Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Wie viele Kirchen wurden in der Pfalz bislang abgerissen?

Die Mitglieder werden immer weniger, die Gebäude kosten Geld. Das zwingt zum Handeln. Bis 2060 werden die großen Kirchen bis zu
Die Mitglieder werden immer weniger, die Gebäude kosten Geld. Das zwingt zum Handeln. Bis 2060 werden die großen Kirchen bis zu 40.000 ihrer Immobilien verkaufen müssen.

Es gibt verschiedene Ansätze von Katholiken und Protestanten, um die Anzahl der Gebäude zu reduzieren.

Wie ist der Gebäudebestand in der Evangelischen Kirche der Pfalz und im Bistum Speyer?
Katholiken: Laut Bestandsübersicht des bischöflichen Bauamtes (Stand Mai 2023) gibt es 548 Kirchen und Kapellen, 70 Pfarrhäuser, 364 Pfarrheime und 295 sonstige Gebäude sowie 138 Kindertagesstätten (Stand 2021)

Protestanten: Landeskirche und Kirchengemeinden unterhalten 517 Kirchen, 115 Gemeindehäuser, 311 Pfarrhäuser und 216 gemischt genutzte Räume und Verwaltungsgebäude sowie 180 Kindertagesstätten.

Wie viele Kirchen wurden bislang verkauft, abgerissen oder umgenutzt?
Katholiken: Seit 2004 wurden im Bistum Speyer 29 Kirchen und Kapellen profaniert, davon fünf bislang abgerissen. Die ehemalige Kirche in Ludwigshafen St. Maria wird beispielsweise durch die griechisch-orthodoxe Gemeinde und Pirmasens Christ König durch eine Freie Christengemeinde genutzt. In St. Ingbert wurde die Kirche St. Pirmin in eine Kindertagesstätte umgebaut.

Protestanten: In der Evangelischen Kirche der Pfalz wurde bislang nur eine Kirche verkauft. Die Kirche in Otterbach wird als Motorrad-Museum genutzt. In den Kirchen in Laumersheim und der Christuskirche im Homburger Stadtteil Bruchhof-Sanddorf wurde jeweils ein Gemeinderaum in der Kirche integriert, so dass die Gemeindehäuser verkauft wurden. Der Innenraum der Kirche in Neuhofen wurde für eine multifunktionale Nutzung einschließlich Aussegnungshalle umgestaltet. Die Kirchen in St. Alban, Blieskastel-Webenheim oder Bad-Dürkheim-Seebach werden als Kolumbarien genutzt.

Wie viele Kirchen stehen unter Denkmalschutz, was manche Veränderung erschwert?
Katholiken: Rund 420 Kirchen und Kapellen stehen unter Denkmalschutz. Die Anzahl lässt sich laut Pressestelle des Bistums nicht exakt beziffern, da alle Sakralbauten im Einzelfall unter dem Aspekt des Denkmalschutzes zu betrachten seien, zum Beispiel als Teil einer „Denkmalzone“.

Protestanten: Von allen Gebäudekategorien ist zirka ein Drittel der Gebäude denkmalgeschützt, fast alle Kirchen stehen unter Denkmalschutz.

Welche Vorgaben gibt es von der Kirchenleitung, den Gebäudebestand zu reduzieren?
Katholiken: Bislang gab es die Vorgabe, Pfarrheimflächen zu reduzieren. Dafür wurde für jede Pfarrei eine Zielzahl, beziehungsweise Quadratmeterzahl festgelegt. Die Pfarreien, die aus mehreren Gemeinden bestehen, wurden aufgefordert, dies in einem Gebäudekonzept umzusetzen. Die überzähligen Pfarrheimflächen sollen durch Verkauf der Immobilie oder eine Fremdvermietung abgebaut werden. Bislang haben 22 der 70 Pfarreien ein genehmigtes Gebäudekonzept entwickelt.

Protestanten: In der pfälzischen Landeskirche gibt es keine Vorgaben, wie viele Gebäude abgegeben werden müssen. Dort ist festgelegt, dass 30 Prozent der Gebäudekosten bis 2030 und 90 Prozent der Treibhausgase bis zum Jahr 2035 eingespart werden müssen. Um Kosten zu reduzieren werden unterschiedliche Wege aufgeführt: gemeinsame Nutzung mit anderen Glaubensgemeinschaften oder mit Kommunen, Vermietung oder auch Verkauf.

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