Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar zur Ludwigshafener Hochstraßen-Sperrung: Ein Desaster

Die Hochstraße Süd bleibt gesperrt – die Verkehr von der Rheinbrücke wird durch die Innenstadt umgeleitet.
Die Hochstraße Süd bleibt gesperrt – die Verkehr von der Rheinbrücke wird durch die Innenstadt umgeleitet. Foto: KUNZ

Ludwigshafen droht der Verkehrsinfarkt. Beim Zustand des Hochstraßensystems gibt es nur noch Hiobsbotschaften.

Als die Ludwigshafener Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern lag und es an den Wiederaufbau ging, planten die Stadtverantwortlichen eine autogerechte Stadt. Ein modernes leistungsfähiges Hochstraßensystem wurde nach Vorbildern in den USA und Japan gebaut. Damit sei die Chemiemetropole am Rhein bestens für die Zukunft gerüstet, glaubte man damals.

Einst Wunderwerk der Technik – nun abbruchreif

Die Hochstraße Süd wurde 1959 als Anbindung an die Konrad-Adenauer-Brücke eröffnet und als Wunderwerk der Ingenieurskunst gefeiert. Heute ist ein Teilstück abbruchreif und gesperrt. Bis 1981 wurde die Hochstraße Nord als Verbindung zur Kurt-Schumacher-Brücke gebaut. Auch diese 1,8 Kilometer lange Trasse ist mittlerweile kaputt und soll bis 2030 durch eine ebenerdige vierspurige Stadtstraße ersetzt werden. Kritiker werfen der Stadt vor, zu wenig für den Straßenunterhalt getan zu haben und so die jetzige Situation herbeigeführt zu haben. Doch das greift zu kurz. Beide Trassen wurden nicht für die heutige Verkehrsbelastung ausgelegt.

Dramatische Lage

Die Lage ist dramatisch: Eigentlich sollte die Südtrasse als Hauptumleitung für die Mega-Baustelle im Norden dienen. Doch nun wird sie jahrelang gesperrt bleiben. Die Stadtspitze hofft, die Südtrasse bis zur heißen Abrissphase bei der Hochstraße Nord provisorisch reparieren zu können. Doch das klingt einmal mehr nach Wunschdenken. Die massiven Verkehrsprobleme werden noch lange andauern. Das ist nicht nur für Autofahrer sondern auch für die Wirtschaft ein Desaster.

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