Meinung Syrien braucht Perspektive

Zuletzt haben die Islamisten Hama eingenommen.
Zuletzt haben die Islamisten Hama eingenommen.

Aleppo und ganz Syrien dürfen nicht länger im Stich gelassen werden. Es ist höchste Zeit, dass der Westen handelt – bevor es erneut zu spät ist.

Der Vormarsch islamistischer Gruppen wie Hay’at Tahrir al-Sham (HTS) ist eine alarmierende Entwicklung, die weit über Syrien hinausreicht. Solche Kräfte sind nicht nur eine Bedrohung für die Bevölkerung in Aleppo, sondern für die gesamte Region und letztlich auch für Europa. Denn wo Extremisten erst einmal Fuß gefasst haben, folgen oft Terror und Unterdrückung.

Es ist bezeichnend, dass das Leid der Menschen in Syrien über Jahre hinweg nur punktuell Beachtung fand. Die Zerstörung der Städte, die systematischen Menschenrechtsverletzungen und die Flüchtlingsströme waren für viele westliche Regierungen vor allem politische oder humanitäre Herausforderungen – aber kein Anlass, den Konflikt an der Wurzel zu lösen. Dabei ist klar: Ein Syrien ohne Perspektive wird auch weiterhin Millionen zur Flucht treiben und Extremisten neue Rekrutierungsfelder bieten.

Nun, da Aleppo wieder in den Schlagzeilen ist, müssen die internationalen Akteure ihrer Verantwortung endlich gerecht werden. Das bedeutet, die Interessen der syrischen Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen – jenseits geopolitischer Machtspiele. Es braucht eine langfristige Friedensstrategie, die sowohl die Herrschaft von Baschar al-Assad als auch den Einfluss extremistischer Gruppen beendet. Andernfalls droht eine Spirale der Gewalt, die nicht nur Syrien, sondern die gesamte Region in den Abgrund reißen könnte.

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