Venezuela RHEINPFALZ Plus Artikel Tödlicher US-Schlag gegen Mafiaboss

US-Aufnahmen zeigen die Explosion nach dem tödlichen Angriff im Süden Venezuelas.
US-Aufnahmen zeigen die Explosion nach dem tödlichen Angriff im Süden Venezuelas.

US-Präsident Donald Trump verkündete die Nachricht auf seinen Netzwerken: Man habe den gefürchteten Chef des Kartells „Tren de Aragua“ in einer Spezialoperation getötet.

Héctor Rusthenford Guerrero Flores, besser bekannt als „Niño Guerrero“, sei mit einem „schnellen und tödlichen kinetischen Schlag erfolgreich ausgeschaltet“ worden. Dazu veröffentlichte Trump ein Video, das die Explosion eines Hauses zeigt. Der Präsident nannte den aus dem venezolanischen Bundesstaat Aragua stammenden „Tren de Aragua“ eine der „blutrünstigsten Terrororganisationen des Planeten“. Was Trump nicht sagte: Guerrero wurde auf venezolanischem Territorium getötet.

Für Lateinamerika ist der Tod des 42-jährigen Mafiabosses gleich in doppelter Hinsicht eine bedeutende Nachricht. Zum einen wird damit ein transnationales Syndikat enthauptet, das tatsächlich von den USA bis Chile für Schrecken sorgt.

Drogen und Gewalt

Drogen- und Menschenschmuggel, Geldwäsche, Gewaltverbrechen und Unterwanderung des Staates sind das Hauptgeschäft des „Tren de Aragua“. Gegen Guerrero lief in New York ein Verfahren wegen organisierter Kriminalität und Terrorismus-Vorwürfen. Der Schlag im Süden Venezuelas belegt aber auch, wie selbstverständlich die Vereinigten Staaten in Lateinamerika intervenieren, als sei es ihr ureigenstes Einflussgebiet. Die Erdrosselungsstrategie gegen Kuba, die Haftbefehle gegen mexikanische Gouverneure und die Entführung von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro am 3. Januar belegen die neue US-Außenpolitik in Lateinamerika. Fast vergessen ist, dass Trump ganz zu Beginn seiner Amtszeit drohte, den Panamakanal „zurückzuholen“, den die Vereinigten Staaten von 1914 bis 1999 unter ihrer Kontrolle hatten.

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