Politik Kommentar: Ein neues Kapitel

Der Weg für den Verkauf des Flughafens Hahn ist frei. Die Landesregierung
ist die direkte Verantwortung los. Sorgen aber bleiben.
Die Erleichterung in den Reihen der Landesregierung ist groß. Die EU-Kommission hat grünes Licht für den Verkauf des Flughafens Hahn gegeben. Bald werden die neuen chinesischen Eigentümer alleine das Sagen haben. Die Landesregierung ist die direkte Verantwortung los. Damit endet ein Kapitel des Misserfolgs. Über Jahre hinweg ist es dem Land nicht gelungen, den ehemaligen Fliegerhorst als Zivilflughafen auf Erfolgskurs zu bringen: Abhängigkeit von einem Billigflieger, Fehleinschätzung des Frachtfluggeschäfts, Personalquerelen und sein Platz im Brennpunkt der Politik haben den Airport in den roten Zahlen gehalten. Die Regierung hat immer wieder bewiesen, dass sie als Unternehmenslenkerin erfolglos ist, hat Millionen Euro in den Hahn gebuttert, und damit immerhin einen für den Hunsrück wichtigen Standort über Wasser gehalten. Jetzt sollen und wollen es die Chinesen richten. Dass es den Investoren gelingen wird, dem Hahn in einer äußerst schwierigen Branche und mit seiner Randlage eine Zukunft zu geben, ist möglich, aber nicht sicher. Den neuen Eigentümern darf man Branchenwissen und Finanzkraft zutrauen. Es gibt allerdings auch viele Unbekannte: Wer steckt hinter dem Konzern? Was ist seine Strategie? Bringt er neue Frachtkunden und neue Flugrechte? Wie werden die neuen Herren mit Ryanair umgehen? Das Land wird in den kommenden Jahren noch viele Millionen Euro in den Erhalt des Hahns stecken. Ob es gut angelegtes Geld ist, wird erst die Zukunft zeigen.