Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Sumpfschwertlilien können Teiche klären

Die Sumpfschwertlilie kann recht üppig wachsen und sollte regelmäßig geteilt werden.
Die Sumpfschwertlilie kann recht üppig wachsen und sollte regelmäßig geteilt werden.

Wer eine unkomplizierte, vielseitige Pflanze für seinen Gartenteich sucht, sollte es mit der Sumpfschwertlilie versuchen. In der freien Natur steht die gelbe Wildstaude unter Naturschutz, im Garten bereichert sie als Zierpflanze jeden Uferbereich. Einen kleinen Nachteil lässt sie schnell vergessen.

Mit ihrem schwefelgelben Blütenschmuck ist die Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) im Frühsommer nicht nur eine Bereicherung der Gewässerufer, sondern auch eine wertvolle Hummel-, Fliegen- und Schwebfliegenblume, an der sich auch die Frühlingspelzbiene (Anthophora plumipes) einfinden kann. Darüber hinaus punktet die mehrjährige heimische Wildstaude mit vielen weiteren Vorzügen.

Gegenüber anderen Pflanzen des Wassers und des Wasserrandes erweist sich die Sumpfschwertlilie als konkurrenzstark, verdrängt aber ihrerseits andere Pflanzen nicht. Vergesellschaftet werden kann sie in naturnahen Gartenteichen mit Teichbinse, Froschlöffel, Wasserfeder, Zungenhahnenfuß, Igel- und Rohrkolben, Sumpfveilchen sowie Sumpfdotterblume.

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Info: Sumpfschwertlilien für den Garten

Sie besteht sehr gut in Röhrichtpflanzungen mit verschiedenen Seggenarten (Carex) – was sie auch für Dachbegrünungen in Form von Sumpfpflanzendächern interessant macht. Hier kann sie zusätzlich mit Nadelsimse, Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Kuckuckslichtnelke und verschiedenen Simsenarten kombiniert werden.

Einen kleinen Nachteil hat die auch Wasserlilie genannte Pflanze: Sie ist in allen Teilen giftig. Werden Blätter, Blüten oder Teile der Wurzeln etwa von Haustieren gefressen, kann dies zu Übelkeit und Erbrechen führen. Daher sollten auch Kleinkinder im Garten beaufsichtigt werden. Wer allergiegefährdet ist, sollte im Umgang mit der Staude Handschuhe tragen.

Blütenpracht erscheint von Mai bis Juli

Die Sumpfschwertlilie möchte einen sonnigen bis halbschattigen Standort an Teich- und Grabenrändern oder mitten in künstlichen Bachläufen im Garten. Sie verträgt Wasserstände bis zu 30 Zentimetern Höhe und Untergründe mit hohem Nährstoffgehalt. Der Boden darf nass, feucht bis frisch sein, und sein pH-Wert kann im alkalischen, neutralen bis sauren Bereich liegen.

Die frohwüchsige Pflanze wird 50 bis 120 Zentimeter hoch. Die grasgrünen, schwertförmigen Blätter werden etwa drei Zentimeter breit. Die Blüten erscheinen in mehrblütigen Ständen je nach Standort von Mai bis Juli.

Am Laub sind die Raupen der Schmetterlingsarten Rohrkolbeneule, Braunes Moderholz, Moor-Wiesenvögelchen und Schmalflügeliger Fleckleibbär zu finden. Auch der Seidige Rohrkäfer ist hier zu Hause.

Wie zahlreiche wasserliebende Pflanzenarten eignet sich auch die Sumpfschwertlilie hervorragend für die Verwendung in Pflanzenkläranlagen. Die Mannheimer Niederlassung von John Deere hat sie beispielsweise vor Jahren zur Reinigung der mit Phosphaten und Mineralölkohlenwasserstoffen belasteten Abwässer der Traktorenlackiererei verwendet. Die Abbauwerte waren dabei besser als die einer konventionellen Kläranlage, bei der zudem höhere Unterhaltungskosten veranschlagt werden müssen.

Dank ihrer Klärleistung und ihrer festen Bewurzelung eignet sich die standfeste Sumpfschwertlilie auch für künstliche Bachläufe in Gärten. In einen Kreislauf gepumpt, wird Wasser aus Schwimmteichen oder mit Kois und Goldfischen bestückten Gartenteichen sauberer, wenn die anderen Rahmenbedingungen für die Wasserlilie stimmen.

Es empfiehlt sich, die Pflanzen in Pflanzkörbe zu setzen, um dem übermäßigen Wuchern der Wurzeln Einhalt zu gebieten. Im Sommer kann das Rhizom nach der Blüte mit einem scharfen Messer geteilt, weitergegeben oder an anderen Stellen im Garten eingesetzt werden.

Eine Vermehrung über Samen ist ab September möglich. Blüten erscheinen dann jedoch erst nach zwei bis vier Jahren. Im Fachhandel sind im sogenannten Logatainer gezüchtete Pflanzen erhältlich. Der spezielle ovale Pflanzcontainer soll eine Anzucht ohne Fremdsubstrat und mit wenig Erde gewährleisten, sodass die Pflanzen ein starkes Wurzelwerk entwickeln, das sie nach dem Auspflanzen überall schnell Fuß fassen lässt.

Auch Käfer wie der Scharlachrote Feuerkäfer fliegen auf die Blüten.
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