Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Von silbrig über dornig bis essbar – die Ölweide

Als Kugelbaum ist die Ölweide besonders dekorativ.
Als Kugelbaum ist die Ölweide besonders dekorativ.

Als Hecke oder zierendes Einzelelement – auf jeden Fall ist die Ölweide ein Gewächs, das dem Klimawandel trotzen kann. Zwar ist sie bei uns nicht heimisch. Bienen und andere Insekten sowie Vögel interessiert das aber nicht. Wer sich diese Nahrungsquelle in den Garten holt, muss bei der Pflege nur wenig beachten.

Hinter der Gattung Ölweide (Elaeagnus) verbergen sich zahlreiche immergrüne und einige sommergrüne Arten, die ursprünglich alle in den gemäßigten Klimazonen und in den Tropen beheimatet sind. Viele von ihnen stammen aus China. Die Ölweide gehört zur Gattung der Ölweidengewächse und ist mit dem bei uns bekannteren Sanddorn (Hippophae) eng verwandt. Mit den Weidenbäumen hat sie dagegen nichts zu tun.

Sogar Mitte Dezember bieten die Blüten der Wintergrünen Ölweide Hummeln Nahrung.
Sogar Mitte Dezember bieten die Blüten der Wintergrünen Ölweide Hummeln Nahrung.

Ölweiden sind keine Neuentdeckung und keine neue Zucht. Sie wuchsen schon vor mehr als 30 Millionen Jahren auf der Erde. Warum sich in unserer Zeit immer mehr Ölweiden-Arten und -Sorten im Fachhandel finden lassen, liegt sicher auch daran, dass sich das Klima verändert und die Pflanzen sich mit unseren nicht mehr allzu strengen Wintern arrangieren. Obendrein zählt die Ölweide zu den Pflanzen, die gut mit Trockenheit klarkommen.

Symbiose mit Bakterien

Die Ölweide hat einige bemerkenswerte Eigenheiten. Sie hat etwa die Fähigkeit, in einer symbiotischen Beziehung mit Knöllchenbakterien zu leben. Mithilfe dieser Bakterien ist die Pflanze in der Lage, freien Luftstickstoff im Boden zu binden, umzuwandeln und pflanzenverfügbar zu machen. Eine Fähigkeit, die es der Ölweide ermöglicht auch sehr nährstoffarme Böden zu besiedeln und dort zu gedeihen.

Die Früchte werden gerne von Vögeln gefressen.
Die Früchte werden gerne von Vögeln gefressen.

Eine weitere Überlebensstrategie findet sich in den Blättern, die je nach Art und Sorte rund, oval oder lanzettförmig sein können, sich grün oder gelb, mitunter sogar zweifarbig zeigen und vor allem lederartig sind. Die Blätter sind zudem braun bis silbrig beschuppt oder behaart.

Haare gegen Hitze

Diese Bedeckung der Blätter mit haarähnlichen oder schuppigen Strukturen reduziert das Aufheizen bei Sonnenlicht. Das Licht wird durch die vergrößerte Oberfläche stärker gebrochen, es kommt zu einem reduzierten Lichteinfall und damit zu einer niedrigeren Temperatur im Inneren des Blattorgans. Die haarig-schuppige Struktur kontrolliert obendrein die Transpiration und wirkt so einem zu starken Wasserverlust entgegen. Auch ist die Struktur des Blattes gegen äußere Schädigungen etwa durch gefräßige Insekten nützlich.

Der Neuaustrieb ist braun geschuppt.
Der Neuaustrieb ist braun geschuppt.

Durch die ledrige Oberfläche fließt das Regenwassers gut ab und spült etwa Schmutz, der die „Blattatmung“ behindern kann, sowie Bakterien und Mikropilze, die Krankheiten auslösen könnten, ab.

Immergrüne Hecke

Die Ölweide stört sich zudem nicht an Salzen im Boden. Diese Verträglichkeit prädestiniert sie etwa für straßennahe Grundstücksgrenzen. Eine Ölweide als immergrüne Hecke an der Grenze des Gartens ist somit eine der Verwendungsmöglichkeiten. Elaeagnus ebbingei, die Wintergrüne Ölweide, kommt hier infrage. Sie wächst flott, wird etwa drei Meter breit und ebenso hoch. Die duftenden, kleinen, weißen, röhrigen Blüten zeigen sich von Oktober bis in den Dezember und stehen Insekten somit zu einer Zeit zur Verfügung, in der sonst kaum etwas blüht.

Die roten Früchte der Vielblütigen Ölweide sind essbar und können zum Beispiel zu Marmelade verarbeitet werden.
Die roten Früchte der Vielblütigen Ölweide sind essbar und können zum Beispiel zu Marmelade verarbeitet werden.

Als Flachwurzler nimmt Elaeagnus ebbingei auch einen Platz im Kübel nicht übel. Dort lässt sie sich – und das gilt für die meisten Ölweiden – problemlos schneiden. Bonsai-Kunst an der Ölweide steht nichts im Wege.

Duft und Nahrung

Laubabwerfend, aber nicht minder robust gegen alle Widrigkeiten zeigt sich Elaeagnus angustifolia, die Schmalblättrige Ölweide. Sie braucht, wird sie nicht geschnitten, recht viel Platz. Sie wächst problemlos auf sechs Meter Breite und acht Meter Höhe heran, und das in relativ kurzer Zeit. Im Mai/Juni stellen sich bei ihr silbrig-gelbe Blüten ein, die einen süßlichen Duft verbreiten und von Insekten gerne angeflogen werden. Aus den Blüten entwickeln sich essbare gelbe Früchte.

Die laubabwerfende Schmalblättrige Ölweide erinnert an Olivenbäume und blüht silbrig-gelb.
Die laubabwerfende Schmalblättrige Ölweide erinnert an Olivenbäume und blüht silbrig-gelb.

Wer Lust am Schneiden hat, kann der Schmalblättrigen Ölweide einen Formschnitt verpassen. Die Schere wird am besten nach dem Fall des Laubes angesetzt. Handschuhe sollte man nicht vergessen, diese Ölweiden-Art wehrt sich mit kräftigen Dornen.

Wachstum bändigen

Besonders viele Blüten und Früchte bietet Elaeagnus multiflora, die Vielblütige Ölweide. Dornenlos wächst der Strauch auf bis zu fünf Meter heran. Die bis zu 1,5 Zentimeter langen roten Früchte sind essbar, werden aber meist von den Vögeln stibitzt. Die Vielblütige Ölweide gilt als bienenfreundlich und als Vogelnährgehölz.

Die Wintergrüne Ölweide gibt es auch mit panaschierten Blättern.
Die Wintergrüne Ölweide gibt es auch mit panaschierten Blättern.

Außer diesen Ursprungsarten gibt es viele weitere Arten und Sorten, auch solche, die nicht ganz so wüchsig sind, und solche, die zur Ausbreitung und Verwilderung neigen. Dazu zählt die Silber-Ölweide, Elaeagnus commutata. Dieser aufrecht wachsende Strauch trumpft durch silbrige Blätter und ebensolchen Blüten auf. Eine Wurzelsperre oder das „Einsperren“ im Kübel ist mit Blick auf das starke Rhizomwachstum sinnvoll. Andererseits eignet sich diese Art besonders gut, um trockene Hänge im Garten zu befestigen.

Die Silber-Ölweide neigt dazu, sich auszubreiten.
Die Silber-Ölweide neigt dazu, sich auszubreiten.
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