Thallichtenberg / Kusel Komposition „Das Musikantenland“ wird uraufgeführt
Das Programm für das Serenadenkonzert am Sonntag, 21. Juni, auf Burg Lichtenberg spiegele ihre Identität, verrät Botelho, die das Orchester Anfang des Jahres übernommen hatte. 1973 in Rio de Janeiro geboren, stellt sie zunächst ein Werk eines Landsmanns vor. Zu Gehör kommt Heitor Villa-Lobos’ „Bachianas Brasileiras Nr. 4“.
Neben ihrer Tätigkeit als Pianistin, Dirigentin und Komponistin forscht Andréa Huguenin Botelho zur Musik von Frauen. Da ist es klar, dass sie auch Werke von Komponistinnen mit aufs Programm nimmt, diesmal die „Faust-Ouvertüre“ von Emilie Mayer. Weiter auf dem Programm stehen Erich Korngolds „Straussiana“ und ein Rumänischer Volkstanz von Béla Bartók. Von August Klughardt wird zudem das „Concertino für Oboe und Orchester“ mit Solistin Anne Villiger zu hören sein.
Eine Hommage an die Wandermusikanten
Zudem gibt es eine Uraufführung: Extra für das Konzert komponierte die Brasilianerin das Stück „Das Musikantenland“, für das sie Noten von Wandermusikanten studierte. Ihre sinfonische Dichtung basiert auf „Frühling auf Burg Lichtenberg“ von Jakob Königstein sowie „Gedanken in Freien“ von Hubertus Kilian.
Seit März laufen die Proben, für Botelho auch ein Kennenlernprozess, in dem das Orchester ihr Dirigat verstehen lerne und den Klang fortschreitend optimiere. Rund 30 bis 40 Musiker würden zum Serenadenkonzert erwartet, berichtet die Vorsitzende des Musikvereins Kusel, Sonia Koch. Die Harfenistin freut sich, dass jetzt mehrere junge Leute das Orchester ergänzen. Aktuell sammele der Verein Spenden, um ein eigenes Paukenset zu kaufen. Bisher müssten die Pauken immer ausgeliehen werden, schildert sie. „Der Verein spielt seit 130 Jahren, aber der Herzschlag unseres Orchesters fehlt.“
Termin
Serenadenkonzert auf Burg Lichtenberg am Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr. Karten gibt es in der Paracelsus-Apotheke in Kusel und an der Abendkasse. Bei schlechter Witterung wird das Konzert in die Fritz-Wunderlich-Halle verlegt.