Games Resident Evil Requiem: Was Teil 9 der Videospielreihe besonders macht

Protagonistin im neusten Resident Evil: Grace Ashcroft.
Protagonistin im neusten Resident Evil: Grace Ashcroft.

Mit Resident Evil 9 ist ein lang erwartetes Videospiel- erschienen – und voll eingeschlagen. Das Spiel ist nichts für schwache Nerven, aber stark inszeniert.

Resident Evil war noch nie etwas für schwache Nerven. Nicht damals, in Raccoon-City, als Leon Kennedy und Claire Redfield von Mr. X durch die Flure der Polizei-Station gejagt wurden, nicht als Ethan Winters im Haus der verrückt gewordenen Familie Baker seine Ehefrau Mia retten wollte und auch heute nicht. Mittlerweile ist die Horror-Spiele-Reihe bei Teil 9 angekommen, der vor Kurzem erschien und von Fans schon sehnsüchtig erwartet wurden. Denn Resident Evil hat auch im neusten Teil „Requiem“ nichts von seinen Stärken eingebüßt, die es mal verloren, im Haus der Bakers damals aber wiedergefunden hatte. Schockmomente, stark inszeniert, kommen auch in Requiem nicht zu kurz – aber auch Action und Fanservice hat Entwickler Capcom in den Vordergrund gerückt. Wie das geht?

Nun, das Spiel teilt die Handlung auf zwei Charaktere auf: Eine neue Protagonistin und einen alt bekannten Serienhelden. Da wäre Grace Ashcroft, FBI-Analytikerin, die ihre Arbeit oft am Schreibtisch verbringt, aber auch eine bewegte Vergangenheit hat. Ihr Chef schickt sie gleich zu Beginn des Spiels zu einer wichtigen Untersuchung in ein verlassenes Hotel, mit dem sie ein traumatisches Ereignis verbindet: Den Tod ihrer Mutter, der inzwischen aber einige Jahre zurückliegt. Nun soll sich in dem stillgelegten Etablissement erneut ein Todesfall ereignet haben. Bei der Untersuchung von alldem gräbt Grace auch in ihrer Vergangenheit – und findet Zusammenhänge. Mehr sei an dieser Stelle zur Story des Spiels nicht verraten.

Alle Wege führen nach Raccoon City

Außer, dass irgendwann alle Wege nach Raccoon City führen, der fiktiven Stadt, in der vor so langer Zeit das Zombie-Virus ausgebrochen ist. Leon Kennedy hat das damals als blutjunger Polizist an seinem ersten Tag erlebt. Jetzt, fast 30 Jahre später, ist er erfahren, gestählt – und krank. Ein Schicksal, das offenbar auch mit den Todesfällen zusammenhängt. Auszurechnen, dass sich die Pfade mit Grace kreuzen werden. Ein Spiel aus zwei Perspektiven zu erzählen, ist keine neue Idee. Aber eine, die in Resident Evil 9 bestens funktioniert. Das liegt vor allem an den Gegensätzen der Protagonisten. Sie spielen sich gänzlich unterschiedlich. Grace, ängstlich und kaum kampferfahren, muss viel schleichen, um zurechtzukommen. Standardmäßig ist hier die Ego-Perspektive eingestellt, was den grandios inszenierten Horror noch immersiver und intensiver macht. Gleich zu Beginn hat es die junge Agentin mit einem schier übermächtigen Grauen zu tun, das sie verfolgt. Kämpfen wäre zwecklos.

Ganz anders Leon, der schon immer eher für die actionreicheren Resident-Evil-Teile stand. In Part 9 hat er wieder ein kleines Waffen-Arsenal zur Verfügung, richtet aber auch mit seiner Axt kräftig Schaden an. Besonders ein freier Abschnitt in Raccoon City bleibt aus dem Spiel in Erinnerung – denn er führt Leon an altbekannte Orte und zu altbekannten Widersachern. Das macht mächtig Laune und ist zudem noch gut erzählt – wenngleich die Handlung noch nie die große Stärke der Teile war. Markante Charaktere, grausige Gegner und tolle Schauplätze hat Capcom in jedem Fall geschaffen. Größter und fast einziger richtiger Kritikpunkt in „Requiem“ sind die Bosskämpfe, die in der Serie schon einmal (deutlich) fordernder waren.

Bewertung

9 von 10 Punkten

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