Politik
Ludwigshafener Hochstraße Süd bleibt bis mindestens 2023 gesperrt
Die Hochstraße Süd in Ludwigshafen wird bis mindestens Ende 2023 nicht befahrbar sein. Das hat die Stadtspitze am Dienstag mitgeteilt. Derzeit werden Reparaturmöglichkeiten und Sanierungsvarianten für die B 37 geprüft.
„Ohne weitere Maßnahmen kann die Hochstraße Süd nicht wieder geöffnet werden“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Geprüft werden drei Möglichkeiten: eine einspurige Öffnung nach einer Reparatur und einer Unterstützung der Konstruktion, oder eine provisorische Behelfsbrücke aus Stahl oder der Abriss und Neubau der ganzen Trasse. Bis Ende November, Anfang Dezember sollen die Varianten dem Ludwigshafener Stadtrat vorgelegt werden, der dann entscheiden muss, wie weiter verfahren wird. Die Sperrung werde mindestens bis Ende 2023 dauern, sagte Steinruck. Konkret geht es um einen 500 Meter langen Teilabschnitt, der wegen der Form seiner Stützen Pilzhochstraße genannt wird. Das Bauwerk besteht aus zehn Brückenkonstruktionen mit 27 „Pilzen“. Dieser Abschnitt ist 60 Jahre alt und den heutigen Anforderungen an die Statik nicht mehr gewachsen. Nach ersten Berechnungen im Jahre 2017 wurde daher zunächst ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen verhängt. Damit sollte die Belastung durch den Lkw-Verkehr verringert werden. Parallel dazu wurden die Schäden an der Straße weiter untersucht.
Die Brücke hält derzeit nur noch ihr Eigengewicht
Am 22. August wurden bei einer Inspektion verbreiterte und tiefere Risse in den Stützpfeilern an einem der zehn Brückenbauwerke entdeckt. Die Stadt sperrte darauf die Pilzhochstraße für den gesamten Verkehr. Seitdem laufen Untersuchungen der Statik und der Bausubstanz. Nach sechs Wochen steht nun fest: Das Teilstück kann nicht mehr für den Verkehr geöffnet werden. „Die Brücke hält momentan nur noch ihr Eigengewicht“, sagte der Hochstraßenprojektleiter der Stadt, Björn Berlenbach. Zudem seien auch weitere Risse an einem benachbarten Brückenteil aufgetreten. Die Experten wollen nun die Statik der übrigen neun Teile der Pilzhochstraße berechnen, um ein vollständiges Schadensbild zu bekommen. Allein für diese Berechnungen veranschlagen die Tiefbauer etwa 30 Monate. Grund: Die 27 „Pilz“-Stützen sind Unikate, keine gleicht der anderen. Die Berechnungen sind äußerst komplex. Die Konstruktion ist bundesweit einmalig, deshalb gibt es keinerlei Erfahrungswerte. Erst wenn alle „Pilze“ untersucht sind, wird feststehen, wie es weitergeht. „Wir werden alles tun, damit es keinen Konflikt mit der kritischen Phase beim Abriss der Hochstraße Nord gibt“, betonte OB Steinruck. Diese Phase mit einer einspurigen Verkehrsführung auf der B 44 ist ab 2026 geplant. Die OB will bis dahin eine Übergangslösung für die Südtrasse realisiert haben, möglicherweise mit einer einspurigen Verkehrsführung.