Lieblingsgetränk
Ladendiebe räumen ganze Kaffee-Regale leer
Die Schlagzeilen-Autoren haben richtig gelegen. „Kaffee wird wieder zum Luxusgut“ – das titelten schon von mehr als einem Jahr, im Frühjahr 2024, viele Medien. Kaffee – ein Luxus aus fernen südlichen Ländern; so wurde das auf viele unterschiedliche Arten zubereitete Getränk in vergangenen Jahrhunderten sehr lange gesehen.
Dieser Tage muss man fürs Kilo Kaffeebohnen gängiger Marken oft rund 20 Euro hinlegen – auch in vielen großen Supermärkten. Und diese Kaffees können dann nicht mal Fairtrade-Siegel oder ähnliche Zertifikate vorweisen. Das ist happig.
Eines der Lieblingsgetränke der Deutschen
Für ihr Lieblingsgetränk neben Wasser müssen die Deutschen ganz schön tief in die Tasche greifen. Allein seit Januar dieses Jahres haben die Konzerne, die fertig verpackten Kaffee im Sortiment führen, dessen Endpreise um etwa 15 bis 30 Prozent angehoben. Das hat der Vergleichsdienst Smhaggle ermittelt.
Legt man das Jahr 2020 zugrunde, war Bohnenkaffee laut dem Statistischen Bundesamt im Juni 2025 durchschnittlich 45 Prozent teurer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Rohkaffee ist, ausgelöst von Trockenheit und infolgedessen schlechten Ernten in wichtigen Anbauländern, kostspieliger geworden. Allerdings oft ohne dass die Kaffeebauern im globalen Süden etwas davon hätten – im Gegenteil.
Auch Konzerne drehen an der Preisschraube
Frost in der Blütezeit der Kaffeepflanzen und dann Hitze samt Trockenheit haben die Ernte im wichtigen Arabica-Anbauland Brasilien zurückgehen lassen. Das liefert Konzernen zumindest sehr gute Argumente, deutlich an der Preisschraube zu drehen – wer auch immer den Mehrumsatz am Ende einstreicht. Die große Kaffeelust der Deutschen jedenfalls sorgt hierzulande für spektakuläre Aktionen. Einzelhandelsketten berichten laut dem Kölner Forschungsinstitut EHI teils von Kaffee-Diebstählen aus den Supermärkten im großen Stil. Unter anderem Personalknappheit in den Märkten sorge dafür, dass Diebe teils ganze Regalreihen an Kaffee-Kilopackungen unbeobachtet leerräumen könnten. Unversehrte Kaffeepackungen ließen sich gut weiterverkaufen und seien auch deshalb beliebtes Diebesgut, so das EHI.
Mit Sonderangeboten weiter einiges sparen
Kräftig sparen lässt sich dennoch weiter bei Sonderangeboten. Wo vor ein, zwei Jahren zum Teil noch unter 10 Euro pro Kilo möglich waren, sind nun oft 12,50 Euro schon sehr günstig. Zum Teil begrenzen Händler die rabattierte Abgabe auf zwei, drei Packungen je Kunde.
Und was man bei Discountern oft etwa bei mehrere Hundert Euro teuren Computern oder kostbaren Whiskeys sieht, gilt in manchen Supermärkten jetzt auch für Kaffee-Kilopackungen: Sie kommen aus Angst vor Langfingern in abschließbare Glasvitrinen. Luxusgüter eben.