Politik Nordkorea bietet Abbau von Atomanlage an
«Pjöngjang.»Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Abrüstungsschritte angekündigt. Auf einem Gipfel mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In in Pjöngjang bot Kim gestern überraschend die Demontage seines wichtigsten Atomkomplexes an. Er fordert dafür aber Entgegenkommen der USA.
Die festgefahrenen Verhandlungen der USA mit Nordkorea über die atomare Abrüstung wiederzubeleben, war eines der wichtigsten Ziele von Präsident Moon, der am zweiten Gipfeltag mit Kim eine „Erklärung von Pjöngjang“ unterzeichnete. Nordkoreas Machthaber bekräftigte seine grundsätzliche Bereitschaft zur Abrüstung, ließ aber weiter offen, wann und wie sein Atomwaffen- und Raketenarsenal konkret abgebaut werden kann. „Wir haben vereinbart, die koreanische Halbinsel zu einem Land des Friedens ohne Atomwaffen und ohne nukleare Bedrohung zu machen“, sagte Kim bei einem gemeinsamen Auftritt mit Moon. Der Konflikt schwelt seit Jahrzehnten. Ein Friedensvertrag wurde nie geschlossen. Die Streitkräfte beider Seiten vereinbarten vertrauensbildende Maßnahmen nahe der schwer befestigten Grenze, um Zwischenfälle zu vermeiden. An der Demarkationslinie werden Flugverbotszonen eingerichtet und ab 1. November auch Militärübungen eingestellt, die auf den jeweiligen Nachbarn abzielen. Südkoreas Präsident berichtete, Kim habe auf dem Gipfel angeboten, seine größte Atomanlage Yongbyon zu schließen, wenn ihm die USA mit „entsprechenden Maßnahmen“ entgegenkämen. Nordkorea will zudem nach Angaben Moons die Testanlage für Raketenantriebe in Sohae an der Westküste und die dortige Startrampe unter Aufsicht internationaler Inspekteure abbauen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete dies im Kurzbotschaftendienst Twitter als „sehr aufregend“. US-Außenminister Mike Pompeo setzte Nordkorea derweil eine Frist bis zum Januar 2021 für die vollständige Abschaffung seines Atomwaffenprogramms. Pompeo sagte gestern, die „Denuklearisierung“ des Landes müsse bis dahin abgeschlossen sein. Nord- und Südkorea wollen sich auch gemeinsam um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2032 bewerben, berichtete Moon. Die Koreaner würden damit womöglich zu Konkurrenten Nordrhein-Westfalens. Dort gibt es eine Initiative, die für eine Bewerbung mit verschiedenen Städten an Rhein und Ruhr wirbt.