Meinung Rot-Grün in Hamburg trotzt Gegenwind

Können weiter regieren: Peter Tschentscher (SPD) und Katharina Fegebank (Grüne).
Können weiter regieren: Peter Tschentscher (SPD) und Katharina Fegebank (Grüne).

Anders als im Bund gab es bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg keine Wechselstimmung. Das liegt auch an den dort herrschenden Verhältnissen.

Es war ein kräftiger Gegenwind, der den Hamburger Regierungspartnern SPD und Grüne da aus Berlin entgegenwehte. Beide Parteien erlitten denn auch deutliche Verluste – einer Fortsetzung der rot-grünen Zusammenarbeit steht den Zahlen von Sonntagabend zufolge gleichwohl nichts im Weg.

In Stadtstaaten wie Hamburg ticken die Uhren anders

Die Bürgerschaftswahl in der Hansestadt lieferte den erneuten Beleg dafür, dass insbesondere in Stadtstaaten die politischen Uhren mitunter anders ticken als im Rest der Republik. Insofern darf sich die SPD eine Woche nach dem katastrophalen Abschneiden bei der Bundestagswahl über ihren – relativen – Erfolg in Hamburg zwar freuen. Weitergehende, über Hamburgs Grenzen hinausreichende Rückschlüsse verbieten sich aber. Mit einer Ausnahme: Auch diese Wahl hat gezeigt, dass die Kombination aus einem beliebten Regierungschef wie Peter Tschentscher und einer weitgehend geräuschlos arbeitenden Koalition imstande ist, Wähler trotz massiver äußerer Widrigkeiten zu überzeugen und keine Wechselstimmung aufkommen zu lassen.

Zufrieden sein kann die CDU an der Elbe. Nachdem es für sie in Hamburg bei mehreren Wahlen in Folge stets abwärts gegangen war, legte sie dieses Mal enorm zu. Die AfD hingegen, für die es bei Wahlen in den vergangenen Monaten scheinbar kein Halten mehr gab, gewann zwar ebenfalls Stimmen hinzu, aber in überschaubarer Größenordnung. Aber auch hier gilt: Hamburg ist eben Hamburg.

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