Meinung
Ukraine-Konflikt: Warum lange Verhandlungen nur für Russland gut sind
Es wirkte etwas bemüht, als Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in Florida positive Stimmung verbreiten wollten. Bei den Verhandlungen im Ukraine-Konflikt habe es große Fortschritte gegeben, hieß es; konkret benennen konnten die beiden Präsidenten diese vermeintlichen Fortschritte aber nicht. Im Gegenteil: Es hakt weiterhin an entscheidenden Punkten – allen voran bei der Frage nach ukrainischen Gebietsabtretungen an Russland.
Das Problem: Wieder einmal saß der Kreml nicht am Gesprächstisch. Lediglich ein einstündiges Telefonat führte Trump mit Putin vor dem Treffen mit Selenskyj – zu wenig, um eine entscheidende Dynamik herbeizuführen. So ziehen sich die Gesprächsrunden weiter in die Länge, und eine Lösung ist auch in den kommenden Wochen nicht in Sicht.
Trump darf Putins Spiel nicht mitspielen
Gut ist das nur für den Kreml, der nach wie vor auf einen Sieg auf dem Schlachtfeld setzt. Eigene ernsthafte Friedensvorschläge? Fehlanzeige. Putin redet bislang nur mit Trump, der sich offenbar davon geschmeichelt fühlt und das russische Spiel auf Zeit mitmacht.
Für die Ukraine tickt die Uhr hingegen erbarmungslos. Der US-Präsident sollte Putin endlich überzeugen, konstruktiv an einem Lösungsvorschlag mitzuwirken. Trump muss Russen und Ukrainer an einen Tisch bringen, damit die Verhandlungen wieder Fahrt aufnehmen. Einseitige Treffen mit der US-Administration kosten lediglich Zeit.