Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Zerstörter Staudamm: Drehen an der Spirale des Wahnsinns

Eine Frau in Cherson auf einer Straße, die durch den Bruch des Staudamms überflutet wurde.
Eine Frau in Cherson auf einer Straße, die durch den Bruch des Staudamms überflutet wurde.

Es spricht einiges dafür, dass Russland hinter der Sprengung des Staudamms steckt.

Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms mitsamt der noch unabsehbaren Folgen für die dort lebenden Menschen und die Umwelt markieren eine neue Etappe im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Sollte der Damm tatsächlich vorsätzlich gesprengt worden sein, wofür derzeit das allermeiste spricht, wurde damit die Spirale des Wahnsinns ein gutes Stück weitergedreht.

Wie schon häufig seit Kriegsausbruch weisen sich beide Seiten nun die Schuld zu. Für externe Beobachter ist kaum nachzuvollziehen, wer für das Geschehen die Verantwortung trägt. Aber es spricht einiges dafür, dass die russische Seite den Damm zerstört hat. Zum einen liegt der militärstrategische Nutzen der Tat eindeutig auf russischer Seite. Zum anderen ist der Komplex seit Kriegsbeginn von russischen Truppen besetzt, und es braucht einiges an präziser Vorbereitung, um eine Zerstörung solchen Ausmaßes anzurichten. Und ja: Die Neigung, mit dem Finger nach Moskau zu weisen, ist auch deshalb groß, weil man der dortigen Führung nach über 15 Monaten Angriffskrieg jede Ungeheuerlichkeit zutraut.

Fragen und Antworten: Was über den Staudamm-Bruch bekannt ist

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