft, dass die Landauer und Gruppen von außerhalb auf ihre Gastronomie aufmerksam werden. „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb, der seinen Gästen mit viel Leidenschaft etwas bieten möchte. Bei uns sollen sich die Leute wie zu Hause fühlen“, sagt Selamaj. Daher dürfe es außer Spaghetti Bolognese auch mal Rumpsteak oder Lammkotelett geben.